Gertrud und Wilhelm Elling, mit ihrer verbesserten Auflage des Mundartwörterbuches auf CD. © Rolvering
Mundartwörterbuch Elling

Das Ehepaar Elling präsentiert ein überarbeitetes Mundartwörterbuch

Wilhelm und Gertrud Elling haben die Winter- und Coronazeit genutzt, um das “Wörterbuch der westmünderländischen Mundart“ zu überarbeiten und zu erweitern. Die neue Version ist als CD im Kult erhältlich.

Wilhelm Elling hat jetzt gemeinsam mit seiner Ehefrau Gertrud eine verbesserte Auflage seines Wörterbuches der westmünsterländischen Mundart als CD herausgebracht. Bei der Herstellung der CD wurde das Ehepaar Elling vom Kulturamt des Kreises Borken unterstützt. „Die Textdatei des Mundartwörterbuches ist auf unserem Computer gespeichert. Wir haben das Wörterbuch jetzt mit vielen wünschenswerten Korrekturen und Ergänzungen um fast 20 DIN A4-Seiten ergänzt“, erzählt Wilhelm Elling.

Mundart und Brauchtumspflege als Kreisheimatpfleger

Der ehemalige Leiter des Hamaland-Museums war von 1975 bis 1984 auch als Kreisheimatpfleger tägig und kümmerte sich in diesem Amt ganz besonders um die Mundart- und Brauchtumspflege. Im Jahr 1992 veröffentlichte Wilhelm Elling gemeinsam mit Elisabeth Piirainen das Mundartwörterbuch. „Der Heimatverein Vreden hat inzwischen fast alle Exemplare, die von der Stadt Vreden als Förderankauf erworben waren, zurückgekauft“, erklärt Wilhelm Elling.

In den vergangenen 29 Jahren wurde die Auflage von 1500 Exemplaren praktisch ausverkauft. Diese Tatsache sprach für eine Neuauflage des Buches, denn laut Wilhelm Elling sei das Wörterbuch immer noch gefragt. Aus Kostengründen entschied sich das Ehepaar Elling bezüglich der Korrektur beziehungsweise Erweiterung des Buches aber für das Medium CD.

Ständige Kontrolle des vorhandenen Repertoires

Bei der digitalen Neuauflage des Wörterbuches bot sich der Vorteil, dass Wilhelm und Gertrud Elling bereits vor 30 Jahren die digitale Erfassung von etwa 40.000 Mundartbegriffen des Sandplatts übernahmen. So konnten sie damals auch Fehler in der Schreibweise und damit viele Korrekturen verhindern.

Seit der Veröffentlichung des Sandplatt-Wörterbuches im Jahr 1992 überprüften Wilhelm und Gertrud Elling bei allen Gelegenheiten plattdeutsche Redewendungen, ob sie bereits im Wörterbuch erfasste waren. „Wir mussten dabei häufig feststellen, dass wir es mit fehlenden Begriffen oder mit Varianten zu tun hatten“, erklärt Gertrud Elling. Bei jeder Korrektur oder einem neuen Ausdruck, machte sie Wilhelm Elling eine Notiz im Buch oder schrieb es direkt in ein Sammelheft.

Erweitert und Verbessert

Dazu nennt er einige Beispiele: „Jemand wollte mit Kleingeld bezahlen und als er eine Handvoll Münzen auf den Tisch legte, musste er sich ironisch fragen lassen: „Häss Du ne Bäädeler doodschlaon?“ – Die Kontrolle, ob diese Redewendung im Wörterbuch erfasst war, fiel negativ aus. Ähnlich war es bei folgenden Begriffen: „Hoffwönder“, „Braodstück“, „Jede Geck häff sein Gebreck“, „Geld up´n Kopp houen“ oder auch „Dat is´n schlechten Groschken!“. So nutzte das schreibfreudige Ehepaare Elling das trübe Winterwetter im Corona-Lockdown zum Erweitern und Verbessern des plattdeutschen Mundartwörterbuches.

Der Titel der zweiten Auflage des Mundartwörterbuches auf CD lautet: „Sand Platt – Bääter ´n halw Ai as´n läögen Dopp – Wörterbuch der westmünsterländischen Mundart.“ Mit dem Preis von 10 Euro ist die CD wesentlich günstiger als das fast vergriffene Wörterbuch. „Wir nehmen den Nachteil in Kauf, dass sich manche älteren Nutzer des Wörterbuches mit dem Computer nicht auskennen. Doch es ist zu hoffen, dass die junge Generation den Älteren hilfreich zur Seite steht und dass auch sie dabei einen Zugang zur Mundart gewinnt,“ wünschen sich Wilhelm und Gertrud Elling.

Die CD „Sand Platt – Bääter ´n halw Ai as ´n läögen Dopp – Wörterbuch der westmünsterländischen Mundart ist im kult nach telefonischer Anfrage unter Tel. (02861) 6 81 14 15 mit einem Termin zur Abholung erhältlich.

Über die Autorin
Redaktion Ahaus
Jahrgang 1965, fotografiert und schreibt seit 1999 als freie Mitarbeiterin für die Münsterland-Zeitung/Lokalredaktion Vreden. Menschen, Ehrenamt, Soziales, Politik, Geschichte, Natur, Kunst und Kultur sind ihre Lieblingsthemen.
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