Ein Zehntel der Vredener Wirtschaftswege muss komplett saniert werden

dzWirtschaftswegekonzept

289 Kilometer Wirtschaftswege gibt es in Vreden. Zehn Prozent davon müssen dringend saniert werden. Durch das neue Wirtschaftswegekonzept wissen Politik und Verwaltung, wo es besonders hakt.

Vreden

, 30.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund zehn Prozent der Wirtschaftswege in Vreden und den Kirchdörfern sind so marode, dass sie komplett saniert werden müssen. Das erklärte Eugen Bitjukov, Geschäftsführer der Gesellschaft für kommunale Infrastruktur, am Montagabend im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss.

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Er hat in den vergangenen Monaten ein neues Wirtschaftswegekonzept für die Stadt erstellt. Das alte Konzept von 2010 wäre von den Fördermittelgebern nicht mehr akzeptiert worden. Wegen der gedrängten Tagesordnung in der letzten Bauausschusssitzung dieser Ratsperiode hatte er dafür aber gerade einmal 15 Minuten Zeit.

Wirtschaftswege in neun verschiedene Kategorien einsortiert

In dem neuen Konzept sind die Wege in neun verschiedene Kategorien unterteilt. Je nach ihrer Nutzung. Unterschieden wird dabei beispielsweise, ob ein Weg ein ganzes Gebiet erschließt oder beispielsweise nur von einer landwirtschaftlichen Fläche zur anderen führt. Auch ist genau erfasst, wie die Wege befestigt sind und in welchem Zustand sie sich aktuell befinden.

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Rund zwei Kilometer der Wirtschaftswege, die in den Plänen verzeichnet sind, konnten die Planer in der Realität überhaupt nicht mehr finden. Eugen Bitjukov beruhigte jedoch direkt: „Das entspricht rund 0,6 Prozent der kompletten Wege und das ist ein sehr geringer Anteil“, sagte er im Vergleich zu anderen Kommunen.

Welche Wirtschaftswege werden saniert, welche fallen weg?

Der Großteil der Wirtschaftswege sei aber in Ordnung oder könne durch einzelne Maßnahmen auf Vordermann gebracht werden. Nur etwa zehn Prozent müssten komplett saniert werden.

Politisch müsse in Zukunft entschieden werden, ob einzelne Wege oder Abschnitte in eine andere Kategorie eingeordnet werden und dann beispielsweise eine andere Fahrbahndecke bekommen oder sogar ganz aufgegeben werden.

Durch das Wirtschaftswegekonzept werden noch keine Sanierungsarbeiten ausgelöst. Über die werden jeweils einzeln der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss sowie der Rat beschließen. Das Konzept dient aber als Grundlage, um überhaupt über Sanierungen zu sprechen und Fördermittel zu beantragen. Eugen Bijukov zeichnete aber ein erstes vorsichtiges Bild: Kurzfristig seien 3,6 Millionen Euro, mittelfristig noch einmal 800.000 Euro und langfristig zusätzliche 2,7 Millionen fällig, um die Wege zu sanieren und umzubauen. „Denn auch der Umbau kostet Geld“, sagte er. Etwa wegen der Entsorgung der alten Straßendecken.

Häuser und Höfe sollen durch Asphaltstraßen erschlossen bleiben

Markus Gebing (CDU) befürwortete das Konzept. Ihm war aber eine Aussage besonders wichtig: „Alle Höfe und Häuser müssen durch asphaltierte Wege erschlossen bleiben“, sagte er. Da müsse der Ausschuss ein klares Zeichen setzen, um Ängste in der Bevölkerung auszuräumen. Damit fand er im Ausschuss breite Zustimmung.

„Die Klarstellung ist rechtlich eigentlich nicht nötig, weil das ohnehin vorgesehen war“, erklärte Fachbereichsleiter Joachim Hartmann. Dennoch sei die Formulierung auch auf Landesebene missverständlich. Daher befürwortete auch er die deutliche Einordnung.

Ohne Beschluss fährt keine Fräse

Gerd Welper (Grüne) betonte, dass durch das Konzept ja noch keine Bauarbeiten beschlossen sind. „Keine Fräse wird fahren, ohne dass wir im Ausschuss und Rat darüber beschließen“, sagte er. Auch er erklärte aber, dass für die Sanierung viel Geld benötigt wird. „Der Zweckverband für die Wirtschaftswege muss kommen. Irgendwo muss schließlich das Geld für die Arbeiten herkommen“, machte er deutlich.

Stephan Bengfort (CDU) lobte vor allem auch die politische Arbeit der vergangenen Jahre in Vreden: „Es gibt Kommunen – auch in der Nachbarschaft – mit deutlich schlechteren Wegen“, sagte er.

Der Ausschuss stimmte schließlich einstimmig für das Konzept. Mit einzelnen Sanierungsmaßnahmen wird sich der neue Bauausschuss beschäftigen müssen.

Eine Karte mit dem Zustand und der Kategorie jedes einzelnen Wirtschaftswegs hat die Stadt Vreden im Ratsinformationssystem veröffentlicht.

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