Lebendige Gemeindepartnerschaft für „Deutschen Engagementpreis“ nominiert

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2019 erhielt die Gemeindepartnerschaft zwischen St. Georg in Vreden und der rumänischen Pfarrei St. Ladislaus den „Ökumenischen Förderpreis Eine Welt“. Nun folgte die nächste Nominierung.

Vreden

, 17.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manchmal spielen bekanntlich kleine Zufälle und besondere Fügungen eine wesentliche Rolle im Leben: Vor gut einem Jahr wurde die Partnerschaft zwischen den Kirchengemeinden von Vreden und Oradea in Rumänien mit dem „6. Ökumenischen Förderpreis Eine Welt“ ausgezeichnet – dies im Rahmen des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dortmund. Der Preis ist mit jeweils 3.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre von Brot für die Welt und dem Katholischen Fonds gemeinsam vergeben.

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Nun ist das Projekt erneut nominiert, nun für den Publikumspreis des „Deutschen Engagementpreises“, dotiert mit nunmehr 10.000 Euro. Dies auf Initiative eben von Brot für die Welt. „Man war der Meinung, unser Projekt wäre für diesen Preis wie geschaffen“, freut sich Pastoralreferent Josef Schubert, der die Partnerschaft mit dem Missionsausschuss der Pfarrgemeinde St. Georg maßgeblich mit angestoßen hat.

Partnerschaft lebt von Begegnungen

Ein Rückblick: Nach der Gemeindefusion 2012 hatte die Pfarrei St. Georg beschlossen, sich unter dem Motto „Helfen und Teilen“ um eine Partnerschaft nach Rumänien zu bemühen. „2013 fanden erste Besuche mit der Pfarrei St. Ladislaus in Oradea statt“, erinnert sich Josef Schubert.

Kurz darauf gab es den ersten Gegenbesuch, die offizielle Partnerschaftsurkunde unterzeichneten Pfarrer Sandor Pek von St. Ladislaus und Pfarrer Guido Wachtel von St. Georg. Seitdem prägen gegenseitige Austausche diese Partnerschaft. „Wir hatten uns damals bewusst für ein Projekt ausgesprochen, das von Kontakten und von Begegnungen lebt“, berichtet Josef Schubert.

Die Partnerschaft wurde 2014 durch die von Pfarrer Sandor Pek (l.) von St. Ladislaus und Pfarrer Guido Wachtel von St. Georg unterzeichnete Urkunde offiziell besiegelt. Seitdem wächst das Projekt stetig weiter.

Die Partnerschaft wurde 2014 durch die von Pfarrer Sandor Pek (l.) von St. Ladislaus und Pfarrer Guido Wachtel von St. Georg unterzeichnete Urkunde offiziell besiegelt. Seitdem wächst das Projekt stetig weiter. © privat

Mit jedem weiteren Besuch in den vergangenen sieben Jahren habe sich der Kreis der Personen, die am Austausch teilnahmen, erweitert. Sie alle haben eine besondere Gastfreundschaft und Herzlichkeit kennengelernt. Finanziell gefördert werden konnte die rumänische Partnergemeinde ebenfalls – so wurde die Stelle einer Sozialarbeiterin geschaffen, Kinderheime wurden unterstützt.

Noch vor rund einem Jahr erlief Küster Rainer Pag auf seinem Freundschaftsweg über 2000 Kilometer und vier Monate 14.000 Euro an Spenden für drei Projekte vor Ort (wir berichteten). Nun erfahren alle Mitstreiter des Projektes durch diese erneute Nominierung besondere Wertschätzung.

Engagement für Partnerschaft und Freundschaft

In der offiziellen Projektvorstellung heißt es, „die Pfarrei St. Georg engagiert sich für Partnerschaft und Freundschaft mit Menschen in Osteuropa auf Basis des gemeinsamen christlichen Glaubens und Menschenbildes. Sie will Vorurteile überwinden und fremde osteuropäische Kulturen kennenlernen und Freundschaften schließen. Zudem sollen westliche Werte der Wohlstandsgesellschaft überprüft und von den Werten der Menschen Osteuropas gelernt werden“.

Vor exakt einem Jahr erlief Küster Rainer Pag auf seinem Freundschaftslauf nach Oradea 14.000 Euro an Spenden.

Vor exakt einem Jahr erlief Küster Rainer Pag auf seinem Freundschaftslauf nach Oradea 14.000 Euro an Spenden. © privat

383 Personen und Organisationen sind von 162 Ausrichtern von Engagementpreisen für den Dachpreis vorgeschlagen worden, zusätzlich haben alle Nominierten eben die Chance auf den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis. „Ich denke, alle, die nominiert worden sind, haben es auch verdient. Dabei zu sein, ist für uns schon klasse. In jedem Fall wird das Projekt nun noch bekannter“, lässt sich Josef Schubert nun „einfach überraschen“ – und hofft auf viele Menschen, die für dieses Projekt abstimmen.

Geplanter Austausch muss wohl abgesagt werden

Gefreut hat er sich auch auf den nächsten Besuch in Oradea, der für Oktober geplant war. Doch: „Der Ort liegt aktuell in einem Risikogebiet, das macht uns wahrscheinlich einen Strich durch die Rechnung und trifft uns hart.“ Auch sonst seien die Bürger in Rumänien ganz anders von Corona betroffen. „So etwas wie die Corona-Soforthilfe gibt es im Bereich der Pfarrei nicht, dort nimmt die Armut zu. Deshalb haben wir kurzerhand Kollekten als unsere ‚Corona-Soforthilfe‘ für unsere Freunde durchgeführt“, erklärt der Pastoralreferent.

Und wenn das Pendel beim „Engagement-Preis“ dann doch in Richtung dieses Projekts ausschlagen sollte, dann sei eines schon sicher: „Der Preis gilt nicht nur uns hier, sondern jeweils zur Hälfte beiden Gemeinden.“ Bis zum 27. Oktober haben die Bürger die Möglichkeit, hier für dieses Projekt abzustimmen.

Stärkung der Anerkennungskultur

  • Der „Deutsche Engagementpreis“ ist der Dachpreis für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland. Nominiert werden können die Preisträgerinnen und Preisträger der rund 700 Engagementpreise in Deutschland.
  • Der „Deutsche Engagementpreis“ würdigt das freiwillige Engagement von Menschen in unserem Land und all jene, die dieses Engagement durch die Verleihung von Preisen unterstützen. Ziel ist es, die Anerkennungskultur in Deutschland zu stärken und mehr Menschen für freiwilliges Engagement zu begeistern.
  • Initiator und Träger des seit 2009 vergebenen „Deutschen Engagementpreises“ ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit, ein Zusammenschluss von großen Dachverbänden und unabhängigen Organisationen des Dritten Sektors sowie von Experten und Wissenschaftlern.
  • Förderer sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche Fernsehlotterie und die Deutsche Bahn Stiftung.
  • Weitere Informationen: www.deutscher-engagementpreis.de
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