Digitale Endgeräte gehören nicht erst seit Lockdown und Homeschooling zum Alltag im Unterricht. In Vreden werden aktuell aber nur 142 Geräte verliehen. Alle anderen Schüler nutzen eigene Geräte. © dpa
Medienentwicklungsplan

Bis 2026: 2,5 Millionen Euro für digitale Technik in Vredener Schulen

1,2 Millionen Euro hat die Stadt Vreden seit 2014 in digitale Technik an den Schulen investiert. 2,5 Millionen Euro kommen bis 2026 dazu – um das aktuelle Level zu halten. Es gibt einen Plan.

Für Technik an den Vredener Schulen hat die Stadt in den vergangenen Jahren 1,2 Millionen Euro investiert. Für Netzwerk- und Präsentationstechnik in den Klassenzimmern, IT-Räume oder auch die Internetanbindung insgesamt.

Allein insgesamt 770 Tablets hat die Stadt Vreden für die Schulen in der Stadt bestellt. Rund 500 davon fehlen aktuell noch. Wegen Lieferschwierigkeiten. „Die sollen aber in diesen Tagen bei uns eintreffen“, erklärte Thomas Assing von der Stadt Vreden am Mittwoch auf Nachfrage. Insgesamt sei die Stadt damit dann sehr gut aufgestellt.

Aktuell sind von diesen Geräten 142 an Schülerinnen und Schüler verliehen. Im Ausschuss für Wirtschaft und Digitales war Christian Groh (Grüne) diese Zahl noch aufgestoßen: „Sind tatsächlich nur 32 Prozent der Geräte an die Schüler verliehen? Und haben wir dann demnächst veraltete Geräte im Schrank?“, wollte er wissen.

Nicht-verliehene Geräte werden demnächst gebraucht

Thomas Assing bestätigte die niedrige Ausleihquote. Der Verleih erfolge über die jeweiligen Schulen. „Ich kann auch nicht sagen, woran es liegt“, erklärte er. Bürgermeister Tom Tenostendarp ergänzte, dass wohl die meisten Schüler eigene Geräte zu Hause hätten, die sie für den Distanzunterricht nutzen würden.

Keinesfalls würden die Geräte demnächst allerdings weiter ungenutzt bleiben. Das bestätigt Thomas Assing auf Nachfrage gegenüber unserer Redaktion. Aktuell seien Geräte an die Schüler ausgeliehen, die über keine eigenen Geräte verfügen und nicht in die Schulen kommen können. Sobald wieder ein regulärer Schulbetrieb stattfinden könne, würden die Geräte aber in jedem Fall im Unterricht genutzt. „Die liegen nicht ungenutzt herum“, erklärt er.

In der St.-Felicitasschule tagte der neue Ausschuss für Wirtschaft und Digitales. Die Politiker stimmten dafür, bis 2026 über 2,5 Millionen Euro für digitale Technik an den Vredener Schulen auszugeben.
In der St.-Felicitasschule tagte der neue Ausschuss für Wirtschaft und Digitales. Die Politiker stimmten dafür, bis 2026 über 2,5 Millionen Euro für digitale Technik an den Vredener Schulen auszugeben. © Stephan Rape © Stephan Rape

Jürgen Thomaßen, Inhaber des Beraterbüros Thomaßen Consult aus Köln, hat für die Stadt Vreden den Medienentwicklungsplan fortgeführt. Und er machte eins deutlich: „Ja, in den vergangenen Jahren wurde viel angeschafft. Aber ein Großteil der Geräte muss in fünf bis sechs Jahren ersetzt werden“, sagte er. Dann seien die Geräte schlicht veraltet. „Das kann jeder nachvollziehen, der an seinen privaten Computer zu Hause denkt“, erklärte er.

Deswegen stehe die Stadt bis 2026 erneut vor Investitionen von rund 1,874 Millionen Euro für Hardware und noch einmal etwa 644.000 Euro für Wartung, Anbindung, Support oder Einweisungen.

Das aktuelle Level beibehalten

„Nur so kann die Stadt das Level dauerhaft beibehalten“, erklärte er. Dabei sei der Medienentwicklungsplan nur eine Empfehlung. Der werde ständig an die Wünsche der Schulen angepasst – etwa wenn es um Detailfragen der Ausstattung gehe. „Der Kostenrahmen wird dabei aber eingehalten“, fügte er hinzu.

Reinhard Laurich (SPD) war der Plan zunächst zu langfristig. „Ist es sinnvoll, ihn auf einen Sechs-Jahres-Zeitraum festzuschreiben?“, fragte er. Schließlich entwickle sich die Technik viel schneller und kurzfristiger. Ähnlich argumentierte auch Daniel Leuders (Grüne). Auch er warb dafür, den Plan nur auf zwei Jahre festzuschreiben, um flexibler mit den sehr kurzlebigen Medien planen zu können.

Stadt muss langfristig planen können

Der Fachplaner aus Köln vertrat eine andere Ansicht: Die Stadt brauche Kontinuität, um die Ausgaben planen zu können. Auch wenn sich die Technologie in der Zwischenzeit ändere, habe das keine zu großen Auswirkungen. Beim Start des letzten Medienentwicklungsplans etwa sei man noch von Laptops ausgegangen. Erst im Nachhinein habe man sich dann für die Tabletlösung entschieden. „Nach meiner Erfahrung ist der finanzielle Aufwand ähnlich – egal um welche Technik es geht“, so Jürgen Thomaßen.

Dem konnten sich die Politiker anschließen und stimmten einstimmig zu.

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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