Christiane Lechtenbergs „Adele“ und der etwas andere Blumenladen

dzFirmengründung

Nein, das Wort „Blumenladen“ trifft es nicht. Folgerichtig hat Christiane Lechtenberg ihr Geschäft „Adele – Blumen, Kaffee, Interieur“ genannt. Eine durchaus spannende Mischung.

Vreden

, 01.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Mit der Namensgebung für den Laden in der Vredener Innenstadt folgte Christiane Lechtenberg dem Rat einer Freundin. Die hatte ihr gesagt: „Der Name muss dich berühren, das lebst du dann auch mit deinem Geschäft, und man muss ihn sich merken können.“ So kam es zu Adele. So hieß ihre früh verstorbene Mutter. Zum einen war es also der emotionale Grund, zum andern, dass „Adele“ auch bei jungen Leuten durchaus im Zeitgeist liegt: „Viele verbinden damit die Sängerin, und Eltern nennen ihre Kinder auch wieder so.“

Entscheidung für einen Neuanfang

Mit der Geschäftseröffnung an der Twicklerstraße 20 vor gut einem Jahr, hatte sich die 58-Jährige für einen neuen Lebensabschnitt entschieden. Das hieß auch Abschied von der Vorläufer-Firma „Home & Garden“ im Wohnhaus am Schelver Diek. Nach 20 Jahren. Christiane Lechtenberg fand, dass die Zeit dafür reif war, nochmal etwas Neues anzufangen. Und gar nichts mehr zu tun, war so gar nicht ihr Ding. Also traf die Idee ihrer Schwester, sich neben deren Kosemetikstudio in der ehemaligen Kneipe niederzulassen, schließlich bei ihr auf offene Ohren, und Christiane Lechtenberg ging das Wagnis ein. Zumal es da in Vreden schon einige Blumengeschäfte gab. Ihren neuen Laden versteht sie aber auch als Beitrag zur Belebung der Vredener Innenstadt. Stichwort Leerstand.

Vorlage aus dem Nachbarland

Einiges vom alten Inventar hat sie mitgenommen und auch kräftig in die Anschaffung neuer Produkte investiert. „In Holland hatte ich ein Geschäft gesehen, das genau so war, wie ich es mir immer vorgestellt habe“, nennt sie eine Vorlage für das Adele-Konzept. Die Freude an schönen Dingen und am Gestalten sowie die 20-jährige Erfahrung mit Blumen und mehr hatte sie, die ursprünglich mal eine Ausbildung als Arzthelferin absolviert hatte, ja schon mitgebracht.

Christiane Lechtenbergs „Adele“ und der etwas andere Blumenladen

Schlicht und wirkungsvoll - ein Lechtenberg-Arrangement. © Christiane Hildebrand-Stubbe

Herausgekommen ist ein Laden, in dem an jeder Stelle die „Marke“ Lechtenberg die persönliche Handschrift der Inhaberin sichtbar wird. Der Zutritt führt durch eine Outdoor-Landschaft, einem Mix aus buntblühenden Blumen fürs Beet oder Terrasse und den passenden Accessoires wie imposante Amphoren oder Kübel aus Stein und allerhand Deko. So arrangiert, das man animiert wird, ganze Ensembles zu kaufen, oder sie zumindest zuhause nachzuahmen.

Stil ist der rote Faden

Im Laden selbst findet man eigentlich alles, was zu einem stilvollen häuslichen Ambiente gehört: von Schnittblumen und Vasen, Geschirr, Lampen, Servietten bis hin zu Kleinmöbeln. Längst nicht alles stammt aus dem Hochpreisbereich, aber alles hat Stil. „Ich lege Wert auf Qualität“, sagt die Inhaberin. Mitunter ordnen sich die Gegenstände einem Farbkonzept unter: Während es vorne grünt, führen im hinteren Bereich Rot-Rosa-Töne Regie.

Einen richtigen „roten Faden“ hat Christiane Lechtenberg nicht. Wichtig sei nur, dass es harmoniert. Da findet opulentes Dekor auch mal puristische Nachbarn. „Adele“ ist auch das Angebot an Kunden, hier ihr ganz individuelles Ambiente zusammenzustellen – für den Außen- wie den Innenbereich. Mittendrin hat sie einen modernen Tisch mit dicker Holzplatte, eisernem Unterbau und chicken Sesseln so platziert, dass er sich mit dem passendem Rahmen drumherum beispielhaft das Wohnkonzept der Inhaberin demonstriert.

Sie will die Nähe zur Kundschaft

Bei Adele gibt es auch noch die Kaffee-Bar, wo fairer Kaffee und andere Getränke ausgeschenkt werden. Christiane Lechtenberg mag diese Nähe zur Kundschaft. Von der hat sie in diesem einen Jahr schon unglaublich viel Wertschätzung erfahren, so dass neben ihr inzwischen eine Vollzeit- und drei Teilzeit-Mitarbeiterinnen arbeiten. „Christiane, Irmgard, Simone und Theresa sind ausgebildete Floristinnen“, bekräftigt sie auch damit ihren Anspruch an Qualität. Selbst die Lakrids- nicht Lakritz-Spezialitäten, oder die florale Tapete im „Hinterzimmer“ sind weitere Adele-Alleinstellungsmerkmale.

Mehr als nur Verkauf

Neben dem Verkauf im Laden liefert Christiane Lechtenberg auch Blumensträuße, Gestecke, Dekorationen für Feste und eigentlich jede Gelegenheit, ist selbst ein Blumenabo eines ihrer vielen Geschäftsideen. Auf Wunsch ist sie selbst vor Ort bei den Kunden sogar als „Dekorateurin“ aktiv. Die Kunden kommen zum Teil von weit her, aber auch in Vreden hat Adele große Resonanz erfahren.

Die Blumen kauft sie in Holland und sogar im Internet ein. „Die Qualität ist da sogar sehr gut, und ich kann unabhängig von Geschäftszeiten bestellen“, sagt sie. Die Pflanzen bezieht sie von regionalen Gärtnereien.

Christiane Lechtenbergs „Adele“ und der etwas andere Blumenladen

Schlicht und wirkungsvoll - ein Lechtenberg-Arrangement. © Christiane Hildebrand-Stubbe

Trotz des großen Zuspruchs im Startjahr ist Christiane Lechtenberg aber klar, dass sie sich mit ihrem Geschäft in der Wachstumsphase befindet und hofft, dass es die nächsten zehn Jahre so weiter geht.

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