Erste Ausstellung im renovierten Berkelkraftwerk mit „Graphischen Zyklen“

dzBerkelkraftwerk

Der Vredener Kunstverein kann seine Ausstellungen endlich wieder im Berkelkraftwerk veranstaltet. Zu sehen sind die Werke von Daniela Schlüter rund um das Thema Zyklen.

Vreden

, 28.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Zusammenhalt der Kultureinrichtungen in Vreden zeigte sich am Samstag auf erfrischend neue Weise. Die Vernissage zur Ausstellung „Graphische Zyklen“ der Südlohner Künstlerin Daniela Schlüter fand im Foyer des Kult statt. Die Ausstellung konnte dann im frisch renovierten Berkelkraftwerk gegenüber unter Coronabedingungen besichtigt werden.

Wegen der Corona-Pandemie fand die offizielle Eröffnung im Kult statt.

Wegen der Corona-Pandemie fand die offizielle Eröffnung im Kult statt. © Elvira Meisel-Kemper

Darüber freuten sich nicht nur die stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Albers in ihrem Grußwort, sondern auch Bernd Sikora, der Vorsitzende des Kunst- und Kulturkreises als Veranstalter, in seiner Einführung.

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„Sie hat ein großes Arsenal an Materialien. Daraus schöpft sie wie aus einem Steinbruch“, umschrieb Sikora die Arbeitsweise von Daniela Schlüter. Tiere wie der Rabe, Fische oder der Hahn integriere sie in ihre Werke als Zeichen für den Wandel der Zeiten. „Der Rabe ist ein altes mythologisch belegtes Symbol. Fische und der Hahn haben nicht nur christliche Bedeutungen“, so Sikora.

Stühle vor den Kunstwerken laden dazu ein, die Bilder in Ruhe zu studieren.

Stühle vor den Kunstwerken laden dazu ein, die Bilder in Ruhe zu studieren. © Elvira Meisel-Kemper

Für die genauere Betrachtung der vielen Details bei größeren Arbeiten standen Stühle vor den Werken, denn im Schnelldurchlauf könne man ihre Arbeiten nicht erfassen. Ihre „konzentrierte Bildsprache“ zeige sich nicht nur in linearen Elementen, sondern in den vielen kleinen Details, die sie nicht nach klassischen Kompositionsmustern anordne, ergänzte Sikora. Dabei kombiniere sie die verschiedenen Zeitebenen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Daniela Schlüter hat beeindruckenden Lebenslauf

Mit den Zeiten setzte sich Helena Hartmann in ihrer eindrucksvollen Performance auseinander. Im Kreis platzierte sie drei Metronome und zwischendrin drei akustische Taktgeber. Mit einer Wort-Lautmalerei und einem kreisrunden Kostümkragen dekoriert spielte sie mit den Worten Kreis und Zeit. „Stillstand ist eine Erfindung der Zeit“, war einer der Sätze daraus.

Helena Hartmann inspirierte mit einer Darbieten zum Thema Kreise.

Helena Hartmann inspirierte mit einer Darbieten zum Thema Kreise. © Elvira Meisel-Kemper

Stillstand gab es in der Kunst und im Leben von Daniela Schlüter bestimmt nicht. Nach dem Studium in Münster und ihrem Abschluss in Montreal/Kanada hat sie zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland machen können. Ebenso hat sie internationale Auszeichnungen für ihre Kunst bekommen. Nach einer Professur in New York ist sie seit 2008 Professorin an der University of Alberta in Edmonton/Kanada.

Ältere Werke zeigen klaren Kontrast zur heutigen Kunst

„Halb wissend und halb unwissend wird der Betrachter zum Detektiv und Zeugen seiner eigenen Vergangenheit, Gegenwart und potenziellen Zukunft“, konnte der Besucher in der Ausstellung lesen. Das passt zu dem Erlebnis der Arbeiten, die die Künstlerin meistens als Zyklus entwickelt.

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Zwei Arbeiten sind bereits vor 20 Jahren entstanden. Sie zeigen den Kontrast zu dem, was Schlüter heute formuliert. „Ich möchte ein Zitat aus der Vergangenheit in die Gegenwart nehmen. Wunden der Gesellschaft habe ich immer schon in meiner Kunst gezeigt. Das sehen wir auch durch Corona. Und Kriege gab es immer schon“, umschrieb die Künstlerin ihre neueren Arbeiten.

Ausstellung sonntags und an Feiertagen geöffnet

Manches wirkt wie Segmente, die sie aus größeren Zusammenhängen wie eine Collage zusammenfügt. Linien durchkreuzen oder verbinden die Segmente. Es ist keine Kunst, die man schnell konsumieren kann. Die Stühle zum Verweilen stehen nicht nur vor zwei großformatigen, neueren Werken, sondern finden sich auch als Segmente in diesen Bildern wieder. Es ist eine aussagestarke, inhaltsreiche Kunst, für die sich der Betrachter Zeit nehmen sollte, um sie zu erfassen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 8. November im Berkelkraftwerk zu sehen. Öffnungszeiten sind an Sonn- und Feiertagen 14 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung unter Tel. (02564) 33551.

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