Coronavirus: Ordnungsamt Vreden führt jeden Tag hunderte Telefonate

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Das Ordnungsamt ist für die Überwachung der Quarantäne zuständig. Das bedeutet, dass jeden Tag hunderte Telefonate geführt werden. Dadurch bleibt weniger Zeit für andere wichtige Aufgaben.

Vreden

, 04.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zehn Personen im Vredener Ordnungsamt beschäftigen sich momentan ausschließlich mit Themen rund um das Coronavirus – auch samstags und sonntags. Sie haben alle Hände voll zu tun, berichtet Ordnungsamtsleiter Klaus Ahler.

Meistens verbringen die Mitarbeiter ihren Arbeitstag am Telefon. Denn das Ordnungsamt ist für die Überwachung der Quarantäne zuständig. Klaus Ahler erklärt das System: „Das Kreis-Gesundheitsamt teilt uns mit, welche Personen wie lange unter Quarantäne gestellt werden. Wir stellen daraufhin die Ordnungsverfügung aus und stellen sie zu – persönlich und am besten noch am selben Tag.“

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Dann rufen die Mitarbeiter die betroffenen Personen an und sagen ihnen, dass sie die Verfügung nun im Briefkasten haben. Doch damit ist die Arbeit nicht beendet. „Wir rufen jede Person unter Quarantäne jeden Tag an und fragen nach dem Gesundheitszustand“, so Klaus Ahler. Über die Daten wird Protokoll geführt. Wenn sich die Quarantänezeit dem Ende zuneigt, geht dieses Datenblatt an den Kreis. „Dort wird entschieden, ob die Quarantäne aufgehoben oder verlängert wird.“

130 bis 150 Vredener sind momentan in Quarantäne

In Vreden sind aktuell 45 Personen mit dem Coronavirus infiziert (Stand Mittwoch, 4. November). Diese und enge Kontaktpersonen sind in Quarantäne. Die Zahl ändert sich täglich. „Momentan sind es zwischen 130 und 150 Personen“, sagt Klaus Ahler.

Das heißt: Die Mitarbeiter führen jeden Tag 130 bis 150 Telefonate plus die Gespräche mit den Neuinfizierten und deren Kontaktpersonen. Allein in der vergangenen Woche sind in Vreden 22 Neuinfektionen zu verzeichnen. Diese Arbeit muss natürlich am Wochenende erledigt werden und so sind die Mitarbeiter auch samstags und sonntags im Einsatz.

Bürger und Veranstalter wenden sich mit Fragen ans Ordnungsamt

Hinzu kommen außerdem zahlreiche Telefonate mit Veranstaltern, Einzelhändlern, Gastronomen oder Bürgern. „Viele wissen gar nicht mehr, was sie nun dürfen und was nicht. Auch wir können nicht jede Einzelfrage direkt beantworten, aber wir machen uns schlau“, erzählt Klaus Ahler. Am Montag etwa, als die neuen Regeln in Kraft getreten sind, habe das Telefon nicht mehr stillgestanden.

Was ist eigentlich Individualsport? Welche Regeln gelten bei Beerdigungen? Und sollte ich jetzt meine Veranstaltung durchführen? Diese Fragen hört Klaus Ahler oft. „Da sind die Leute sehr sensibel geworden und das ist auch gut so. Viele sind auch sehr verständnisvoll, wenn man ihnen sagt: Mach das lieber jetzt nicht, verschieb es auf das nächste Jahr“, lobt der Ordnungsamtsleiter die Vredener.

Patrouillen sind nur stichprobenartig möglich

Bei so viel Arbeit bleibt eine Aufgabe allerdings ein bisschen auf der Strecke: Patrouillen im öffentlichen Raum. Eigentlich müsste das Ordnungsamt kontrollieren, ob zum Beispiel das Kontaktverbot eingehalten wird. Doch dafür fehle momentan Personal und Zeit, muss Klaus Ahler gestehen. „Sowieso ist das schwer zu kontrollieren. Woher sollen wir wissen, wer zur engeren Familie gehört oder wer einen Hausstand bildet?“ Da müsste ja jeder sein Familienstammbuch dabei haben, scherzt er.

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Das bedeutet aber natürlich nicht, dass es gar keine Kontrollen gibt. „Wir sind stichprobenartig unterwegs und kommen auch vorbei, wenn es Hinweise aus der Bevölkerung gibt“, sagt er. So funktioniert es seit Beginn der Pandemie im Frühjahr.

Wie viele Bußgeldbescheide seitdem ausgestellt wurden, kann Klaus Ahler nicht sagen. Es seien aber nicht allzu viele gewesen. „Da muss ich die Vredener wirklich loben. Die Bürger haben sich zum größten Teil vorbildlich verhalten und die Gastronomen haben sich an alle Regelungen gehalten.“ Großhochzeiten oder Partys mit vielen Leuten habe es nicht gegeben.

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