Für das grenzüberschreitende Dienstleistungszentrum suchen die Städte Vreden und Winterswijk jetzt Investoren und Nutzer. © Markus Gehring
Grenzüberschreitendes Dienstleistungszentrum

Investoren und Nutzer gesucht: Wer möchte direkt auf der Grenze arbeiten?

Arbeiten auf der Grenze, mit Vorteilen aus beiden Ländern. Das soll das grenzüberschreitende Dienstleistungszentrum ermöglichen. Die Stadt Vreden sucht einen Investor, damit die Idee Realität wird.

Nach mehr als zehn Jahren Planung wird es nun konkret. Die Stadt Vreden und die Gemeente Winterswijk suchen einen Investor oder eine Investorengruppe für das grenzüberschreitende Dienstleistungszentrum. Wir haben Fragen und Antworten zum Thema zusammengestellt.

Was genau ist das grenzüberschreitende Dienstleistungszentrum?

Eigentlich genau das, was der Name besagt. Es handelt sich um ein Bürogebäude, das direkt auf der Grenze zwischen Vreden und Winterswijk gebaut werden soll. „Es wird zwei Adressen haben, eine deutsche und eine niederländische“, sagt Joachim Hartmann, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung. Eine Eingangstür wird in Deutschland sein, eine in den Niederlanden und wer über den Flur läuft, überschreitet dabei auch mal die Grenze.

Wer soll dort mal arbeiten und warum hätte das Vorteile?

Eine Festlegung auf eine bestimmte Branche gibt es nicht. Unternehmen sollen in dem Dienstleistungszentrum Büros anmieten können und somit quasi gleichzeitig in beiden Ländern arbeiten.

Das hat durchaus Vorteile, wie Joachim Hartmann berichtet. „Wir haben mit Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern gesprochen. Die halten es für eine große Chance, denn die Unternehmen können so die Vorteile beider Länder nutzen, zum Beispiel im Arbeits- und Sozialrecht.“

Was wäre die Aufgabe des Investors?

Das Modell sieht vor, dass ein Investor oder eine Investorengruppe das Grundstück von der Stadt Vreden und der Gemeente Winterswijk kauft. „Wir suchen jemanden, der das Dienstleistungszentrum baut und dann die Büros vermietet“, sagt Joachim Hartmann.

Das Grundstück, das beide Kommunen gemeinsam zurzeit zum Kauf anbieten, ist insgesamt fast 13.000 Quadratmeter groß. Vreden und Winterswijk haben sich auf einen Kaufpreis von 50 Euro pro Quadratmeter geeinigt. Darüber gab es durchaus Diskussionen. „In den Niederlanden gibt es keine Gewerbesteuer. Die Kommunen haben also kein Eigeninteresse, Gewerbeflächen auszuweisen, und dadurch gibt es wenig Flächen. Das sorgt dafür, dass die Preise in den Niederlanden deutlich höher sind als in Deutschland“, berichtet Joachim Hartmann.

Im Schnitt koste eine Gewerbefläche dort 100 Euro pro Quadratmeter, in Vreden sind es teilweise nur 25 Euro.

Wie alt ist die Idee schon?

Zehn Jahre. „Die Ausgangsidee war, das Industriegebiet Gaxel grenzübergreifend zu entwickeln“, sagt Hartmann. Daraus sei aus verschiedensten Gründen bislang nichts geworden. Doch an den Plänen für das Dienstleistungszentrum wurde ständig gearbeitet.

Welche Herausforderungen gab es bisher?

Den Bebauungsplan zu erstellen, war nicht ganz einfach. Auf deutscher Seite ist der Plan seit November 2020 rechtskräftig. In den Niederlanden gibt es inzwischen ebenfalls einen gültigen Plan, nachdem er sogar vor dem höchsten niederländischen Gericht bestanden hat.

„Wir mussten uns natürlich fragen: Was machen wir, wenn es in beiden Ländern unterschiedliche Vorgaben gibt? Unsere Entscheidung: Wir nehmen die jeweils strengere“, erklärt Joachim Hartmann. Die Mitarbeiter der beiden Kommunen mussten sich also intensiv mit den Regelungen im jeweiligen Nachbarland beschäftigen. Der Investor wird in beiden Ländern eine Baugenehmigung beantragen müssen.

Wo können sich Interessenten melden?

Interessenten können sich bis zum 16. März bei der Stadt Vreden melden. Weitere Informationen gibt es auf der Internet-Plattform Tender-Ned (tenderned.nl). In der ersten Phase müssen mögliche Investoren noch keine konkreten Pläne vorlegen. Die endgültige Vergabe soll im September 2021 erfolgen. Auch interessierte Nutzer für die Büroräume können sich bei der Stadt melden.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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