Mit Video: Corona stellt Tausendsassa Peter Orthey (62) auf eine harte Probe

dzMusiker mit Eventagentur

Peter Orthey liebt die Musik, Auftritte im Dorf Münsterland und „sein“ Vreden. Doch den Sänger, der auch eine Eventagentur und ein Reisebüro betreibt, hat die Coronakrise schwer getroffen.

Vreden

, 26.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Schon alleine die Ansage von Peter Ortheys (62) Mobilbox zeigt, wie der Tausendsassa aus Vreden trotz Coronakrise durch das (Künstler-) Leben geht: „Bin grad unterwegs oder brate mir Spiegeleier [...].“ Lebensfroh, offen und total fokussiert auf das, was er liebt – Musik, Partys und seine Fans. Wenngleich die Pandemie etliche Hürden aufgebaut hat.

Als wir Peter Orthey am Freitag auf dem Handy erreichen, ist von schlechter Laune wegen der seit Wochen ausfallenden Auftritte im Dorf Münsterland in Legden nichts zu spüren. „Warum soll ich mir die Laune verderben lassen?“, fragt der 62-Jährige, der bereits seit dem 15. Lebensjahr für die Musik lebt. „Mit 18 bin ich Berufsmusiker geworden und habe in der DDR auch TV-Sendungen mitmoderiert.“

Peter Orthey lebt schon viele Jahre in Vreden

Noch vor der Wende ging es in den Westen – zunächst nach Ahaus. Seit 15 Jahren lebt Peter Orthey in Vreden und hat das Städtchen lieb gewonnen, wie er sagt. Seit jeher ist zudem das Dorf Münsterland samt Team praktisch sein zweites Zuhause. Seit 29 Jahren tritt Peter Orthey dort am Wochenende ins Rampenlicht. „Bis auf eine OP-Pause war ich bis zur Cornakrise dort jedes Wochenende im Einsatz. Ich liebe es einfach, ich brauche darum auch keine Pausen.“

Peter Ortheys zweites Zuhause ist seit über 29 Jahren das Dorf Münsterland.

Peter Ortheys zweites Zuhause ist seit über 29 Jahren das Dorf Münsterland. © Privat

Und in diesem Satz schwingt dann doch ein wenig Frust mit, weil aktuell wegen der Krise das Künstlerleben praktisch zum Erliegen gekommen ist. Auch seine Eventagentur und das Reisebüro werfen derzeit kaum Gewinn ab. „Natürlich macht man sich da Sorgen um die Existenz“, gesteht Peter Orthey. Und fügt hinzu: „Doch vor allem schmerzt es, nicht vor den Fans auf der Bühne stehen zu können.“

Neuer, alter Song auf Youtube hörbar

Gerade die kleinen, überregional weniger bekannten Künstler habe Corona schwer getroffen. Und zu diesen zählt sich Peter Orthey auch selbst, ganz gleich ob er schon mit Stars wie Mickie Krause zusammen unterwegs war. „Ich kann auch nicht gut singen“, sagt der 62-Jährige offen, „aber ich tue es mit absoluter Leidenschaft.“

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Jüngstes Beispiel ist der von Hubert Kah gecoverte Song „Wenn der Mond die Sonne berührt“. Er hat nicht den Glanz der Originalfassung, aber die Emotionen kommen rüber. Und genau darum geht es Orthey. Das Lied und das dazugehörige Video wurde zwar bereits vor zwei Jahren mit einem Pferd aus Altenberge in und um das Dorf Münsterland herum produziert, jüngst aber noch mal neu auf der Plattform Youtube hochgeladen.

Kreative Lösungen sind gefragt

„Als Künstler muss man aktuell einfach andere Wege suchen, um bei den Fans in Erinnerung zu bleiben“, erklärt Peter Orthey. „Sie sollen ja wissen, dass ich alter Sack noch lebe“, fügt er mit einem Lachen hinzu. Dass genau dieses Lied kürzlich nochmal veröffentlicht wurde, ist übrigens kein Zufall. „Es stellt so etwas wie unseren Leitfaden dar: Das Unmögliche möglich machen, gerade in Zeiten von Corona.“

Doch auch die Sache aktiv in die Hand nehmen, zählt zur Krisenbewältigung des Peter Orthey. Beispiel: Noch vor Kurzem war er mit seiner Crew im heimischen Thüringen unterwegs. Aber nicht um zu urlauben, sondern um auszuloten, wo mal wieder kleine Auftritte möglich sind. „Ich bin einfach ohne Termin in die Rathäuser rein und habe unser Agentur-Gesamtpaket angeboten“, berichtet der Tausendsassa.

Hunde vertreiben die schlechte Laune

Es ist der Versuch, so etwas wie ein Stück Künstler-Normalität zurückzuholen. „Die Auflagen sind richtig. Die Gesundheit aller geht vor, aber für mich ist so Lebensqualität verloren gegangen“, stellt Orthey klar. Und wenn dann trotz all seiner Lebensfreude doch mal so etwas wie schlechte Laune aufkommt, zieht sich der 62-Jährige mit seinen beiden Hunden aus Spanien in den Garten zurück. „Sie lenken mich ab. Ich bin froh, dass ich sie einst von Mallorca mitgebracht habe.“

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Neben der offenkundigen Lebensfreude wird im Gespräch aber auch deutlich, dass der 62-Jährige trotz all des lokalen Rampenlichts nicht den Blick auf die Realität verloren zu haben scheint. „Ich weiß, dass man gerade in dieser Zeit nicht mit dem, was ich mache, reich werden kann.“ Aber darum ginge es ohnehin nie.

Kann die 30-jährige Feier stattfinden?

Anerkennung, Nähe zu den Fans und das Teamwork mit der Crew des Dorf Münsterlandes seien es, die einen Künstler emotional am Leben halten würden. „Ohne das Team wäre all das, was ich mache, gar nicht möglich. Das möchte ich einmal ganz deutlich hervorheben.“

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Bleibt nur die Frage, ob Peter Orthey und das Team „sein“ 30-jähriges Jubiläum im Dorf Münsterland wegen der Coronakrise auch im Mai 2021 zusammen mit den Fans feiern können. Immerhin ist derzeit nicht absehbar, wie sich die Krise samt der Auflagen entwickeln wird. „Die Hoffnung stirbt zuletzt. Jeder neuen Woche fieber ich entgegen, in der Hoffnung, dass dort wieder Auftritte möglich sind.“

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