Ein großer Teil der Neuinfektionen ist unter den Reiserrückkehren nach Ende der Sommerferien zu finden. Es folgen Infektionen im privaten Bereich. © picture alliance/dpa
Corona-Infektionen

Inzidenz steigt stark: Zwei Infektionsquellen stechen dabei besonders hervor

Sprunghaft auf 58,2 ist am Donnerstag die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Borken gestiegen. Die Entwicklung bestätigt eine Analyse der jüngsten Zahlen. Auch der Schulstart spielt eine Rolle.

Noch am Mittwoch schien sich die Lage zu entspannen. Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Borken war auf gut 45 gesunken. Doch von Entspannung konnte schon am Tag darauf keine Rede mehr sein: Im Laufe des Donnerstags wurden 73 Neuinfektionen durch das Kreisgesundheitsamt festgestellt. insgesamt waren damit 399 Personen mit dem Coronavirus infiziert.

Die Folge: Die Inzidenz stieg wieder sprunghaft auf 58,2. Das Gros der Neuinfektionen fiel auf Gronau, keine Kommune im Kreis Borken war am Freitag mehr coronafrei. „Einen wirklichen ‚Hotspot‘ gibt es nicht“, berichtet Ellen Bulten von der Kreispressestelle auf Nachfrage der Redaktion.

Mitunter spricht das Robert-Koch-Instituts (RKI) offen vom Beginn der vierten Welle – und damit deutlich früher als im vergangenen Sommer. Und speziell in Nordrhein-Westfalen steigt die Zahl der gemeldeten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner und Woche stetig weiter. Am Freitagmorgen lag die Inzidenz landesweit bei 83,4, am Vortag stand der Wert noch bei 71,6. Innerhalb eines Tages kamen 4008 neue Corona-Infektionen hinzu, sechs neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus wurden gemeldet.

RKI: Vierte Welle hat begonnen

Der Kreis Borken steht mit seiner Entwicklung also nicht alleine dar. Mittlerweile haben 14 Kreise oder kreisfreie Städte gar die Wocheninzidenz von 100 überschritten. Unter dem Wert von 35 lag nur noch Kleve mit 30,7, selbst der Kreis Coesfeld hat mittlerweile diese wichtige Schwelle übertroffen, die Stadt Münster „kratzt“ an der 50. Beide Regionen im Regierungsbezirk Münster galten jüngst noch als Modellregionen.

„Ein großer Teil der Infektionen ist auf Reiserückkehr zurückzuführen, darüber hinaus handelt es sich vielfach um Folgeinfektionen innerhalb von (großen) Familien oder im engen privaten Umfeld“, sieht Ellen Bulten eine Entwicklung im Kreis. Infektionen bei Reiserückkehrern und im privaten Bereich hatte auch die Analyse der Zahlen durch den Kreis vom Donnerstag als häufigste Infektionsquellen ausgemacht. Gerade im privaten Bereich schlage die Deltavariante durch, diese sorge für rasche Folgeinfektionen. Den Schwerpunkt der Neuinfizierten (60 Prozent) bilden Menschen, die 40 Jahre und jünger sind.

Schulstart kann eine Rolle spielen

Ellen Bulten blickt dabei auch auf den Schulstart: „Der Schulbeginn und die damit verbundenen Tests spielen eine Rolle: Vom Alter her ist auch ein gewisser Teil Schüler dabei.“ Vielfach fehlten auch valide Quellen. „Tatsächlich können viele Infizierte sich und entsprechend dem Gesundheitsamt nicht erklären, woher die Infektion kommen könnte“, so Ellen Bulten. Betroffen seien vor allem Städte und Gemeinden im Nordkreis.

Mehr als verdoppelt hat sich parallel die Zahl der Corona-Patienten im Klinikum Westmünsterland: Dort werden derzeit 5 Patienten behandelt, es liegt aber weiterhin kein Patient auf der Intensivstation.

Die Impfquote bei den Erstimpfungen lag im Kreis Borken am Freitag bei 70,74 Prozent, was deutlich über dem Bundesschnitt liegt – ähnlich sieht es beim Testverhalten im Kreis aus. Vollständig geimpft sind 65,69 Prozent der Menschen, 25 Prozent der 12- bis 17-Jährigen haben bereits den vollen Impfschutz. Bei den über 60-Jährigen sind dies schon 91,6 Prozent.

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