Eklat im Ausschuss: Buhrufe, Vorwürfe, Zwischenrufe und Strafanzeigen gegen Markus Bußmann

dzSpinnerei in Vreden

Markus Bußmann durfte wegen eines Hausverbotes nicht zur Ausschusssitzung am Donnerstagabend kommen. Dabei war er das Hauptgesprächsthema. Es ging emotional hoch her.

Vreden

, 08.11.2019, 14:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Buhrufe, Drohmails, Strafanzeigen, ungenehmigte Audioaufnahmen, ein Hausverbot, Zwischenrufe, geschockte und verärgerte Zuschauer: Die Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses am Donnerstagabend hatte es in sich.

Grund für die Eskalation ist eine Drohmail, die Markus Bußmann vom Verein „Neue Spinnerei Vreden“ an das Unternehmen Stroetmann, Eigentümer des Geländes, geschickt hat. Diese Mail hat der Stroetmann-Geschäftsführer Max Stroetmann in der Ausschusssitzung vorgelesen.

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Ein Raunen ging durchs Publikum, Vereinsmitglieder beteuerten direkt, dass sie von dem genauen Wortlaut nichts wussten. Eine zweite Mail vom nächsten Morgen, in der Markus Bußmann erklärt, dass das alles natürlich nicht ernst gemeint sei, wurde nicht vorgelesen.

Bürgermeister berichtet von weiteren Fehltritten

Doch es kam noch dicker. Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch berichtete von weiteren Ausfällen von Markus Bußmann. Dabei ging es allerdings nicht um das Projekt „Neue Spinnerei“, sondern um die Erweiterung des Netto-Marktes an der Ottensteiner Straße. Markus Bußmann ist Eigentümer der Fläche und verpachtet es an den Discounter.

Zu diesem Thema gab es ein Gespräch zwischen Markus Bußmann und Mitarbeitern des Rathauses. Danach soll Markus Bußmann per Mail mitgeteilt haben, dass es eine Audioaufzeichnung des Gespräches gibt. „Dem hat niemand zugestimmt“, sagte Christoph Holtwisch.

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In einer späteren Mail hat Markus Bußmann erklärt, dass es diese Datei nie gegeben habe. Es sei ein „Bluff“ gewesen, eine „Luftnummer“. Trotzdem hat die Stadt Strafanzeige wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes gegeben.

Zudem habe Markus Bußmann laut Bürgermeister eine Mail an Mitarbeiter der Stadt geschickt, in der es heißt: „Bleiben Sie korrekt, dann wird auch nichts passieren.“

Applaus für die eine, Buhrufe für die andere Seite

Christoph Holtwisch und Max Stroetmann ernteten für ihre Ankündigungen, dass Anzeige erstattet wurde, und für ihre scharfen Worte Richtung Markus Bußmann Applaus vom Publikum. Die Vereinsmitglieder hingegen bekamen nach ihrem Vortrag Buhrufe zu hören.

Der Verein durfte in der Sitzung die Planungen und Ideen für die alte Spinnerei Huesker vorstellen. Mano Siehoff, Hans-Georg Schepers und Jörg Hannemann übernahmen diese Aufgabe. Sie warben für den Erhalt der Spinnerei, sprachen von dem historischen Wert und der Bedeutung des Grundstücks für die Innenstadt.

Keine Diskussion um den Inhalt der eigentlichen Diskussion

Doch um die Sache kümmerte sich in der Sitzung kaum jemand. Die Politiker äußerten sich hauptsächlich zu dem Verhalten von Markus Bußmann. Reinhard Laurich (SPD) machte zudem den Vereinsmitgliedern Vorwürfe: „Sie haben das bis jetzt alles mitgemacht!“

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Aus dem Zuschauerraum heraus versuchte Mano Siehoff klar zu machen, dass der Verein von all dem nicht gewusst habe. Doch der Ausschussvorsitzende Hermann Geesink rief ihn mehrfach zur Ordnung und verbot ihm die Zwischenrufe.

Die nächste Eskalation kam nach der Beendigung des Tagesordnungspunktes. In einer kurzen Pause brüllten Anwohner der Norbertstraße den Vereinsmitgliedern Vorwürfe entgegen. Das alles sei doch gar nicht ihre Angelegenheit, sie sollen sich gefälligst raushalten, hieß es.

Durchaus Kritik an Stroetmanns Plänen

Eine Sache zum Inhalt der ganzen Diskussion wurde dann aber doch noch deutlich: Auch mit den Plänen von Max Stroetmann, auf dem Grundstück ein E-Center und Wohnungen zu errichten, sind längst nicht alle Politiker einverstanden. Viele wünschen sich dort eine reine Wohnbebauung.

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