Kirmes-Rangelei schmerzt Vredener auch nach anderthalb Jahren noch

dzStrafprozess

Die Kirmes 2018 ist schon lange Geschichte. Ein Vredener aber leidet noch an Spätfolgen: Das Knie schmerzt und lässt sich nicht mehr richtig beugen. Ursache soll der Tritt eines Freundes sein.

Vreden

, 17.02.2020, 19:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wegen vorsätzlicher Körperverletzung musste sich am Montag ein 20 Jahre alter Vredener vor dem Amtsgericht in Ahaus verantworten. Er soll am Rande der Vredener Kirmes vor anderthalb Jahren seinem jetzt 22-jährigen Freund mit einem Tritt aufs Knie schwer verletzt haben. Das behauptet der Geschädigte.

Arzt diagnostizierte schwere Knieverletzung

Die schwere Verletzung ist unzweifelhaft und ärztlich dokumentiert: Meniskusriss, Bänderriss, Knorpelschaden, Hüftprellung. „Ich kann das Knie nicht mehr richtig beugen“, so der 22-Jährige. Die Ursache allerdings blieb auch nach den Zeugenaussagen der Freundinnen und Freunde aus der Clique im Nebulösen.

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Klar ist: Der Freundeskreis traf sich nach den Zeugenaussagen bei bester Stimmung zum „Vorsaufen“. Bier, Wodka und Jägermeister trübten die Wahrnehmung und die Erinnerung. Übereinstimmung gab es aber in einem Punkt: Die beiden Freunde seien auf dem Weg zur Kirmes in Streit geraten. Erst flogen die Worte, dann gab es Backpfeifen. Schließlich hätten beide am Boden miteinander gerangelt.

„Absichtlich getreten“

Der 22-Jährige aber erklärte vor Gericht, er sei nicht so betrunken gewesen. Er wisse genau, dass der 20-Jährige, der schon einmal an einem gerichtlich angeordneten Antiaggressionstraining teilnehmen musste, über ihm stehend absichtlich auf sein Knie getreten habe.

Der Beschuldigte bestritt dies energisch. Auch nach dem Vorfall seien die beiden ja noch befreundet gewesen. Und beide hätten gerätselt, wie es zu der Verletzung kommen konnte. Der Verletzte sagte: „Ich habe versucht, das im Guten zu klären. Darum habe ich auch erst spät Anzeige erstattet.“

Zivilprozess um Schadenersatz

Angesichts der Erinnerungslücken der Zeugen verständigten sich Richter und Staatsanwaltschaft auf eine Einstellung des Verfahrens ohne Auflage. Die beiden Streithähne, die jetzt nicht mehr befreundet sind, treffen sich schon bald in einem Zivilverfahren vor Gericht wieder. Dann geht es um erhebliche Schadensersatzansprüche des 22-Jährigen.

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