Dr. Lukas Meiners war bis 2019 Chefarzt der Inneren Medizin am Vredener St.-Marien-Hospital. Hier ein Archivfoto aus dem Dezember 2016. © Julian Schäpertöns (Archiv)
Coronavirus

Ehemaliger Chefarzt des Klinikums: „Ich bin kein Corona-Leugner, aber…“

Dr. Lukas Meiners war bis 2019 Chefarzt am Klinikum Westmünsterland. Der Vredener Mediziner kritisiert die Corona-Maßnahmen aufs Schärfste. Auch mit den Medien geht er hart ins Gericht.

Rund 25 Jahre war Dr. Lukas Meiners Chefarzt der Inneren Medizin am Vredener Krankenhaus, das seit vielen Jahren zum Klinikum Westmünsterland gehört. Als er 2019 in den Ruhestand verabschiedet wurde, sagte Klinikum-Geschäftsführer Holger Winter über ihn: „Als Chefarzt und Mensch war er ein tragendes Fundament für die Klinik.“ Nach seiner beruflichen Laufbahn widmete sich Lukas Meiners anderen Dingen. Er reiste viel und machte Fotos von beachtlicher Qualität auf fast allen Kontinenten dieser Erde. Dann kam Corona.

Im Herbst 2020 fängt der Mediziner an, sich auf seiner Homepage (www.dr-lukas-meiners.de) kritisch über die Maßnahmen der Bundesregierung zu äußern. Form und Stil gleichen einer Generalabrechnung. Die Überschrift: „Ich bin kein Corona-Leugner, aber ich bin zornig.“ In seinen Ausführungen wird die Maske zum Maulkorb, die Schutzverordnung zum Dekret und Corona zur Weltreligion. Lukas Meiners schreibt von Gläubigen und Ungläubigen, die sich bekämpfen – „noch verbal“.

Meiners vergleicht Corona mit Religion

Wie für eine Religion typisch, gebe es eine Ignoranz gegenüber den Argumenten der Wissenschaft. Alles münde in Angst. „Was in der Bibel Fegefeuer und Hölle, sind in der Pandemie Intensivstation und Tod.“ Als Beleg für seine Thesen führt er Statistiken und Studien an – manchmal wird die Quelle genannt, in den meisten Fällen nicht. Den Vergleich zur herkömmlichen Grippe (Influenza) zieht der Vredener Mediziner gleich mehrfach heran. Tenor: Dieses Coronavirus ist eine Krankheit wie viele andere. Die gewählten Maßnahmen sind völlig überzogen. Ein Diskurs fehlt völlig.

Laut Lukas Meiners sind für hohe Zahlen die Tests verantwortlich, eine Übersterblichkeit gebe es nicht. Genauso wenig eine zweite oder dritte Welle. Mit der Politik („versagt auf ganzer Breite“) geht er genauso hart ins Gericht wie mit den Medien („Panikmache“, „gleichgeschaltet, obrigkeitshörig, gesteuert“). Die Betten in den Krankenhäusern seien weitgehend leer, den Trägern bereite das keine Sorgen – im Gegenteil. „Denn sie erhalten tägliche Pauschalen für jedes leere Bett von 560 Euro sowie 50.000 Euro für jedes zusätzlich aufgestellte, meistens leere Intensivbett“, so der Vredener Mediziner.

Offener Brief an Angela Merkel

Im November 2020 unterschreibt er einen Offenen Brief, den mehr als 100 deutsche Ärzte an Bundeskanzlerin Angela Merkel schickten. Hierin finden sich viele Parallelen zu Lukas Meiners Homepage-Eintragungen wieder. Am Schluss stehen mehreren Forderungen. Eine davon: „Wir fordern die sofortige Aufhebung aller Corona-Maßnahmen.“

Auf Anfrage der Redaktion erklärt der Vredener Arzt, dass er zu einer Stellungnahme bereit sei. Wir vereinbaren – auf seinen Wunsch hin – ein Treffen auf neutralem Terrain. Zum Termin erscheint er mit Mund-Nasen-Bedeckung. Ob freiwillig oder unfreiwillig ist unklar, denn im „Kult Westmünsterland“ herrscht Maskenpflicht.

