Die Sekundarschule Vreden hat zwei Bewerber. Weil der Schulausschuss ein anderes Votum abgegeben hat als die Schulkonferenz, herrschen jetzt Ärger und Enttäuschung in der Schulkonferenz. © Markus Gehring
Sekundarschule Vreden

Leitung Sekundarschule: Gerichtsentscheidung „wird für Unruhe sorgen“

Das Verwaltungsgericht Münster hat die Auswahlentscheidung zur Leiterstelle an der Sekundarschule für fehlerhaft erklärt. Die Bezirksregierung werde dagegen nicht vorgehen, hieß es auf Anfrage. Und nun?

Zwei Bewerber gibt es um die Leitung der Sekundarschule – eine interne, eine externe Lehrkraft haben sich für den Posten beworben. Die Bezirksregierung entschied sich für den externen Bewerber. Die interne Bewerberin klagte dagegen. Nun entschied das Verwaltungsgericht in dem Eilverfahren, dass die Bezirksregierung die Bewerber nicht richtig bewertet habe. Die Behörde in Münster werde nicht gegen den Eilbeschluss den Verwaltungsgerichts vorgehen, sagte Pressesprecherin Diana Seibert-Tombült am Dienstag auf Anfrage der Redaktion.

Die Bezirksregierung werde nun noch einmal das Gespräch mit beiden Bewerbern suchen, auch der Personalrat werde in Kenntnis gesetzt. „Wir sortieren die Lage“, umschrieb es Diana Seibert-Tombült. Denn: Für die Bezirksregierung ergebe sich durch die Eilentscheidung eine ganz neue rechtliche Bewertung in Bezug auf Schulleiterstellen.

Status der Bewerber ist entscheidend

Es geht genau um den Punkt, den das Gericht angeführt hatte: „Bei formal gleichlautenden Bewerbungen gibt die höhere Position den Ausschlag“, hieß es am Montag zur Begründung vom Verwaltungsgericht. Der aktuelle Status der Bewerber sei entscheidend. So steht im „Vredener Fall“ die unterlegene Kandidatin hierarchisch über dem externen Bewerber.

Die Bezirksregierung hatte einen „Vorsprung“ beim externen Bewerber gesehen, weil dieser schon einmal eine Hauptschule geleitet hatte. „Diese war aus politischen Gründen geschlossen worden“, fasste Seibert-Tombült zusammen. Es hatte nicht mehr genügend Anmeldungen für die Einrichtung gegeben.

Seit je habe die Bezirksregierung auch ehemalige Tätigkeiten als Schulleiter in der Entscheidung über Leiterstellenvergaben berücksichtigt. Dass das Verwaltungsgericht die Praxis nun als fehlerhaft sehe, stelle für die Behörde „eine ganz neue Bewertung dar“.

„Das wird für Unruhe sorgen“

„Das wird für Unruhe sorgen“, blickt die Behördensprecherin auf künftige Besetzungen von Schulleiterstellen und die Bewerber im Regierungsbezirk. Es seien schließlich viele Schulen geschlossen worden. So betreffe die Entscheidung viele ehemalige Leitungen, da ihr ehemaliges Amt nicht mehr statusrechtlich gesehen werde.

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Anne Winter-Weckenbrock

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