Kinder suchen mit Metalldetektoren nach der Vergangenheit

Schatzsucher unterwegs

Der Heimatverein Vreden, Untergruppe Archäologie, hatte zum dritten Mal Kinder im Rahmen der Ferienpassaktion zur großen Schatzsuche eingeladen. Landwirt Heinrich Gewers hatte dafür sein Feld zur Verfügung gestellt, welches bis 1850 noch das aktive Galgenfeld von Vreden war. Der vierte Termin in diesem Jahr war mit 20 Kindern auch der bestbesuchte.

VREDEN

, 24.07.2016, 18:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Voller Vorfreude stürmten die Kinder mit zehn Metalldetektoren das Feld an der Oldenkotter Straße. In der Hoffnung auf einen großen Schatzfund ging es in Zweier- und Dreier-Gruppen bewaffnet mit Detektor und Schaufeln los auf die Suche.

Um die Kinder zu unterstützen, standen Christian Gewers, Vorsitzender der Archäologiegruppe, sowie Stephan Sokolowsky und Michael Kadler mit Rat und Tat zur Verfügung. Sie erklärten die Modi der Metalldetektoren und wie diese zu handhaben sind. Immer wieder betonte Christian Gewers, dass auf ein sauberes, ordentliches und reproduzierbares Signal zu achten sei. Die Detektoren können bei der Suche zwischen Metall, Schmuck und Münzen unterscheiden und ein gutes Gerät kostet schnell über 1000 Euro.

Aus allen Ecken der Felder waren die Rufe nach den drei Spezialisten zu hören: "Christian, hilf mir mal", "Stephan, ich habe da was gefunden", "Michael, guck mal, was ich da gefunden habe". Schnell eilten sie zu der rufenden Gruppe und boten ihre Hilfe an. Sie halfen gerne, denn in allen Gruppen, die dieses Jahr auf die Suche nach dem Schatz gingen, herrschte eine super Stimmung. "Und wenn die Kinder Spaß haben, dann lohnt sich die Arbeit die dahinter steckt doch auch", so Christian Gewers.

Fündig geworden

Schon zum zweiten Mal dabei waren Julius Niehoff und Felix Verwohlt. "Wir haben im letzten Jahr echtes Goldbesteck gefunden, das haben wir untereinander aufgeteilt", so Julius. "Dieses Jahr haben wir bisher einen Goldknopf, Musketen-Kugeln und eine Münze aus dem Zweiten Weltkrieg", fügte Felix hinzu.

Keinen Schatz, dafür aber den Fund des Tages sicherte sich Alina-Marie Weddewer. "Ich dachte, ich habe einen alten Stein gefunden", sagte sie. Aber tatsächlich handelte es sich wohl um ein Beil, das einst benutzt wurde, um Dieben die Finger zu entfernen. "Ich werde dieses Beil meinen Vater schenken, da ich selbst damit ja gar nichts anfangen kann", so Alina-Marie.

Beim Grillen wurden die Funde begutachtet. Unter anderem war eine gut erhaltende Zwei-Pfenning-Münze von 1875 dabei, ein Pfennig von 1924 und ein Vier-Pfennig-Stück "Coesfelder Ochse". Aber auch Knöpfe, Nägel und ein großes Stück einer Weltkriegsbombe landeten zum Erstaunen aller auf dem Tisch.

Wer selbst einmal Lust bekommt, nach alten Schätzen zu suchen, kann sich jederzeit an den Heimatverein wenden. Es sei davon abzuraten sich einen Metalldetektor im Internet zu kaufen und auf eigene Faust loszugehen, da dies gesetzlich verboten sei. Um selber auf Erkundungstour zu gehen, brauche man Genehmigungen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe sowie der Eigentümer der Felder. Alle Funde sind beim Landschaftsverband anzumelden.

Gezieltes Vorgehen

Christian Gewers rät Interessierten dazu, vorher genau zu recherchieren, wo man etwas suchen will. "90 Prozent unserer Arbeit sind Recherche und nur zehn Prozent die Suche an sich. Wir schauen wo alte Handelswege oder Märkte liegen und gehen bei der Suche gezielt vor, denn wer Unfug sucht, wird auch nur Unfug finden!"

Raphael Kampshoff

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