Gelbe Tonnen und unterirdische Container könnten Müllproblem in der Innenstadt lösen

dzVredener Innenstadt

Bewohner der Vredener Innenstadt verpacken ihren Müll häufig in gelben Säcken. Wenn die von Vögeln aufgepickt werden, verteilt sich der Abfall in den Straßen. Es gibt Lösungsvorschläge.

Vreden

, 17.07.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Säcke voller Müll liegen an den Straßenrändern in der Innenstadt, es ist Müllabfuhr-Tag. Nur vereinzelt stehen einige gelbe Tonnen dazwischen. In der Innenstadt dürfen die Anwohner wählen zwischen einer Tonne oder den Säcken. Das möchten einige Anwohner und Immobilienbesitzer ändern. Im Namen der Teilnehmer des Quartiergesprächs Wüllener Straße und Domhof hat Apotheker Michael Göring den Antrag gestellt, die gelben Säcke grundsätzlich durch gelbe Tonnen zu ersetzen.

„Da die gelben Säcke leider immer wieder Speisereste enthalten, sind sie ein Anziehungspunkt für Ratten und anderes Ungeziefer sowie Vögel“, heißt es zur Begründung in dem Antrag. „Das Problem tritt in Wellen auf“, konkretisiert Michael Göring, der auch für die CDU Mitglied im zuständigen Fachausschuss ist, im Gespräch mit der Redaktion. „Wenn Vögel die Säcke zerreißen, verteilt sich der Dreck in der Innenstadt. Vor allem im Herbst oder sonst, wenn es windig ist.“

Anwohner dürfen wählen zwischen gelber Tonne und gelbem Sack

Das Problem ist der Verwaltung bekannt. „Wir teilen die Bedenken, was die aktuelle Situation angeht“, sagte der Erste Beigeordnete Bernd Kemper in der Sitzung der Bau-, Planungs- und Umweltausschusses. Trotzdem möchte die Verwaltung die gelben Säcke nicht abschaffen. „Aus Erfahrung lässt sich sagen, dass für viele Bürger aufgrund von Platzmangel die Aufstellung von gelben Tonnen nicht möglich ist“, heißt es in der Vorlage.

„Die Bürger haben in der Innenstadt derzeit die Wahlmöglichkeit zwischen Tonne und Sack. Das möchten wir beibehalten“, meinte Bernd Kemper. So sahen es auch die Kommunalpolitiker. Sie merkten aber auch an, dass viele Bürger davon vielleicht gar nichts wissen. Deswegen soll die Verwaltung nun noch einmal über diese Wahlmöglichkeit informieren und in ein paar Monaten berichten, wie viele Bürger sich daraufhin doch für eine Tonne entschieden haben.

Möglichkeiten für unterirdische Container werden geprüft

Damit stimmte der Ausschuss einem neuen Antrag von Apotheker Michael Göring (CDU) in der Sitzung zu. Außerdem soll die Verwaltung den Einsatz von Unterflursystemen am Bremer Platz prüfen.

Bei diesem System werden Container in der Erde versenkt. An der Oberfläche gibt es eine Einwurfsäule, durch die die Bürger ihren Müll entsorgen können. Damit das auch wirklich nur Anwohner der Innenstadt tun, wird ein Chip oder Schlüssel benötigt. Diese sogenannten Unterflursysteme gibt es für alle möglichen Arten von Abfall: Papier, Restmüll, Bioabfall, Wertstoffe, aber auch Glas.

„Das ist eine alternative und unauffällige Variante zum Sammeln von Abfällen. Außerdem sind sie barrierefrei auch für Rollstuhlfahrer oder Personen mit Rollator erreichbar und auch Kinder und kleinwüchsige Personen können das System nutzen“, so Michael Göring. Den Anwohnern geht es hier auch um das „unschöne Bild“, das zum Beispiel die oberirdischen Glascontainer am Bremer Platz abgeben.

Verwaltung macht sich Sorgen wegen der Kosten

Die Verwaltung sieht das Ganze durchaus kritisch, vor allem wegen des finanziellen Aspekts. „Das Platzproblem durch Unterflursysteme zu beseitigen wird als sehr problematisch angesehen, da voraussichtlich hohe Kosten entstehen und fraglich ist, ob diese von den jeweiligen Grundstückseigentümern oder von der Stadt Vreden und somit von den Steuerzahlern getragen werden“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Die Kommunalpolitiker fanden die Idee aber durchaus interessant und beauftragten die Verwaltung, die Möglichkeiten zu prüfen.

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