Als sein Blick auf Kamera, Block und Diktiergerät fällt, wird er skeptisch. Freundlich, aber bestimmt stellt der Mediziner klar: „Das ist ein Vorgespräch. Fragen beantworte ich nur schriftlich.“ Eine Stunde unterhalten wir uns, an manchen Stellen wird es emotional. Zum Abschied fragt er, ob er den Bericht vorher gegenlesen dürfe. Das „Nein“ akzeptiert er und steigt auf sein Rad. Vier Tage vergehen, dann schickt er die Antworten.

Herr Dr. Meiners, seit gut einem Jahr bestimmt Corona unseren Alltag. Wie haben Sie den Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 verfolgt?

Mit einer Mischung aus Besorgnis wegen der Schreckensmeldungen um das neuartige Virus und Optimismus dank eines der weltbesten Gesundheitssysteme mit großzügigen Intensivkapazitäten. Wegen der jährlichen saisonalen Grippewellen sind wir auf außergewöhnliche Herausforderungen vorbereitet und besser gerüstet als die meisten europäischen Länder. Gefehlt haben Persönlichkeiten, die der Bevölkerung Ruhe und Zuversicht vermitteln, statt nur Angst und Panik zu verbreiten.

Auf Ihrer Homepage und in unserem Vorgespräch haben Sie erklärt, dass Sie die Entscheidungen der Politik in den ersten vier Wochen weitgehend nachvollziehen konnten. Wann ist es umgeschlagen und warum?

Nach der „ersten Welle“ lagen Zahlen, Statistiken und Studien vor, die Entwarnung möglich machten. Es zeichnete sich ab, dass die strengen Maßnahmen größeren Schaden anrichten könnten als die Krankheitswelle selbst, und es entstanden Zweifel an der epidemischen Lage nationaler Tragweite. Aber es erfolgte keine Korrektur von Maßnahmen, die zur Einschränkung von Grundrechten und zu einem krönenden Lockdown führten, als der sogenannte R-Wert bereits unter 1 gesunken war. Zur Verkündung eines todbringenden Killervirus wurden unerbittliche Bombardements mit Zahlen sowie realitätsverzerrende Bilder eingesetzt. Die Angst der Menschen mündete schließlich in den bekannten Hamsterkäufen und panikartigem Ansturm auf Güter wie Masken und Desinfektionsmittel, die somit knapp wurden. Kritisches Hinterfragen wurde nicht toleriert und mit Corona-Leugnung gleichgesetzt.

Einige Wissenschaftler warnen derzeit vor der „dritten Welle“. Zu Ostern müsse man damit rechnen, dass die berühmt-berüchtigte Inzidenzzahl zwischen 200 und 300 liegen könnte. Sehen Sie die Lage aktuell ähnlich dramatisch?

Die Inzidenzzahl kann durch die Testfrequenz beeinflusst werden, ein PCR-Test wird fälschlicherweise zum definitiven Nachweis einer Infektion herangezogen, CT-Werte und PCR-Fehlerquoten werden nicht genannt. All das beeinflusst aber das Ergebnis von Inzidenzzahlen. Auf nicht-valider Datenbasis können keine validen Folgeberechnungen und Prognosen aufgebaut werden. Die Berechnung kann mit einem einzigen positiven PCR-Test in kleinen Gemeinden einen Inzidenzwert von 100 ergeben, andererseits bei ausreichend Testzahlen das Unterschreiten von Inzidenzgrenzen durch die Falsch-Positiv-Rate unmöglich machen. Auch andere Ziffern wie beispielsweise die Belastung des Gesundheitssystems müssen mit bedacht werden, und da sind wir gut aufgestellt.

Rückblickend: Was hätten Sie im vergangenen Jahr anders gemacht? Gab es Maßnahmen, die aus Ihrer Sicht als Mediziner unsinnig waren?

