Bürgermeister Christoph Holtwisch blickt beim Neujahrsempfang auf seine Amtszeit zurück

dzNeujahrsempfang

Finanzen, Schulen, Innenstadt, Bauprojekte, Flüchtlinge: In der elfjährigen Amtszeit von Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch ist in Vreden einiges passiert. Ein Überblick.

Vreden

, 13.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war der letzte Neujahrsempfang für den Vredener Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch: „Nächstes Jahr bin ich sicher dabei, aber im Publikum.“ Zur Kommunalwahl 2020 tritt er nicht mehr an. Und so nutzte er am Sonntag die Gelegenheit, den mehr als 200 geladenen Gästen auf dem Jugendcampus einen Überblick über seine elfjährige Amtszeit zu geben.

Mehr als eine Stunde lang zeigte er auf, was sich seit seinem Amtsantritt in Vreden getan hat, und was in den kommenden Monaten noch ansteht.

Jugendcampus als „Vorzeigeprojekt“

Der Jugendcampus an der Schabbecke wurde im Jahr 2019 offiziell eröffnet. „Das war sicher eines der schönsten Projekte meiner Amtszeit“, meinte Christoph Holtwisch. Die Trendsporthalle mit Kletterwand, Trampolin-Bahn und Schaumstoff-Becken werde super angenommen, sagte Markus Funke vom Jugendwerk am Rande des Neujahrsempfangs: „Hier ist es regelmäßig richtig voll. Die Kinder und Jugendlichen toben sich hier einfach aus.“

Positive finanzielle Entwicklung

Als Christoph Holtwisch 2009 Bürgermeister wurde, befand sich die Stadt in der Haushaltssicherung. „Ich hätte mir einen einfacheren Start gewünscht.“ Doch die Grafiken zeigen eine positive Entwicklung. Ergebnisse über dem Haushaltsplan, weniger Schulden, mehr Rücklagen, hohe Investitionen. „Insgesamt haben wir in meiner Amtszeit 73 Millionen Euro in die Entwicklung unserer Stadt investiert“, so der Bürgermeister.

Bürgermeister Christoph Holtwisch blickt beim Neujahrsempfang auf seine Amtszeit zurück

Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch sprach mehr als eine Stunde lang über seine Amtszeit. © Victoria Garwer

Die Arbeitslosenquote ist gesunken. Sie liegt momentan bei rund zwei Prozent. „Das Problem für die Unternehmen ist im Moment eher, qualifizierte Fachkräfte zu finden.“

Jetzt lesen

Beim Thema Wirtschaft wies Christoph Holtwisch noch auf eine große Baustelle hin: die Schmitz-Erweiterung an der B70. Anwohner hatten erfolgreich gegen die Pläne geklagt, die Stadt muss nun den Bebauungsplan nachbessern.

Flüchtlinge prägten das Jahr 2015

Im Jahr 2015 hat die Einwohnerzahl Vredens einen großen Sprung nach oben gemacht. In dem Jahr sind viele Flüchtlinge in Vreden untergebracht worden – auch in der jetzigen Trendsporthalle. Der Bürgermeister zeigte ein Bild von der damaligen Situation: Trennwände unterteilten die Turnhalle in Räume, nach oben offen.

„Das war sicher nicht menschenunwürdig, aber auch nicht ganz ideal“, sagt Christoph Holtwisch heute. Und noch immer sieht er in dieser Thematik offene Fragen. Geduldete Flüchtlinge beispielsweise müssen von den Kommunen finanziert werden. „Das finde ich nicht richtig, da muss was passieren.“

Diskussion um das Bierbaum-Gelände

Nicht ganz so lange her ist die Debatte um das Bierbaum-Gelände. Die Stadt will hier eine Wohnbebauung, der Eigentümer einen Supermarkt. 2019 haben die beiden Parteien einen Kompromiss gefunden, der letztlich im Rat aber keine Zustimmung fand.

Bürgermeister Christoph Holtwisch blickt beim Neujahrsempfang auf seine Amtszeit zurück

Mehr als 200 geladene Gäste sind zum Neujahrsempfang der Stadt Vreden gekommen. © Victoria Garwer

Eine aus seiner Sicht falsche Entscheidung, wie der Bürgermeister in seiner Rede durchblicken ließ. Wie es nun mit dem Gelände weitergeht, thematisierte er nicht.

Entwicklungen in der Innenstadt

Das große Thema der letzten Jahre in Vreden ist die Entwicklung der Innenstadt. Christoph Holtwisch erwähnte hier große Veränderungen wie beispielsweise die Verlegung des Busbahnhofs an den Viehmarkt und den Bau des Kulturhistorischen Zentrums, aber auch kleine Dinge wie die Bücherbox von der Ideenfabrik und die neue Weihnachtsbeleuchtung.

Jetzt lesen

Und es tut sich auch in Zukunft was in der Innenstadt. Am Markt 1 wird gerade ein neues Gebäude mit Gastronomie und Wohnungen gebaut. Ein Bauprojekt steht auch für den Bremer Platz an und das alte Pfarrhaus neben dem Kult wird ebenfalls durch einen Neubau ersetzt.

Schulentwicklung und Widukindstadion

„Die Schülerzahlen sinken, aber das heißt nicht, dass die Schulen weniger Platz brauchen. Im Gegenteil“, machte Christoph Holtwisch deutlich. Während es am Anfang seiner Amtszeit noch die Walbertschule, die Georgschule und die Realschule gab, sind es heute nur noch das Gymnasium und die neue Sekundarschule.

Doch um genau diese beiden Schulen gab es 2019 riesige Diskussionen. Es ist letztendlich ein neuer Beschluss für die Neugestaltung des Schulcampus gefallen – nach einem aus Sicht der Verwaltung verlorenen Bürgerentscheid.

„Jetzt haben wir eine Grundlage geschaffen. Die schrittweise Umsetzung wird aber sicher noch fünf Jahre dauern“, so der Bürgermeister.

Lesen Sie jetzt