Kaum Umsätze: Haus Terrahe schließt zwei Wochen nach der Lockerung wieder

dzCoronavirus

Schweren Herzens haben sich die Betreiber vom Haus Terrahe dazu entschlossen, ihr Restaurant wieder zu schließen. Die Umsätze standen in keinem Verhältnis zu den Kosten.

Vreden

, 27.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

14 Tage hatte das Haus Terrahe in Vreden nach der Lockerung der Schutzbestimmungen wegen des Coronavirus geöffnet, dann zogen die Betreiber am Dienstag die Notbremse. „Uns blutet das Herz, dass wir und unser Spitzen-Team erst mal nicht mehr für Euch da sein können“, schreiben sie bei Facebook.

Im Gespräch mit unserer Redaktion wird Ulf Dingslaken, einer der beiden Geschäftsführer, deutlicher: „Die Gäste waren sehr zurückhaltend“, erklärt er. Zwar seien einige Besucher ins Restaurant gekommen, darunter auch viele Stammgäste. „Sie haben aber einfach nicht die Umsätze gebracht, die wir gebraucht hätten“, erklärt er.

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Er schiebt schnell hinterher: „Ich mache ihnen daraus keinen Vorwurf. Ich selbst hätte im Moment auch keine Nerven, in Ruhe essen zu gehen.“

Einzige Möglichkeit war, zu schließen

Für das Restaurant blieb da aber nur eine Möglichkeit: Schließen. „Allein die Personalkosten in den 14 Tagen waren höher als unser Umsatz“, sagt er. Auch wenn das Restaurant nur mit begrenzten Öffnungszeiten an den Start gegangen war. Und dabei habe er die Kosten für Waren oder den aufwendigen Umbau für die Hygienevorschriften noch gar nicht mit einberechnet. „Wenn wir öffnen, verlieren wir mehr, als wenn wir das Lokal geschlossen lassen“, erklärt er.

„Der Sommer ist für uns ohnehin immer eine schwierige Zeit, weil wir keine große Terrasse haben“, sagt er. In der jetzigen Situation sei der Betrieb aber schlicht unmöglich geworden. Und eine Besserung sei zurzeit noch nicht in Aussicht.

Öffnung frühestens im August oder September wieder denkbar

Wie es weitergeht, mag er noch nicht endgültig abschätzen. Aktuell plant er mit seinem Geschäftspartner, Markus Krandick, nach dem Sommer wieder zu öffnen. „Irgendwo im August oder September“, sagt er. Genaueres stehe aber noch nicht fest.

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„Jedes Restaurant hier bei uns auf dem schönen Land, welches ohne seinen Saal, ohne seine Caterings und vor allem ohne größere Gruppen, Kegelbahnen und Stammtische überleben muss, hat es sehr sehr schwer“, heißt es auf der Facebookseite.

Cateringservice läuft weiter

Parallel läuft der Cateringservice der beiden Vredener weiter. Auch die Landmetzgerei, das dritte Standbein, hat geöffnet. „Das Catering läuft natürlich momentan auch nicht gut“, erklärt Ulf Dingslaken. Klar, einige Stammtische würden Essen bestellen. Auch ein paar Schnitzel für ein Richtfest würden immer mal wieder geordert. Mit dem „normalen“ Geschäft habe das aber natürlich auch nicht viel zu tun.

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Insgesamt beschäftigen die beiden Geschäftsführer rund 30 Personen. Rund 20 im Haus Terrahe, die Übrigen in der Landmetzgerei und beim Cateringservice.

Eine Ungerechtigkeit, die Ulf Dingslaken in den vergangenen Tagen beobachtet hatte, ist inzwischen ausgeräumt: Kreisweit wurde unterschiedlich gehandhabt, ob Kegelbahnen öffnen dürfen oder nicht. Es war möglich, Kegeln als Breitensport zu definieren. Unter sehr strengen Vorgaben war es für einige Gaststätten daher möglich, die Kegelbahnen zu öffnen. Etwa in Ahaus und Gescher.

Kegelbahnen im Kreis Borken geschlossen

In Vreden oder auch der Gemeinde Südlohn hatten die Ordnungsämter eine andere Auffassung. Sie hatten die Kegelbahnen in den dortigen Gaststätten geschlossen gehalten. Das hatte etlichen Gastronomen für einige Verstimmung gesorgt.

Das ist nun vorbei: Wie Michael Weitzell vom Kreis Borken auf Nachfrage erklärt, hat das NRW-Gesundheitsministerium die Corona-Schutzverordnung an diesem Punkt konkretisiert: Kegeln gehört demnach in Gaststätte nicht mehr zum Breitensport sondern zählt wie auch Dartscheiben oder Billardtische zu Sonderanlagen. „Deren Betrieb ist vorerst per se untersagt“, erklärt Michael Weitzell. Darauf hätten sich am Dienstag auch die Bürgermeister im Kreis Borken verständigt.

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