Die vorgeplante überörtliche Hilfe wird schwerpunktmäßig in der Eifel geleistet. Dramatisch stellt sich die Lage unter anderem in Weilerswist dar. © Feuerwehr
Überflutungen

Dramatische Lage: Dutzende Einsatzkräfte aus dem Kreis helfen in Krisengebiet

Der Kreis Borken ist vom Starkregen mit Überflutungen verschont geblieben. In anderen Teilen des Landes herrscht dagegen Ausnahmezustand. Weit über 100 Hilfskräfte aus dem Kreis sind vor Ort.

Insgesamt weit über 100 Helfer aus verschiedenen Organisationen aus dem Kreis Borken sind oder waren im Einsatz in den von dem Starkregen enorm betroffenen Regionen Nordrhein-Westfalens – und sie berichten von einer dramatischen Lage.

Es gelte unter anderem Vermisste zu suchen und Bürger zu evakuieren, übermittelte Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel eine unübersichtliche Lage. Schwierigkeiten bereitet vielfach bereits die Zufahrt, wo möglich werden Maßnahmen zur Gefahrenabwehr eingeleitet. Im Rahmen der überörtlichen Hilfe sind und waren aus dem Nordkreis unter anderem gut 20 Feuerwehrkameraden aus Ahaus im Einsatz. Ebenso Aktive aus Vreden, wie Kreispressesprecher Karlheinz Gördes erklärte.

Während der Kreis Borken von Überschwemmungen und Hochwasser weitgehend verschont geblieben ist, herrscht insbesondere im Rhein-Sieg-Kreis und in der Eifel der Ausnahmezustand. Bilder – unter anderem aus Weilerswist im Kreis Euskirchen – zeigen weggeschwemmte Autos, umgestürzte Bäume, eingestürzte Häuser, überflutete Straßen. Von vielen Todesopfern und Vermissten wird berichtet.

Am Mittwochabend wurden die Einsatzkräfte für die überörtliche Hilfe in Raesfeld zusammengezogen. Von dort rückte sie in Richtung Rheinland aus.
Am Mittwochabend wurden die Einsatzkräfte für die überörtliche Hilfe in Raesfeld zusammengezogen. Von dort rückte sie in Richtung Rheinland aus. © Feuerwehr Raesfeld © Feuerwehr Raesfeld

Am Mittwochabend um 21.18 Uhr alarmierte die Bezirksregierung Münster Einsatzkräfte aus dem Kreis Borken zur Unterstützung im Regierungsbezirk Köln, speziell im Einsatzgebiet Weilerswist. Im Rahmen der vorgeplanten überörtlichen Hilfe arbeiten die Feuerwehren aus dem Kreis Borken und der Stadt Bottrop gemeinsam an der Bearbeitung der Schadenslagen, die durch die Starkregenereignisse der letzten Stunden ausgelöst wurden. Wesentliches Merkmal der überörtlichen Hilfe ist es, dass die Kräfte verteilt aus allen Kommunen des Kreises zusammengestellt werden, um den Grundschutz vor Ort nicht zu gefährden.

73 Feuerwehreinsatzkräfte rücken von Raesfeld aus ab

73 Feuerwehreinsatzkräfte mit 19 Fahrzeugen aus dem Kreis Borken zogen sich am Mittwochabend gemeinsam mit Einsatzkräften aus der Stadt Bottrop in Raesfeld zusammen, von dort ging es für die Kolonne in Richtung Rheinland – dies unter taktischer Führung von Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel.

Unter anderem war die Freiwillige Feuerwehr Ahaus mit zwei Fahrzeugen beteiligt, am Donnerstagmorgen wurde im Rahmen der Auslösung zudem die Kreisbereitschaft Nord aktiviert, darunter ein weiteres Fahrzeug aus Ahaus. „Insgesamt sind 22 Kameraden aus Ahaus angefordert worden“, berichtete der Wachdienstleiter Henning Hofmann am Donnerstagmittag aus Ahaus.

In der Einsatzleitstelle unter Leitung von Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel wurde die Krisenlage vor Ort besprochen.
In der Einsatzleitstelle unter Leitung von Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel wurde die Krisenlage vor Ort besprochen. © Feuerwehr Raesfeld © Feuerwehr Raesfeld

Die Lage vor Ort zeigte sich unübersichtlich wie katastrophal: Am Donnerstagmittag berichtete die Polizei Koblenz von 18 Todesopfern allein im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler, insgesamt wurde bis zum gestrigen späten Nachmittag von mindestens 38 Opfern im Westen Deutschlands gesprochen. Die Einsatzleitung hatte sich einer großen Dynamik im Geschehen zu stellen, so Hofmann.

Krankenhaus in Eschweiler wird evakuiert

Neben der Feuerwehr rückte auch der Rettungsdienst aus dem Kreis zur Unterstützung an, im Rahmen des „Patiententransportzugs 10 BOR“. Dieser unterstützt die Einsatzkräfte vor Ort in Eschweiler bei Aachen bei der Evakuierung des Krankenhauses mit jeweils fünf Rettungs- und Krankentransportwagen.

Wassermassen hätten das komplette Gebäude umschlossen, 400 Patienten müssten evakuiert werden, teilte Jürgen Rave, der organisatorische Leiter vom DRK vor Ort, mit. Im Umkreis seien viele Mobilfunkmasten umgeknickt, was die Kommunikation erschwere.

Vorsorglich angefragt durch die Bezirksregierung Münster wurde zudem die sogenannte „Betreuungsplatz-Bereitschaft 500“. Diese Einheit verfügt sowohl über Kräfte des Sanitäts- als auch des Betreuungsdienstes, um bei Schadensereignissen auch die Betroffenen zu betreuen, die keiner medizinischen Hilfe bedürfen. Mit mehreren Fahrzeugen war zudem die DLRG aus dem Kreis im Einsatz, diese allerdings in der Stadt Hagen, in der seit Dienstagnacht Ausnahmezustand herrschte.

Auch im Kreishaus wurde vorgesorgt: „Unsere Kreis-Leitstelle wurde um einen Lagedienstführer z.b.V. verstärkt. Die Kommunikation zu den Einsatzkräften im Einsatzgebiet ist damit sichergestellt“, erklärte Karlheinz Gördes.

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