In erster Linie mehr Augenmaß bei den Maßnahmen und Lernen aus der „ersten Welle“. Im Gegensatz zur Influenza ist das Risiko für Krankheit und Übertragung bei Kindern durch Covid-19 eher gering. Trotzdem wurden Schulschließung und Maskenpflicht im Unterricht angeordnet. Besuchsverbote für Alte, Sterbende und Kranke haben Leid angerichtet. Das Wegsperren alter Menschen, Suizide, der Aufschub notwendiger medizinischer Maßnahmen, Versorgungsengpässe für Drittländer haben Menschenleben gekostet. Todesursachenstatistiken hätten verbessert – Stichwort „Tod an oder mit Corona“ –, Obduktionen früher erlaubt und der Sommer dazu genutzt werden müssen, sich auf den Herbst/Winter vorzubereiten statt 20 Krankenhäuser zu schließen und Intensivbetten abzubauen.

Für wie gefährlich halten Sie SARS-CoV-2? Ist es gefährlicher als das herkömmliche Influenza-Virus?

Die wissenschaftlich evaluierte Sterblichkeitsrate von Covid-19 entspricht der einer schweren Influenza. Auch eine neuerliche Analyse der Übersterblichkeit legt laut Ärzteblatt nahe, dass die COVID-19-Pandemie am Ende des Jahres 2020 etwa das Niveau schwerer Influenzawellen erreicht hat. Der Vergleich schmälert nicht die Gefährlichkeit des SARS-CoV-2, stellt aber eine völlig unterschiedliche strategische Herangehensweise infrage.

Auf Ihrer Homepage schreiben Sie, dass Sie aus den umliegenden Krankenhäusern wüssten, dass es die angekündigte Welle nicht gebe. Sie sprechen von „Stillstand“ und „Langeweile“. Ist das nicht ein Schlag ins Gesicht Ihrer ehemaligen Kollegen, die – meines Wissens nach – ein sehr arbeitsintensives Jahr hinter sich haben?

Die Kolleginnen und Kollegen leisten anstrengende und exzellente Arbeit. Eine Überlastung der Intensivstationen durch Fallzahlen hat es nachweislich in den meisten Krankenhäuern nicht gegeben, sicherlich aber erheblichen Mehraufwand durch Hygienevorgaben, Personalausfälle und Logistik bei chronisch dünner Personaldecke. So erklärt sich unterm Strich die zweifelsfrei erhöhte Belastung auf Intensiv- und Isolierstationen, wovor ich natürlich höchste Achtung habe.

Warum warnen Sie davor, bei positiv Getesteten von „Infizierten“ zu sprechen?

Für die Diagnose einer Infektion gelten nach RKI-Richtlinien Kriterien, die über den reinen Nachweis eines Viruspartikels durch PCR hinausgehen. Vor einer Über- oder Falschinterpretation von PCR-Tests im Sinne eines Erkrankungsnachweises haben bereits der nobelpreisgekrönte Erfinder des Tests, Kary Mullis, aber auch Prof. Drosten im Jahr 2014 gewarnt. Entgegen aktueller Vorgaben der WHO und trotz Warnungen von Herstellern der PCR-Testkits wird eine positive D-PCR-Testung fälschlicherweise als Infektion oder Erkrankung bezeichnet und als Covid-19-Fall gewertet. Zudem werden in Labors uneinheitliche und oft zu hohe sogenannte Ct-Werte ermittelt, die zur Überschätzung der Viruslast und der Ansteckungsgefahr führen.

Würden Sie sich mit einem der neu entwickelten Corona-Impfstoffe impfen lassen? Und wenn ja, mit welchem?

Medizinischer Fortschritt begeistert, Impfungen gehören zu den größten Errungenschaften unseres Faches. Aus dem m-RNA-Impfstoff könnte ein weiterer Meilenstein werden. Die oberste ärztliche Prämisse „niemals schaden“ darf dabei nicht aus den Augen verloren werden. Durch Teleskopverfahren und unter Zeitdruck sind die Nachbeobachtungszeiten für die aktuellen Impfstoffe kürzer als bei den erprobten Impfstoffen. Die Entscheidung zur Impfung sollte individuell und nach ausführlicher Aufklärung, Abwägung und Beratung erfolgen. Dabei muss mit dem gebotenen Datenschutz vorgegangen werden, um die Gräben in der Gesellschaft nicht weiter zu vertiefen. Unter diesem Aspekt ist die Frage nicht zulässig. Eine Impfpflicht sollte es nicht geben.

