Die Parkdauer mit Parkscheibe in der Vredener Innenstadt wird für eine Testphase auf drei Stunden erhöht. © Markus Gehring
Parkplätze

Länger parken in der Vredener Innenstadt: Politiker beschließen Testphase

Besucher der Innenstadt haben bald mehr Zeit zum Shoppen oder Essen. Die Parkdauer beträgt ab dem 1. August nicht mehr nur zwei Stunden. Ob das auf Dauer so bleibt, ist aber noch unklar.

Parken in der Vredener Innenstadt wird bald mit Parkscheibe für drei statt für zwei Stunden möglich sein. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss hat beschlossen, die Parkdauer ab dem 1. August auszuweiten. Allerdings handelt es sich erst einmal nur um eine Testphase.

Angestoßen hatte die Diskussion ein Antrag der neuen Augen-Operations-Klinik im Ärztehaus. „Die Patienten werden in der Regel von Familienangehörigen gebracht, die für ein paar Stunden warten müssen“, heißt es in dem Antrag. Die zurzeit erlaubten zwei Stunden Parkzeit würden allerdings nicht ausreichen, um die Geschäfte oder Freizeiteinrichtungen in der Innenstadt zu besuchen.

Neue Regelung für die gesamte Innenstadt

Die Praxis schlug deswegen vor, die Parkzeit auf vier Stunden zu erhöhen. Das sahen Verwaltung und Ausschuss jedoch kritisch. „Bei so einer langen Parkdauer könnten Teilzeitbeschäftigte die Parkplätze dauerhaft nutzen. Sie stünden dann nicht mehr für Kunden und Patienten zur Verfügung“, sagte Winfried Schroer (CDU).

Auch eine Regelung nur für das Ärztehaus hielten die Politiker nicht für sinnvoll. „Das würde garantiert weitere Anträge für andere Stellen nach sich ziehen“, sagte Gerd Welper (Grüne). Tatsächlich gebe es im Rathaus immer wieder entsprechende Nachfragen von Händlern oder Anwohnern, sagte Bürgermeister Tom Tenostendarp.

In direkter Nähe des Ärztehauses stehen 60 Parkplätze mit eingeschränkter Parkdauer von zwei Stunden und 19 Dauerparkplätze zur Verfügung. Diese seien jedoch meist schon früh morgens besetzt, schreibt die Praxis in ihrem Antrag. Das sah auch die Verwaltung, die die Situation an dieser Stelle dennoch nicht als besonders problematisch einstufte.

Erkenntnisse aus Testphase fließen in ein Konzept

Deswegen schlug sie vor, für die gesamte Innenstadt eine neue Regelung zu finden. „Das Ordnungsamt hat sich die Situation angesehen. Insgesamt haben wir rund 900 Parkplätze in Innenstadtnähe“, sagt Tom Tenostendarp. Damit Kunden und Patienten zukünftig mehr Zeit haben zum Einkaufen oder Essen, soll die Parkdauer in der gesamten Innenstadt auf drei Stunden erhöht werden.

Über diesen Punkt waren sich schnell alle einig. „Aber wir müssen die Situation nach sechs Monaten genau betrachten und aus den Erkenntnissen ein Konzept entwickeln“, sagte Winfried Schroer. „Vielleicht sind drei Stunden Parkdauer für die großen Parkplätze richtig, für die Einzelparkplätze aber nicht.“ Gerd Welper merkte zudem kritisch an: „Wir haben dann rechnerisch ein Drittel Parkplätze weniger.“

Die Testphase wird am 1. August starten und insgesamt ein Jahr dauern. Den Antrag der Praxis, Sonderparkplätze für Ärzte auszuweisen, lehnte der Ausschuss einstimmig ab. Zum einen soll hier kein Präzedenzfall geschaffen werden. Zum anderen können Ärzte für 60 Euro im Jahr sowieso schon einen Parkausweis beim Kreis beantragen, mit dem sie dauerhaft auf ansonsten zeitbeschränkten Parkplätzen stehen dürfen.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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