Die zwölf Impfkabinen stehen. In Kürze sollen hier die Impfungen starten. © Gewert
Digitale Impf-Fabrik

Mit Video: Impf-Fabrik in Vreden braucht noch etwas länger bis zum Start

Wer schon darauf gewartet hat, dass die Impfstelle im alten Baustoffzentrum in Vreden öffnet, muss sich noch ein wenig gedulden: Noch haben die interessierten Ärzte nicht genügend Impfstoff.

Zwölf Kabinen warten im alten Baustoffzentrum darauf, genutzt zu werden. Hinter grauen Durchgängen stehen ein Hocker und ein Stuhl. Bald werden Ärzte hier impfwillige Patienten versorgen. Mit einem Pieks, einem Pflaster darauf und fertig. Schnell und unkompliziert.

Nicht genügend Impfstoff

Doch noch müssen sich die Vredener ein wenig gedulden: Die neue Impfstelle in der Stadtlohner Straße 35 kann noch nicht öffnen, weil nicht genügend Impfstoff für die Ärzte vorhanden ist. Alle Beteiligten hoffen darauf, dass die Impfungen zeitnah beginnen können.

Hausärzte und Patienten miteinander vernetzen

Das Konzept der digitalen Impf-Fabrik der Unternehmen Kemper und Schmitz Cargobull sieht vor, Hausärzte und Patienten miteinander zu vernetzen. Das Netzwerk sei zu großen Teilen schon aufgebaut worden.

Das Angebot soll eine Entlastung für Hausarztpraxen in der Impfkampagne sein. 20 Impfungen pro Stunde und Kabine sollen ermöglicht werden. Das Prinzip dahinter ist einfach zu verstehen: Unter https://corona.chanys.de können sich interessierte Hausärzte registrieren. Haben sie einzelne Impfdosen am Ende eines Tages übrig oder wollen sie die Impfungen ganz aus ihrer Praxis auslagern, können sie sich kostenlos in eine oder mehrere freie Kabinen für eine bestimmte Zeit einbuchen und Impftermine je nach verfügbaren Dosen freigeben. So die Idee. An der Umsetzung hapert es, weil die Impfdosen am Ende des Tages schlichtweg noch nicht da sind. Aber Björn Kemper hofft, dass sich das bald auch durch die versprochenen Impfdosen der Regierung ändert.

Kostenlose App Chayns

Bis auf die Impfung an sich läuft die komplette Abwicklung über die kostenlose App chayns des Ahauser Softwareunternehmens Tobit Labs. Dazu zählen die Terminvergabe durch Ärzte, Terminbuchung durch Interessierte, die digitale Aufklärung und der Impfnachweis.

Die Termine können durch das Konzept auch abends oder am Wochenende durch die Ärzte angeboten werden. Im Anschluss an oder ganz unabhängig von den Öffnungszeiten der eigenen Praxis. Auf der anderen Seite registrieren sich die Impfwilligen in der App. Bei der Freischaltung neuer Zeiten durch einen Hausarzt können sie sich unkompliziert einen Termin buchen. Auch der verfügbare Impfstoff wird dabei ausgewiesen. Danach erhalten sie digital die nötige Aufklärung, die am Ort des Geschehens entfällt. Grundsätzlich ist eine Registrierung von überall möglich.

Impf-Fabrik steht Betriebsärzten offen

Die Impf-Fabrik steht darüber hinaus Betriebsärzten offen, wenn diese flächendeckend impfen dürfen. Lediglich den Impfstoff, das nötige medizinische Material, Personal sowie ein Kartenlesegerät für die Gesundheitskarte müssen die Ärzte selbst mitbringen.

Björn Kemper, Geschäftsführer und Mitinitiator, hätte nicht gedacht, dass es so lange dauern würde: „Wir wissen noch nicht, wann es losgeht“, erklärt er. Der Unternehmer hofft darauf, möglichst bald starten zu können. So sind die zwölf Impfkabinen im Baustoffhof schon aufgebaut. 20 Impfungen pro Stunde und Kabine sollen so möglich sein.

Infrastruktur durch Unternehmen

Während Schmitz Cargobull die Infrastruktur bereitstellt, sorgt Kemper vor Ort für den reibungslosen Betrieb. Bei Bedarf unterstützen die geschulten Mitarbeiter auch bei der Bedienung der App auf dem Smartphone. Damit die wichtige Kühlkette nicht unterbrochen wird, überwacht das Vredener Digital-Start-up Datacake den uneingeschränkten Betrieb. Vorbereitungsräume mit Kühlschränken und Arbeitsplätzen stehen für die Ärzte und Assistenzkräfte bereit.

Nachfrage sehr hoch

„Die Nachfrage nach Impfstoff ist aktuell sehr hoch und wird durch die Öffnung der Priorisierung noch steigen. Damit die Impfkampagne lokal an Fahrt aufnimmt, muss sich das Angebot jetzt schnell herumsprechen, damit am Ende alle profitieren“, erklärte Manuel Terhürne, Betriebsratsvorsitzender bei Schmitz Cargobull am Standort Vreden und Mitkoordinator des Projektes schon zu einem früheren Zeitpunkt.

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