Corona-Krise: Van Waasen profitiert von einer Sonderregelung des Landes

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Auf über 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche können Kunden bei van Waasen in Vreden Möbel und Küchen kaufen. Möglich ist das in der Corona-Krise wegen einer Sonderregelung in NRW.

Vreden

, 03.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich dürfen Geschäfte ja nur 800 Quadratmeter Verkaufsfläche für Kunden öffnen. Bei Küchen und Möbel van Waasen in Vreden jedoch können sich Interessenten auf über 2000 Quadratmetern umschauen – und das völlig legal. Denn für Möbelgeschäfte gilt eine Ausnahmeregelung.

Davon profitiert Johannes van Waasen. Doch mehr Kunden kommen deswegen trotzdem nicht in seinen Laden am Windmühlentor. „Die Leute sind vorsichtiger geworden. Sie wollen die Sicherheit wahren. Gerade ältere Leute verschieben den Möbel-Einkauf auch auf später“, erklärt der 50-Jährige.

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Auf der anderen Seite gibt es wiederum Leute, die wegen der Corona-Krise nun im Sommer nicht wegfahren können und sich stattdessen das Zuhause schön machen. „Da merke ich, dass sich gerade viele wieder auf das Lokale besinnen und vor Ort kaufen wollen“, meint Johannes van Waasen.

Möbelgeschäft in Vreden seit 2004

Wie alle anderen Einzelhändler musste er das Möbelgeschäft und das Küchenstudio Mitte März schließen. Verkauft hat er in diesen Wochen nichts. „Wir haben keinen Online-Shop. Bei Möbeln will man schließlich auch mal sehen, anfassen, probieren und probesitzen“, meint der Geschäftsmann.

Seit 2004 gibt es das Unternehmen van Waasen in Vreden, von Anfang an am Windmühlentor. Gestartet ist das Ehepaar Johannes und Gesine van Waasen mit 300 Quadratmetern Verkaufsfläche. Inzwischen sind es mehr als 2000. Vor sechs Jahren haben sie das Küchenstudio neu aufgebaut. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite im ehemaligen Supermarkt befindet sich noch ein Lager.

Das Ehepaar kauft hochwertige Möbel aller Art und verkauft sie weiter. Die Küchen werden am Computer geplant und nach Wunschmaßen angefertigt. „Wir übernehmen zudem die gesamte Montage und später auch den Service und eventuelle Reparaturen“, so Johannes van Waasen.

Kunden und Monteure beachten Hygieneregeln

Insgesamt neun Mitarbeiter hat das Unternehmen. Die Verkäufer musste das Ehepaar in der Zeit der Ladenschließung in Kurzarbeit schicken, für die Monteure jedoch gab es genug Arbeit. „Die waren auch immer noch willkommen. Die Leute haben sich gefreut, dass wir trotz allem geliefert haben.“

Doch auch bei den Kunden zu Hause wurden die Hygieneregeln beachtet. Wenn möglich haben die Monteure die Möbel alleine aufgebaut. Die Kunden durften erst zur Abnahme wieder in den Raum. Desinfektionsmittel gehört inzwischen zur Standardausstattung – in den Bullis und auch im Laden.

„Bevor ich die Kunden sehe, höre ich, dass sie sich vorne erst einmal die Hinweise durchlesen und sich die Hände desinfizieren“, erzählt Johannes van Waasen. An die neue Maskenpflicht denken die Kunden ebenfalls von sich aus. „Das funktioniert alles sehr gut“, sagt er. „Zum Glück. Denn nichts wäre fataler, als wenn der Einzelhandel wieder schließen müsste.“

Ladenöffnung

  • In ganz Deutschland dürfen Geschäfte mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche seit dem 20. April wieder öffnen.
  • Unabhängig von der Größe sind in ganz Deutschland Supermärkte, Tankstellen, Drogerien, Apotheken, Baumärkte oder Autohäuser geöffnet.
  • NRW hat sich für eine zusätzliche Sonderregelung entschieden: Für Einrichtungshäuser und Babyfachmärkte gibt es keine Größenbeschränkung der Verkaufsfläche. Begründet hat NRW-Gesundheitsminister das mit wirtschaftlichen Interessen.
  • In NRW dürfen seit dem 27. April zudem wieder größere Geschäfte öffnen, wenn sie die Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter beschränken.
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