Haben oder hatten Sie Sorge, sich mit dem Coronavirus zu infizieren? Und falls nein, warum nicht?

Die Sterblichkeitsrate von Covid-19 beträgt in meiner Altersgruppe unter 70 Jahren 0,05 Prozent. Die WHO schreibt dazu auf ihrer englischsprachigen Webseite: „Die meisten mit Covid-19 infizierten Menschen erleiden eine milde bis moderate respiratorische Erkrankung und erholen sich ohne eine spezielle Behandlung. Ältere Menschen und solche, die andere medizinische Probleme haben (…) sind eher gefährdet, eine seriöse Krankheit zu entwickeln.“ Nein, ich habe keine Angst, mich zu infizieren.

Sie haben einen Offenen Brief an Angela Merkel unterschrieben, der mit der Bundesregierung hart ins Gericht geht. Was hat Sie dazu bewegt?

Im Bundeskanzleramt sind viele Offene Briefe eingegangen, auch von Ärzten. Der gemeinsame Nenner: Wunsch nach Überdenken der als zu streng empfunden Maßnahmen, Hinweise auf die verheerenden Kollateralschäden, Hilferufe bedrohter Existenzen und – wie in unserem Fall – fachliche Auseinandersetzung mit Aussagen und Konsequenzen zu medizinisch widersprüchlichen oder nicht validierten Inhalten. Unter diesem Aspekt wurde von uns auch der Diskurs mit der Bundes- und Landesärztekammer gesucht. Leider bleiben die Briefe unberücksichtigt und unbeantwortet.

In diesem Brief ist von einer Gleichschaltung der Medien die Rede. Auf Ihrer Homepage schreiben Sie: „Die Medien sind gleichgeschaltet, obrigkeitshörig, gesteuert und fungieren als Propagandaorgane.“ Woher nehmen Sie diese Überzeugung?

Ich möchte korrigierend von „den meisten bekannten Medien“ sprechen. Meine kritische Einschätzung resultiert aus der Berichterstattung über eine Großdemonstration in Berlin. Danach wurde die sehr große Menge friedlicher, besorgter Bürger, darunter auch ich, mit globalen Beleidigungen und Vorurteilen abgestraft, diffamiert und beleidigt. Die Presse als vierte Gewalt im Staat schien ihre Objektivität zu verlieren, obwohl mutmaßlich die wenigsten Berichterstatter selbst vor Ort waren. Warum also diese abwertende und offensichtlich zielgerichtete Berichterstattung, die präzise der Definition von „Propaganda“ durch Edward Bernays in seiner bis heute gültigen Grundlage für modernes Kommunikationsmanagement entspricht?

Sie nutzten für Ihre Medienkritik Begriffe, die sonst vor allem aus dem rechten politischen Lager kommen. Als gebildeter Mensch wissen Sie, womit „Gleichschaltung“ in Deutschland assoziiert wird…

Auf diesem Grund würde ich diesen Begriff heute nicht mehr verwenden und durch einen von Frank-Walter Steinmeier geprägten Begriff des „verengten medialen Korridors als eine erstaunliche Homogenität in deutschen Redaktionen“ ersetzen. Dass er allerdings zunehmend Verwendung findet, sollte für einige Medien Anlass sein, sich kritisch zu hinterfragen. Deeskalation ist erforderlich, um wieder zu debattieren statt zu diffamieren und einen Bruch in der Bevölkerung zu kitten. Die modernen Waffen heißen „framing“ und „shitstorm“, Schimpfwörter ersetzen Argumente, gut thematisiert in der ARTE-Doku „Sicherheit gegen Freiheit“ (2021).

Nach eigenen Aussagen plädieren Sie für einen Mittelweg. Warum braucht es dann diese Generalabrechnungen mit Politik, Medien und Medizinern wie Prof. Christian Drosten?

