Die neue Coronaschutzverordnung bringt grundlegende Änderungen mit sich. © Pixabay
Coronavirus

Inzidenzstufen fallen weg: Mehr Freiheiten für GGG-Personen

Viele Neuinfektionen, steigende Inzidenz – das Infektionsgeschehen im Kreis Borken bleibt dynamisch. Und doch bekommen GGG-Personen schon sehr bald deutlich mehr Freiheiten zurück.

Das Infektionsgeschehen im Kreis Borken bleibt dynamisch. Die Zahl der Neuinfektionen steigt ebenso wie die Inzidenz kontinuierlich in die Höhe – seit Wochen. Und doch: GGG-Personen bekommen noch diese Woche Freiheiten zurück.

Das kam überraschend. Während man im Kreishaus in Borken Anfang der Woche angesichts einer Inzidenz von über 50 noch damit rechnete, ab Freitag (20. August) mit Inkrafttreten der neuen Coronaschutzverordnung des Landes wohl wieder in Inzidenzstufe-2 eingestuft zu werden, kommt jetzt alles ganz anders.

Inzidenzstufen fallen weg

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann verkündete nämlich auf einer Pressekonferenz am Dienstagmittag (17. August), dass Inzidenzstufen zukünftig keine Rolle mehr spielen sollen.

„Wir sind froh, dass die neue Verordnung schon heute veröffentlicht wurde. So haben wir Zeit, bis zum Inkrafttreten noch alle etwaigen Fragen klären zu können“, ordnet Kreis-Pressesprecherin Ellen Bulten das Ganze auf Anfrage ein.

In der neuen Coronaschutzverordnung, die übrigens um ein Vielfaches kürzer ausfällt als die aktuelle und zunächst bis zum 17. September 2021 gilt, werden Inzidenzstufen also nicht mehr verankert sein.

Neue Kennzahlen gibt es allerdings derzeit (noch) nicht. R-Wert und Belegung der Intensivbetten sollen in NRW wohl aber fortan entscheiden.

Schaut man da auf die Situation der Krankenhäuser im Kreis, die Covid-19-Patienten betreuen, ist die Situation aktuell „entspannt“. Sieben Corona-Patienten werden derzeit im Klinikum Westmünsterland (Krankenhäuser in Ahaus, Bocholt, Borken und Stadtlohn) und im St. Antonius-Hospital Gronau stationär behandelt, zwei davon auf Intensivstationen.

Ab Freitag gilt im Kreis das 3G-Prinzip

Nur, was genau gilt jetzt ab Freitag? Es gibt nur noch einen Inzidenzwert, der das Greifen von strengeren Maßnahmen auslöst: 35. Genau das ist aktuell im Kreis Borken und sogar landesweit der Fall. Dabei gilt aber das 3G-Prinzip – getestet, genesen oder geimpft.

Nur 3G-Personen bekommen somit Freiheiten zurück. Doch trotz dieser Neuerung gilt auch für diese Personengruppen nach wie vor die Maskenpflicht in Innenräumen sowie Bussen und Bahnen.

Einschränkungen für Ungeimpfte

Ungeimpfte hingegen benötigen ab Freitag für den Besuch der Innengastronomie einen gültigen und negativen Schnelltest. Selbiges gilt für den Besuch von Veranstaltungen. Für den Disco-, Hochzeits-, Partybesuch benötigen Ungeimpfte sogar einen negativen PCR-Test.

Für den Besuch von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen gilt die „3G-Regel“ laut Ministerium generell – also nicht erst ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35.

Mit diesen Ankündigungen hat sich gleichzeitig das Dilemma erledigt, dass Kommunen im Kreis Borken wie aktuell Südlohn und Legden mit null Infizierten (Stand 17. August) unter der hohen Kreisinzidenz, die momentan vor allem durch viele Neuinfektionen in Gronau befeuert wird, „mitleiden“.

Denn genau das war bei dem bisher gültigen Stufenplan der Landesregierung mit seinen unterschiedlichen scharfen Einschränkungen und ohne 3G-Ausnahmen der Fall. Ellen Bulten formuliert es so: „Die neue Regelung vereinfacht die ganze Sache natürlich.“

Über den Autor

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.