Investor für Vredener Bauprojekt „Bremer Tor“ springt ab

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Der Investor für das Projekt Bremer Tor in Vreden ist abgesprungen. Verhandlungen mit einem Einzelhändler waren nicht erfolgreich verlaufen. Die Stadt möchte das Projekt dennoch umsetzen.

Vreden

, 02.07.2020, 13:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Investor hinter dem Neubau-Projekt „Bremer Tor“ in der Vredener Innenstadt möchte den Neubau selbst nicht mehr realisieren. Das hat Jörg Hannemann vom Büro Planerbund am Donnerstag gegenüber unserer Redaktion bestätigt.

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Wie er im Gespräch erklärt, seien die Verhandlungen mit dem Einzelhandel nicht erfolgreich verlaufen. Um das Projekt dennoch umsetzen zu können, wolle er den Weg für andere Investoren frei machen. „Uns ist der Städtebau und die Architektur wichtig“, sagt er. „Wir sind auch glücklich, wenn ein anderer es macht“, fügt er hinzu. Planerisch wolle er jedoch im Boot bleiben. An dieser Stelle sind für ihn mehrere Wege denkbar: „Ich würde die Planung verkaufen“, erklärt er. Lieber wäre ihm jedoch, das Planungshandwerk mindestens bis zum Bauantrag fortzuführen. Dann unter der Regie eines anderen Investors. Den bisherigen Verlauf habe er immer offen kommuniziert.

An den Neubau war von der Stadt eine Bedingung geknüpft: Ein Frequenzbringer aus dem Einzelhandel sollte im Erdgeschoss des neuen Gebäudes angesiedelt werden. Eine Drogeriemarktkette sei dafür im Gespräch gewesen. „Wir haben Verhandlungen geführt, sind aber nicht überein gekommen“, erklärt Jörg Hannemann.

So sieht die aktuelle Planung des Projekts „Bremer Tor“ aus. Auch der neue Investor soll diesen Plänen folgen.

So sieht die aktuelle Planung des Projekts „Bremer Tor“ aus. Auch der neue Investor soll diesen Plänen folgen. © Planerbund

Einen Namen des infrage kommenden Unternehmens möchte er am Donnerstag nicht nennen. Auch um Verhandlungen neuer Investoren nicht zu erschweren. Zuvor hatte er das Projekt im Rat der Stadt mit einer Visualisierung präsentiert. Da hatte der Name Rossmann auf der Fassade des Gebäudes gestanden.

Stadt sucht nach interessierten Investoren

Die Stadt Vreden hatte zuvor bereits in einer Pressemitteilung erklärt, dass sie allen interessierten Investoren die Möglichkeit einräumen will, sich um das Grundstück in der Innenstadt zu bewerben. Demnach hatte der Rat am 24. Juni in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen, das Grundstück für alle Interessierten wieder freizugeben.

Investoren sollen sich bei der Stadt melden

Interessierte Investoren können sich für weitere Informationen an Christian Micheel von der Fachabteilung Wirtschaft und Bauen bei der Stadt Vreden wenden; Tel. (02564) 303230, E-Mail.

Diese sollen sich allerdings an die bisher beschlossenen Planungen des Büros Planerbund halten. Die sehen an der Stelle ein zweieinhalb geschossiges Wohn- und Geschäftshaus vor: Im Erdgeschoss entstehen zwei Flächen für Einzelhandel, eine mit 600 bis 700 Quadratmetern, eine mit 120 Quadratmetern. In den Obergeschossen sollen Wohnungen gebaut werden. Auch diese Planung ist schon einmal überarbeitet worden. Ursprünglich war das Gebäude höher und mit größeren Fenstern geplant. Das stieß in der Politik jedoch auf Kritik.

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Wie Bernd Kemper, Erster Beigeordneter der Stadt Vreden auf Nachfrage erklärte, sollen die bisherigen Investoren mit einem Schreiben vom 2. Juli über die neue Situation informiert werden. „Sie können sich um die Vergabe bewerben, müssen aber ein Gebäude auf Basis des Entwurfs von Planerbund errichten“, sagt er. Auch müssen sie bei der Bewerbung bereits einen Ankermieter nennen. Aus der bisherigen Beratung in der Politik werde ganz klar ein Drogeriemarkt bevorzugt. „Eine Apotheke wird dort nicht favorisiert“, stellt Bernd Kemper klar. Das war ein weiteres Konzept, das im Vorfeld diskutiert wurde.

Investoren können sich bis September bewerben

Weitere Investoren können sich noch bis zum 11. September bei der Stadt um das Projekt bewerben. Günstig wird es nicht. Wie Bernd Kemper erklärte, liegt der Quadratmeterpreis für das 2357 Quadratmeter große Grundstück im Herzen Vredens bei 280 Euro. Zum neuen Zeitplan konnte er am Donnerstag noch nichts sagen. Nach der Bewerbungsfrist müsse der Bauausschuss und der Rat aber über einen möglichen neuen Investor und seine Pläne beraten.

Wie geht es auf dem Bremer Platz weiter? Nachdem der bisherige Investor abgesprungen ist, sucht die Stadt Vreden nun jemanden, der die Planung "Bremer Tor" dort umsetzen möchte.

Wie geht es auf dem Bremer Platz weiter? Nachdem der bisherige Investor abgesprungen ist, sucht die Stadt Vreden nun jemanden, der die Planung "Bremer Tor" dort umsetzen möchte. © Stephan Teine

Von Seiten der Firma Rossmann gab es zu möglichen Plänen in der Vredener Innenstadt bisher keine Aussage. Gespräche kommentiere man grundsätzlich nicht, hieß es von dem Unternehmen. Allerdings sei man immer auf der Suche nach optimalen Standorten. Von einem konkreten Umzug sei jedoch nichts bekannt.

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