31 Jahre Kommunalpolitik: Kläre Winhuysen wollte schon immer gestalten

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Sie hat mit drei Bürgermeistern, als Ausschussvorsitzende mit drei Schriftführern und drei Amtsleitern gearbeitet. Kläre Winhuysen war 31 Jahre im Rat. Ein Rückblick auf Höhen und Tiefen.

Vreden

, 09.07.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

31 Jahre Oppositionspolitik in Vreden. „Man wusste ja, worauf man sich eingelassen hat“, sagt Kläre Winhuysen und lächelt. Aber sie wollte gestalten, sich einbringen. So, wie sie es schon als Schülersprecherin der Georgschule getan hatte oder später in den Gremien der Kindergärten und Schulen ihrer vier Kinder. Und politisch interessiert war sie immer, sagt die 64-Jährige. Obwohl sie früher der CDU nahe stand, sagt sie rückblickend. Bis zur Barschel-Affäre. „Das hat mich so geschockt!“

Mit 29 Jahren in die SPD eingetreten – fünf Jahre später im Rat

In vielen Gespräche mit ihrem Nachbarn und SPD-Ratsmitglied Wilhelm Otto habe sie dann gemerkt, dass ihre persönlichen Überzeugungen besser zu den Sozialdemokraten passten. 1984 trat sie – als 29-Jährige – in die SPD ein, fünf Jahre später trat sie die Nachfolge von Wilhelm Otto an: Sie kandidierte in Ammeloe, wo sie aufgewachsen ist und bis vor einiger Zeit lebte, für ein Ratsmandat. Seither war sie im Vredener Stadtrat. Genauso lange Mitglied in den Fachausschüssen für Schule, Bildung und Kultur sowie deutsch-niederländische Zusammenarbeit.

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Nun soll Schluss sein als aktive Kommunalpolitikerin, im Juni leitete sie ihre letzte Ausschusssitzung. Bei der anstehenden Kommunalwahl nimmt die gelernte Krankenschwester, die zuletzt lange Jahre hauptberuflich als Hospizdienstkoordinatorin gearbeitet hat, Listenplätze ein, die kein Mandat erwarten lassen. Anlass für einen Rückblick auf mehr als drei Jahrzehnte Kommunalpolitik – was nimmt Kläre Winhuysen daraus mit? Vieles, so ihre Antwort: „Es gab eigentlich keine Sitzung, wo man nicht durch Argumente oder Gegenargumente etwas dazugelernt hat. Oder sich persönlich weiterentwickelt hat.“

Die Gründung der Realschule „war ein Höhepunkt“

Ihre persönlichen Schwerpunkte haben sich auch in ihrer Arbeit in Ausschüssen niedergeschlagen. Das Thema Bildung liegt ihr am Herzen, und da ist Kläre Winhuysen im Rückblick stolz darauf, dass es trotz einiger Verzögerungen dann doch mit einer Realschule geklappt hat. „Das war ein Höhepunkt.“ Nun funktioniert die Sekundarschule. Was sich in der Vredener Schullandschaft entwickelt habe, sei gut. „Aber es wird sicher weitere Entwicklungen geben“, ist sie überzeugt.

Kult, Feuerwehr und Elsterwerda

Das Kult ist für sie eine weitere Erfolgsgeschichte. Für die sie sich aber erklären muss „von Baubeginn bis heute“. Sie würde sich Folgendes wünschen: „Erst einmal ein Bild machen vom Kult, das Angebot wahrnehmen, und erst dann kritisieren.“

Weitere Dinge, die ihr wichtig sind beim Rückblick, ist der Kontakt zur Feuerwehr, den sie für die SPD jahrelang hielt. „Was da ehrenamtlich geleistet wird, da kann man sich gar nicht genug für bedanken.“ Und der Kontakt zu den niederländischen Nachbarn oder zur Partnerstadt Elsterwerda. „Mit der Familie, bei der wir damals gewohnt haben, sind wir bis heute befreundet.“

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Geschätzt hat sie an der kommunalpolitischen Arbeit, dass – so wie es auch ihr Anspruch an sich selbst war – Vreden und die Sache im Mittelpunkt stand. „Das war immer das Bestreben aller Parteien“, betont sie. Nur zuletzt beim Thema Schulcampus sei es schwierig geworden, erinnert sie sich an eine Ausnahme.

Und die Frage nach einer Enttäuschung kann sie auch sofort beantworten: Thema Bierbaum-Gelände. Zum Einen der Beschluss („Dadurch retten wir die Innenstadt nicht“), zum Anderen der Verlauf der Diskussion mit Drohungen, Hausverbot und Co. „Das war eine politische Dimension, die wir noch nicht erreicht hatten.“

Trotz allem: „Ich würde jedem ermutigen, das zu machen und politisches Engagement nicht weit wegzudrücken“, sagt Kläre Winhuysen entschlossen. Und für den Vredener Rat wünscht sie, dass die gute Zusammenarbeit für die Sache weiter fortgesetzt wird.

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