Die Gesamtzahl der Impfungen im Kreis Borken wird nirgendwo zentral erfasst. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Kassenärztliche Vereinigung erklärt fehlende Impfungen in der Statistik

Im Impfbericht der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe stagnierte in der vergangen Woche die Zahl der Erstimpfungen. Dabei wurden alleine im Ahauser Krankenhaus 240 Dosen verimpft.

Der Blick auf die tägliche Impfstatistik sorgte in der vergangenen Woche mancherorts für Verwirrung. Wie berichtet, stagnierte zunächst die Zahl der kreisweiten Erstimpfungen für sieben Tage beim Wert 10.037. Grund dafür: Engpässe bei den Impfstoffherstellern. Bis zum Wochenende kamen offiziell nur noch drei Impfungen hinzu. So geht es aus dem Bericht der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hervor.

Fragen kamen aber auch deshalb auf, weil alleine im St.-Marien-Krankenhaus in Ahaus am Mittwoch, 3. Februar, rund 240 Mitarbeiter gegen das Coronavirus geimpft wurden. „Warum werden die nicht erfasst?“, fragte ein Facebook-User. Verzögerungen bei der Datenübertrag, wie zunächst vermutet wurde, sind nicht der Grund.

KVWL hat keine Informationen über Krankenhaus-Impfungen

Vanessa Pudlo, Pressesprecherin der KVWL, erklärt: „In unserem täglichen Impfbericht sind ausschließlich die durchgeführten und dokumentierten Covid-19-Impfungen durch mobile Teams in Westfalen-Lippe erfasst.“ Darunter fallen zum Beispiel die Impfungen in Senioren- und Pflegeheimen oder in den nun eröffneten Impfzentren.

Da die Krankenhäuser ihre Bestellungen direkt vom Land Nordrhein-Westfalen erhalten, die KVWL also außen vor ist, tauchen diese Impfungen nicht in der offiziellen Statistik auf. KVWL-Presssprecherin Vanessa Pudlo sagt: „Wir haben keine Informationen darüber, wie die Fortschritte im stationären Sektor sind.“

Auf Anfrage erklärt Tobias Rodig, Pressesprecher des Klinikums Westmünsterland, am Montag: „Bis zum heutigen Tag wurden im St.-Marien-Krankenhaus Ahaus-Stadtlohn-Vreden 500 Mitarbeiter, im St.-Agnes-Hospital Bocholt 458 Mitarbeiter und im St.-Marien-Hospital Borken 360 Mitarbeiter geimpft.“ Wegen Lieferproblemen beim Hersteller Biontech konnte hier zunächst nur der Teil des Personals die erste Dosis erhalten, der der sogenannten „Kategorie 1“ angehört; also durch den Umgang mit Patienten einem besonders hohen Risiko ausgesetzt ist.

Aktualisierte Gesamtübersicht gibt es nicht

Eine Gesamtübersicht, wie viele Menschen insgesamt im Kreis Borken bisher eine Erst- beziehungsweise Zweitimpfung erhalten haben, gibt es derzeit nicht. Das bestätigt Kreis-Pressesprecherin Ellen Bulten auf Anfrage. Unabhängig davon denkt die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe über eine Anpassung des Impfberichts nach. „Das hat etwas mit der Inbetriebnahme der Impfzentren zu tun“, berichtet Pudlo, ohne Details zu nennen. Die Gesamtübersicht könne das KVWL aber auch dann nicht liefern.

Sollte die Inbetriebnahme des Impfzentrums Velen problemlos laufen und demnächst mehrere Tausend Bürgerinnen und Bürger pro Woche dort ihre Spritzen erhalten, fallen die fehlenden Impfungen aus den Krankenhäusern in der Statistik allerdings kaum noch ins Gewicht.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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