Christian Nienhaus (45) ist ab Juni 2019 der neue Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Vreden

dzFeuerwehr Vreden

Christian Nienhaus ist der Nachfolger von Andreas Becking als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Vreden. Im Gespräch mit ihm ging es auch um die Brandserie im Sommer 2018.

Vreden

, 18.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Fast ein Jahr schwebte die Frage im Raum: Wer wird der neue Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Vreden? Die Amtszeit von Andreas Becking wäre nämlich eigentlich schon im Mai 2018 zu Ende gewesen. Jetzt gibt es endlich einen Nachfolger. Im Juni 2019 übernimmt Christian Nienhaus die Leitung der Feuerwehr.

„Wir haben uns Zeit gelassen, um das ordentlich hinzukriegen“, sagt der 45-Jährige im Gespräch mit der Redaktion. Er gibt aber auch offen zu: „Der Bewerberkreis für so eine Stelle ist nicht riesig.“ Schließlich müssen die Qualifikationen stimmen und auch Familie und Arbeitgeber müssen mitspielen. Für Andreas Becking ist eine weitere Amtszeit nicht möglich, weil er im Jahr 2020 die Altersgrenze erreicht.

Seit 28 Jahren Feuerwehrmann

Bei Christian Nienhaus passt alles. Weil er in den vergangenen sieben Jahren den Löschzug Vreden geführt hat, hat er bereits die meisten der notwendigen Fortbildungen. Nur der Lehrgang zum Wehrführer fehlt ihm noch. Der soll aber in Kürze folgen.

Seit 28 Jahren ist Christian Nienhaus Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr. Schon sein Vater war bis zu seinem Tod Feuerwehrmann. „Das liegt in der Familie. Mich faszinieren vor allem die Vielfältigkeit der Aufgaben und die Kameradschaft. Über die Jahre findet man hier gute Freunde“, meint der 45-Jährige. Nach und nach hat er sich weiterentwickelt, hat immer neue Posten übernommen. „Da war der Wehrführer der nächste logische Schritt“, sagt er.

Zwei Stellvertreter unterstützen

Am 19. Juni ist die offizielle Amtsübergabe. Dann ist Christian Nienhaus für sechs Jahre ehrenamtlich dafür verantwortlich, „dass der Laden läuft“, wie er es ausdrückt. Dazu gehören vor allem organisatorische Aufgabe wie zum Beispiel die Beschaffung von Material oder die Ausbildung neuer Feuerwehrleute. „Aber das alles macht man ja zum Glück nicht alleine“, macht Christian Nienhaus deutlich.

Christian Nienhaus (45) ist ab Juni 2019 der neue Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Vreden

Andreas Becking (M.) gibt die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr Vreden ab. Helmut Tenspolde (l.) und Thomas Berski bleiben stellvertretende Wehrführer. © Stadt Vreden

Helmut Tenspolde und Thomas Berski werden weiterhin als stellvertretende Wehführer an seiner Seite stehen. „Da kann ich auf bestehendes Wissen zurückgreifen“, freut sich Christian Nienhaus. Außerdem gibt es seit dem 1. März eine zusätzliche Stelle bei der Stadt. Feuerwehrfrau Theresa Robers kümmert sich dort nun hauptamtlich unter anderem um die Angelegenheiten der Freiwilligen Feuerwehr. „Das ist ein starkes Zeichen der Stadt, dass sie unsere Arbeit unterstützt“, meint der neue Wehführer.

Brandserie war eine besonders stressige Zeit

An Anerkennung mangele es aber in Vreden grundsätzlich nicht. „Dass wir als Freiwillige unterwegs sind, setzt natürlich ein großes Vertrauen der Bevölkerung voraus. Aber im Grunde sind die freiwilligen Feuerwehrleute genauso gut ausgebildet wie die Berufsfeuerwehrleute.“ Vor allem während der Brandserie im Sommer 2018 und zuvor in den Jahren 2015 und 2016 sei die öffentliche Wahrnehmung riesig gewesen.

Doch diese Zeit war auch für die Feuerwehrleute besonders anstrengend. „Während des Einsatzes ist man sehr fokussiert, da nimmt man gar nicht wahr, dass man an seine Leistungsgrenzen kommt. Das merkt man erst am Tag danach“, berichtet Christian Nienhaus. In solchen oder anderen belastenden Situationen greife das Kameradschaftliche der Feuerwehr. „Es ist immer jemand da, mit dem man sich austauschen kann.“

Fokus auf den Nachwuchs

Bevor Christian Nienhaus nach vorne auf seine eigene Amtszeit schaut, blickt er erst nochmal zurück. „Den Neubau eines Gerätehauses in Ammeloe hat Andreas Becking ja bereits auf den Weg gebracht.“ Ähnlich große Projekte stehen in naher Zukunft erst einmal nicht an.

Der 45-Jährige möchte sich unter anderem auf die Förderung des Nachwuchses konzentrieren. „Ein Fokus liegt auch darauf, die starke Leistungsstruktur der Feuerwehr trotz der gesellschaftlichen Veränderungen zu halten.“ Das Freizeitverhalten ändere sich, die Leute seien häufiger im Urlaub und beruflich immer mehr eingebunden. „Im Moment läuft in der Feuerwehr alles super. Ich werde daran arbeiten, dass das so bleibt“, sagt Christian Nienhaus.

Lesen Sie jetzt