In der Teufelsschlucht zeigt sich die unbändige Macht der Natur

dzZu Hause in Vreden

Unsere Serie „Zu Hause in“ führt uns dieses Mal in die Teufelsschlucht zwischen Vreden und Stadtlohn. Bei einer Wanderung zeigen sich viele Besonderheiten der Natur.

Vreden

, 23.09.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Teufelsschlucht, ein Abschnitt der Berkel zwischen Vreden und Stadtlohn, ist zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ausflugsziel. Meine Wanderung durch das Wald- und Auengebiet der Berkel führt von der Vredener Bauerschaft Kleinemast bis in die Nachbarstadt Stadtlohn.

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Der Name Teufelsschlucht ist wohl im Volksmund durch die urwüchsige Naturschönheit von freigelegten Baumwurzeln, Uferabbrüchen, Anlandungen und dem kleinen Bach entstanden, der bei seiner Mündung in die Berkel tiefe Einschnitte in das Gelände gegraben hat, die schließlich in einer Schlucht enden. Von dieser Schlucht, mit steil abfallenden Terrassen, hat jeder Spaziergänger eine wunderschöne Aussicht auf die Berkel und das Naturschutzgebiet Berkelaue II.

An einem Spätsommertag bin ich mit dem Fahrrad durch Vreden bis nach Kleinemast zum Hof Schemmick geradelt. Kurz vor der Einfahrt zur Teufelsschlucht parken einige Autos. Das Waldgebiet ist für Besucher von nah und fern ein beliebtes Ziel für einen Familienspaziergang oder eine große Gassirunde mit dem Hund. Ich fahre mit dem Rad auf dem Waldweg geradeaus, bis ich am beliebten Aussichtspunkt der Teufelsschlucht ankomme.

Bizarre Baumwurzeln regen die Fantasie an

Die bizarren Baumwurzeln der Eichen am ausgetrockneten Bachbett regen meine Fantasie an: es könnte sich nicht um Wurzeln, sondern um eingetrocknete Riesenspinnen handeln. Als ich das Berkelufer erkennen kann, stelle ich mein Fahrrad ab, klettere hoch und blicke von oben zum sandigen Bett der Berkel.

Die Teufelsschlucht ist mit seinen freigelegten Baumwurzeln, Uferabbrüchen und Anlandungen ein beliebtes Ausflugsziel.

Die Teufelsschlucht ist mit ihren freigelegten Baumwurzeln, Uferabbrüchen und Anlandungen ein beliebtes Ausflugsziel. © Anne Rolvering

„Wunderschön, dass die Berkel hier nicht begradigt wurde, sondern ihre ursprüngliche Form behalten durfte,“ denke ich und erinnere mich daran, dass ich schon als Kind von diesem Ort fasziniert war. Genauso wie heute , wenn sich Kinder und Erwachsene ins Gras setzen, das Rauschen der Blätter in den Bäumen genießen und sich vorstellen, wie es wäre, sich mit einem erfrischenden Bad im klaren Wasser der Berkel abzukühlen.

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Als ich vor einiger Zeit an diesem Ort war, veranstalteten Pfadfinder dort Ferienspiele und suchten nach Schätzen im Wald. Eine Waldkindergruppe traf sich in der Vergangenheit täglich an der Teufelsschlucht, zu abenteuerlichen Spielen mitten in der Natur. Aus abgebrochenen Ästen bauten die Mädchen und Jungen Waldhütten, von denen die Ausflügler in der Teufelsschlucht auch heute eine bestaunen können.

Leichter Wanderweg mit vielen Besonderheiten

Nach einer kurzen Rast geht es für mich links auf dem Wanderweg oberhalb der Auenlandschaft der Berkel durch das Waldgebiet weiter Richtung Stadtlohn/Wenningfeld. Immer wieder verzaubern mich die romantischen, steil abfallenden Terrassen der Berkelaue. Die Wanderwege sind leicht begehbar und führen mich durch einen Mischwald bis zu einem Marienbildstock, der unter einer mächtigen Eiche steht.

Der beliebte Aussichtspunkt „Teufelsschlucht“ an der Berkel in Kleinemast zieht Besucher von nah und fern an.

© Anne Rolvering

Weiter oberhalb der Berkel entdecke ich entlang des Weges Buchen- und Nadelhölzer. Am Rand des Weges wachsen Farne, Brombeeren und viele Wildkräuter. Einige von ihnen kenne ich, die anderen sind bestimmt Raritäten.

Seltene Vögel und Pflanzen fühlen sich in der Teufelsschlucht wohl

Im Naturschutzgebiet Berkelaue II der Teufelsschlucht gibt es laut der dort befindlichen Hinweistafel viele seltene Vögel, Tiere und Pflanzen. Neben dem Eisvogel kann der Wanderer mit Glück die Gebirgsstelze, einen Zwergtaucher, Flussuferläufer oder Waldwasserläufer an den Uferflächen der Berkel entdecken. Sumpf- und Teichrohrsänger sollen dort ebenfalls beheimatet sein. Ich höre den vielen Vogelstimmen des Waldes zu und entdecke einige Wildenten im Wasser der Berkel.

Bei der Wanderung durch die Teufelsschlucht in Richtung Stadtlohn gelangt man an eine Brücke (Funder).

Bei der Wanderung durch die Teufelsschlucht in Richtung Stadtlohn gelangt man an eine Brücke (Funder). © Anne Rolvering

Über eine kleine Brücke, einem „Funder“, unter der im Frühjahr eine Gebirgsstelze brütet, erreiche ich die letzte Etappe des Wanderweges X9, der über den Stadtlohner Bockwinkel zur Hünenburg verläuft. Kurze Zeit später entdecke ich die ersten Häuser von Stadtlohn und entschließe mich, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für mich ist, den Rückweg anzutreten. Mein Fahrrad steht ja noch am Aussichtspunkt der Teufelsschlucht. An diesem schönen Platz möchte ich meine Abschlussrast einlegen.

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