Luftbildauswertung führt zur Kampfmittelsuche bei Rathauserweiterung

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Die Baumaßnahmen für die Rathauserweiterung laufen. Ein Überblick über den Stand der Dinge und die Hintergründe zur Kampfmittelsuche auf dem angrenzenden Parkplatz an der Gartenstraße.

Vreden

, 12.01.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es geht zügig voran in der Burgstraße 14. Die Rathauserweiterung läuft auf Hochtouren. Ende August des vergangenen Jahres erfolgte der erste Spatenstich für die rund 2,4 Millionen Euro teure Erweiterung. Bis zur kommenden Kirmeszeit im Spätsommer soll das 375 Quadratmeter große Bauprojekt, das sich über zwei Ebenen erstreckt, fertig sein. Die Erweiterung war notwendig, da die Aufgabenfülle im öffentlichen Bereich und die damit verbundenen Anforderungen gestiegen sind.

„Es wird ein großes Stühlerücken geben“, sagt Bernd Brüggemann, Leiter der Fachabteilung Gebäude der Stadt Vreden auf Nachfrage. So soll dann zum Beispiel die EDV-Abteilung, die derzeit noch im Keller des Rathauses ist, endlich in Richtung Tageslicht wandern. Je eher, desto besser. „Der Rohbauer liegt voll im Zeitplan. Wir sind sehr zufrieden“, berichtet Bernd Brüggemann. Es sei, so betont er, mit keinen großen Hürden zu rechnen. „Außer das Wetter würde total kippen und die Bauarbeiten dadurch bedingt zum Erliegen kommen.“

Parkplatzareal sondiert

Doch was war das dann am Mittwochmorgen auf dem direkt angrenzenden und im Zuge der Rathauserweiterung neu angelegten Parkplatz an der Gartenstraße? Zwei Männer in organfarbenen Warnjacken sondierten mit sogenannten Magnetometern das gesperrte 300-Quadratmeter-Areal Stück für Stück. Stefan Busch, der bei der Stadt für die Sicherung und Lenkung des Straßenverkehrs zuständig ist, klärt auf: „Das waren zwei Herren einer Spezialfirma, die eine geomagnetische Oberflächendetektion durchgeführt haben.“

„Der Rohbauer liegt voll im Zeitplan. Wir sind sehr zufrieden.“ (Bernd Brüggemann)

Vereinfacht gesagt heißt das: Die Männer haben das Areal nach Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht. Die Bezirksregierung Arnsberg, genauer gesagt der Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe (KBD-WL), sprach der Stadt Vreden diese Empfehlung nach der Auswertung der Luftbilder im vergangenen Dezember aus. Die Auswertung durch den KBD-WL erfolgte auf Anforderung der Stadt im Rahmen der Rathauserweiterung.

Luftbildauswertung fällt positiv aus

Bei solch einer Auswertung werden die zur jeweiligen Fläche gehörenden historischen Luftbilder auf erkennbares Kriegsgeschehen untersucht. Dazu zählen zum Beispiel Schützengräben, Bombardierung oder auch Artillerietätigkeit. Fällt die Auswertung positiv aus, ist in Oberflächennähe mit Kampfmitteln zu rechnen.

Dies ist aber nicht zu verwechseln mit einem konkreten Verdachtsfall. Ratsam sei es dennoch, die Fläche mit Magnetometern überprüfen zu lassen, so Stefan Busch. Denn diese Geräte erkennen eisenhaltige Gegenstände in eine Tiefe von bis zu vier Metern, sodass mögliche Kampfmittel im Boden aufgespürt würden.

Luftbildauswertung führt zur Kampfmittelsuche bei Rathauserweiterung

Hier einer der beiden Mitarbeiter der Spezialfirma, die am Mittwochmorgen den Parkplatz an der Gartenstraße mit einem Magnetometer nach Kampfmittel absuchten. © Stadt Vreden

Die geomagnetische Oberflächendetektion auf dem Parkplatz an der Gartenstraße war schnell erledigt. „Nach 15 Minuten war schon alles durch. Das ging wirklich flott“, so Stefan Busch. Doch das alleine brachte noch keine Gewissheit. Diese gab es erst in den Nachmittagsstunden. „Die Auswertung der Detektion hat ergeben, dass es keinen Hinweis auf Kampfmittel gibt“, berichtet Stefan Busch hörbar erleichtert. „Das ist natürlich eine sehr gute Nachricht.“ Denn somit sind keine Kampfmittelräumung- und anschließende Vernichtung notwendig.

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