Die Planungen für den Dodgeball-Beach-Cup und das Karpaten-Sommerfestival laufen trotz Corona auf Hochtouren. © Andre Heming
Trotz Corona

Karpaten-Sommerfestival und Dodgeball-Beach-Cup sollen 2021 stattfinden

Wegen der Corona-Pandemie mussten im Vorjahr sowohl das Karpaten-Zeltfestival als auch der Dodgeball-Beach-Cup abgesagt werden. 2021 sollen die Großevents aber stattfinden. Die Planungen laufen.

Seit genau einem Jahr hat die Pandemie die Welt fest im Griff. Im Münsterland wurden schon erste Sommerveranstaltungen – zum Beispiel Schützenfeste – auch für dieses Jahr abgesagt. Doch Hendrik Kemper und Martin Bienhüls, Organisatoren des Dodgeball-Beach-Cups, sowie Hermann Niemeier und Bernd Ellerkamp, Veranstalter des Karpaten-Festivals, wollen Mut machen und den Kopf noch nicht in den Sand stecken.

Hermann Niemeier (links) und Hendrik Kemper haben die große Hoffnung, dass noch in diesem Jahr Großveranstaltungen stattfinden können.
Hermann Niemeier (links) und Hendrik Kemper haben die große Hoffnung, dass noch in diesem Jahr Großveranstaltungen stattfinden können. © privat © privat

Sie haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder intensiv beraten und sind davon überzeugt, dass „noch alles drin ist“ für den Spätsommer 2021. Das sei keine leichtfertige Entscheidung, sondern man habe sie gemeinsam „unter Abwägung ganz unterschiedlicher Faktoren“ getroffen. „Aus unserer Sicht ist die Situation gerade viel zu dynamisch, um sich schon jetzt für oder gegen Events ab Spätsommer 2021 auszusprechen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Viele Events in der Region abgesagt

Vor ziemlich genau einem Jahr haben die Teams rund um den Dodgeball-Beach-Cup und des Karpaten-Festivals sämtliche Aktivitäten ihrer Events eingestellt. Keine einfache Entscheidung. „Wir haben im vergangenen Frühjahr unter Tränen unsere Veranstaltungen abgesagt und unseren Gästen, Lieferanten und Partnern erklärt, dass wir bis auf Weiteres erst mal keine Events durchführen werden“, schreiben Hendrik Kemper und Hermann Niemeier. Die Pandemie habe die gesamte Branche von 100 auf 0 heruntergefahren.

Dass sich nun zum Frühsommer 2021 durch hochwirksame Impfstoffe und Antigentests die Situation langsam entspannen könnte, ist aus ihrer Sicht möglicherweise ein „Game-Changer“ für Events. Hermann Niemeier betont: „Es gibt gerade sehr viele verschiedene Faktoren, die sich bis Ende des Sommers noch bewegen können. Es wäre ein völlig falsches Signal, jetzt aufzugeben und das Jahr 2021 komplett abzuschreiben.“

Allerdings sagt er auch: „Ebenso falsch ist es aber, unbedingt an Veranstaltungen festzuhalten.“ Bei Hendrik Kemper überwiegt der Optimismus: „Es spricht vieles dafür, dass wir im Spätsommer eine völlig andere Situation haben als jetzt im Höhepunkt der Pandemie.“

Hoffnung auf schnelle Impfungen

Die beiden Veranstalter hoffen, dass die Politik nun die richtigen Hebel in Bewegung setzt. „Spätestens im April werden wir in Deutschland deutlich mehr Impfdosen zur Verfügung haben als nach derzeitigem Konzept verimpft werden können. Die Politik muss nun daran arbeiten, dass wir einen Impf-Turbo einlegen“, heißt es in der Mitteilung.

„Die verfügbaren Impfstoffe sind wahrscheinlich der einzige Weg aus der Pandemie. Als Veranstalter mit großer lokaler Reichweite werden wir unseren Beitrag leisten und dabei helfen, unsere Zielgruppe – dort wo nötig und möglich – aufzuklären“, so Kemper.

Einen Neustart mit Sommerfestival planen die Karpaten-Veranstalter.
Einen Neustart mit Sommerfestival planen die Karpaten-Veranstalter. © privat © privat

Als weiteres wichtiges Instrument, auch für die Veranstaltungsbranche, betrachten sie die Antigen-Schnelltests. „Sofern sie intelligent und sicher eingesetzt werden, könnten sie eine sehr wichtige Rolle in zukünftigen Hygienekonzepten spielen. In den Niederlanden laufen dazu schon im März erste, von der Regierung unterstützte Pilotprojekte“, heißt es dort.

„Es gibt viele kluge Konzepte“

Hermann Niemeier und Hendrik Kemper fassen zusammen: „Aus der Branche gibt es bereits einige kluge Konzepte und Lösungsansätze, die den Behörden als Orientierungsrahmen für die Genehmigung von Veranstaltungen dienen könnten. Für die Veranstaltungswirtschaft muss die Politik nun klare Rahmenbedingungen schaffen, damit wir auf dieser Basis weiterplanen können.“

Nach derzeitigem Stand halten die Veranstalter an dem Termin für den Dodgeball-Beach-Cup am zweiten Augustwochenende fest. „Es wäre Stand heute auch viel zu früh, unser Event ohne fundierte Begründung abzusagen. Da momentan niemand sagen kann, wie die Situation im August aussehen wird, bleibt es unser unternehmerisches Risiko, dass wir an dem Termin festhalten. Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass wir in Deutschland im Spätsommer eine ganz andere Situation vorfinden werden als jetzt zu Beginn des Jahres. Sollten Open-Air Veranstaltungen – im Zweifel mit Impf- oder Testnachweis – wieder möglich sein, sind wir dabei“, sagt Hendrik Kemper.

Neustart für Karpaten-Festival geplant

Das Karpaten-Festival hingegen wird es zum traditionellen Termin in der Zeit zwischen Ostern und Mai auch 2021 nicht geben. Diese Entscheidung haben die Veranstalter schon im Herbst 2020 getroffen (wir berichteten).

Hermann Niemeier sagt dazu: „Wir haben sehr vielversprechende Pläne für eine Spätsommerauflage des Karpaten-Festivals ausgearbeitet.“ Als einziges Event im Münsterland erhalten die Organisatoren konzeptionelle Unterstützung und Ideen von der Bundesinitiative „Neustart Kultur für Festivals“.

„Für Details ist es eigentlich zu früh, aber man kann schon verraten, dass es einen Mix aus Open-Air- und Indoor-Bereichen, einer Festivalbühne, spannende Acts, Kleinkunst und Streetfood geben wird“, sagt Niemeier.

Parallel gibt er mit seinem Team jetzt schon „Vollgas“ für das 60-jährige Bestehen des Karpaten-Festivals, das ab Ostern 2022 groß gefeiert wird. „Wir beobachten die Lage weiterhin sehr genau und sind sicher wieder mit dabei, sobald es die Rahmenbedingungen zulassen.“

In einem zentralen Punkt sind sich Hendrik und Hermann Niemeier aber auch einig: „Es wird bei uns keine Experimente geben. Unsere Veranstaltungen wird es in 2021 nur geben, wenn es dazu ein sicheres Konzept ohne Masken und Mindestabstand gibt, bei dem die Menschen auch sorglos feiern können.“

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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