Es geht in der Diskussion nicht um Rechthaberei, Eitelkeit, Diskreditierung, Verharmlosung, Leugnung oder ähnliches. Es geht um Verhältnismäßigkeit, adressiert an die genannten Institutionen. Der Begriff „Mittelweg“ setzt bereits voraus, dass es unterschiedliche Meinungen zur Vorgehensweise geben muss. Ein wissenschaftlicher Diskurs findet überhaupt nicht statt. Kritiker, ebenfalls renommierte Mediziner, wurden zu entscheidenden Maßnahmen ebenso wenig gehört wie Intensivmediziner, Notärzte, Hausärzte und Amtsärzte, die Expertisen aus ihrem Alltag einbringen können. Nur so kann man den besten und für alle erträglichen Weg finden.

Sie haben berichtet, in Berlin an einer Querdenker-Demonstration teilgenommen zu haben. Was für Menschen haben Sie dort getroffen?

Im Bemühen um einen persönlichen Eindruck habe ich erstmals eine Demo besucht. Ich sah friedliche Menschen, überwiegend aus dem Mittelstand. Sie repräsentierten den Querschnitt der deutschen Bevölkerung und waren auf der Suche nach dem Gehör, welches sie in ihrem privaten bürgerlichen Umfeld nicht finden konnten, weil ihre Sicht der Dinge nicht akzeptiert wurde. Sie waren in Sorge um ihre Grundrechte. Der Anteil an Esoterikern und erkennbaren Rechtspopulisten war verschwindend gering und entsprach der prozentualen Verteilung in der Bevölkerung. Der medial aufgebauschte Sturm auf den Reichstag wurde von einer autonomen Kleingruppe inszeniert.

Fast alle Länder dieser Welt haben währen der Pandemie – mal früher, mal später – auf die Instrumente Maskenpflicht, Abstandsgebot und Lockdown zurückgegriffen. Ist es wirklich wahrscheinlich, dass alle falsch liegen und Sie richtig? Sie kennen als Mediziner den Spruch: Wenn du Hufgetrappel hörst, denk an Pferde, nicht an Zebras.

Es geht um die Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen, bei denen einige richtig, andere aber überzogen und somit unnötig oder sogar schädlich waren. So halte ich zum Beispiel Abstandsgebote für sinnvoll, ebenso Maskenpflicht bei Kontakt mit Erkrankten und Risikogruppen, aber Lockdowns für (erwiesenermaßen) unnötig. Ich bin kein Einzelkämpfer, meine Meinung bilde ich mir aus Literaturrecherchen und Faktenchecks. Die Aussagen können mit Literaturquellen belegt werden. In manchen Fällen reicht zur Beurteilung aber auch nur ein gesunder Menschenverstand.

Regierungen werden abgewählt, die Wirtschaft kollabiert, in den Redaktionen von großen, überregionalen Zeitungen stand Kurzarbeit an. Ernsthaft gefragt: Wer sollte Interesse an einer solchen Krise haben?

Darauf kenne ich keine Antwort. Von seriösen Berichten wie der ARTE-Dokumentation „Profiteure der Angst“ (2009) bis hin zu Verschwörungstheorien ist das Spektrum an Erklärungsversuchen wahrscheinlich unendlich. Von nicht beweisbaren Theorien sollte man in jedem Fall Abstand nehmen.

Wie stünde Deutschland dar, wenn keine einzige Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Pandemie getroffen worden wäre?

„Keine Maßnahmen“ wäre undenkbar gewesen, wohl aber „andere Maßnahmen“ wie beispielsweise der schwedische Weg. Die Ergebnisse in Bezug auf die Sterberate pro Einwohnerzahl wären wahrscheinlich vergleichbar, allerdings ohne oder mit deutlich geringeren wirtschaftlichen und persönlichen Schäden. Auch von Wissenschaftlern wie Prof. Hendrik Streeck kamen Vorschläge für ein gemäßigteres Vorgehen. Seine Prognose, mit dem Virus leben zu müssen, wird sich bewahrheiten.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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