Brunnengespräch mit Tom Tenostendarp über Schule und Kunstrasenplätze

dzKommunalwahl 2020

Beim „Brunnengespräch“ hat Bürgermeisterkandidat Tom Tenostendarp mit den Bürgern in Lünten über große und kleine Probleme in den Kirchdörfern besprochen. Ein Angebot, das ankam.

Vreden

, 24.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist Sonntagmorgen 9.30 Uhr am Dorfbrunnen in Lünten. Sechs Männer und eine Frau stellen Stühle, Bänke und Tische auf. Die CDU bereitet sich auf ihr „Brunnengespräch“ vor.

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So haben die Christdemokraten die Wahlkampfveranstaltung genannt, in der sie ihren 29-jährigen Bürgermeisterkandidaten Tom Tenostendarp vorstellen wollen. Mit dabei Winfried Schroer als Wahlkreiskandidat und Heike Wissing, die für die CDU in den Kreistag will.

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Während das Hauptinteresse der Lüntener, die jetzt in den Ortskern kommen, noch der Länge der Schlange vor dem Bäckerladen gilt, ändert sich das gegen 10 Uhr schnell. Die Messe in St. Bruno ist zu Ende und viele Lüntener gehen mit dem Gotteslob in der Hand über die Straße zum Dorfbrunnen.

Mit dem Gotteslob in der Hand kamen einige Lüntener zum Termin mit Tom Tenostendarp.

Mit dem Gotteslob in der Hand kamen einige Lüntener zum Termin mit Tom Tenostendarp. © Bernd Schlusemann

Diese kleinen Runden ermöglichen Tom Tenostendarp „den direkten Draht zu den Bürgern“. „Es wird manche Frage gestellt, die bei einer großen Wahlkampfveranstaltung mit 100 Leuten nie so kommen würde.“

Gespräche in kleinen Gruppen

Die Stühle stehen in kleinen Gruppen und Tom Tenostendarp nimmt sich Zeit, mit den Bürgern zu sprechen. „Wir wollen erfahren, wo der Schuh drückt“, sieht Winfried Schroer in dieser Art der Veranstaltungen eine gute Möglichkeit dafür und Heike Wissing ergänzt: „Das ist viel persönlicher.“

In kleinen Runden fand die Wahlkampfveranstaltung mit Tom Tenostendarp am Dorfbrunnen statt.

In kleinen Runden fand die Wahlkampfveranstaltung mit Tom Tenostendarp am Dorfbrunnen statt. © Bernd Schlusemann

Das Konzept kommt an. Rund 60 Bürger suchen das Gespräch mit dem Bürgermeisterkandidaten, der Volljurist mit dem Schwerpunkt Wirtschafts- und Verwaltungsrecht ist. Doch das ist nur Nebensache.

„Ich glaube nicht, dass mein Alter ein Problem ist, ich kann mich da schon durchsetzen“, antwortet Tenostendarp auf die Frage, ob er nicht noch etwas jung ist für das Amt des ersten Bürgers Vredens. Er zieht die Parallele zu dem Ottensteiner Jens Spahn. Der kam mit 22 in den Bundestag, ist heute Gesundheitsminister „und es wird diskutiert, ob er ein guter Bundeskanzler wäre“.

Wirtschaftswege und Fahrradtourismus

Die Wirtschaftswege waren das erste lokale Thema, zu dem die Bürger eine Aussage von Tom Tenostendarp hören wollten. Daran müsse mehr gearbeitet werden, meinte der 29-Jährige. Neben der Nutzung durch die Landwirtschaft sei das auch ein Wirtschaftsfaktor, wenn es um den Fahrradtourismus gehe.

Mehrfach wurde der Bürgermeisterkandidat auf den Erhalt der Schulen in den Kirchdörfern angesprochen. „Dafür brauchen wir nicht noch einen Gutachter. Das können wir selber entscheiden“, machte Tenostendarp klar, dass die Schulen erhalten bleiben sollen, „solange die gesetzlichen Rahmenbedingungen es erlauben und die Eltern es wollen“.

Tom Tenostendarp stellte sich den Fragen der Lüntener.

Tom Tenostendarp stellte sich den Fragen der Lüntener. © Bernd Schlusemann

Mit auf den Weg nimmt der junge Christdemokrat den Wunsch, das Einkaufsangebot in den Kirchdörfern zu verbessern. Vielleicht sei so etwas auch über das Ehrenamt möglich, meinte eine Zuhörerin.

Das Thema Einkaufen in einer ganz anderen Dimension kam mit dem Stroetmann-Gelände auf den Tisch. Für Tenostendarp sind die Planungen „zu massiv“. Er glaubt nicht, dass ein Edeka am Rand zur Belebung der Innenstadt führt. Und: „Man muss im Gespräch bleiben“, kann sich Tenostendarp auch vorstellen, dass die Stadt die Fläche kauft.

Kunstrasenplatz und Wasserknappheit

Mehr Attraktivität für das Kult, ein Kunstrasenplatz aufs Dorf, Wasserknappheit und Förderung durch die Salzgewinnungsgesellschaft und übervolle Schulbusse waren weitere Themen, bei denen die Bürger Tenostendarp auf Herz und Nieren prüften. Am Ende meinte eine Zuhörerin, dass der Bürgermeisterkandidat einen positiven Eindruck hinterlassen hat. „Er würde sich engagieren“, glaubt sie und ihr Mann findet gut, „dass er die Öffentlichkeit sucht“.

Nach 90 Minuten schaute der Bürgermeisterkandidat auf die Uhr. Er müsse weiter nach Ellewick, erklärte er und freute sich, dass die Bürger so viele „kleine und große Themen“ offen angesprochen hatten. Als Tom Tenostendarp zum nächsten Termin eilte, hatte er viele Lüntener überzeugt: „Bodenständigkeit“ ist bei ihm nicht nur ein Slogan auf dem Flyer.

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