Melanie Gebing ist mit ihrem Unternehmen Berkelgold in die Innenstadt gezogen. Alle Schmuckstücke stellt sie selbst her. © Victoria Garwer
Innenstadt

Berkelgold: Melanie Gebing eröffnet Laden und Schmuck-Werkstatt

Zehn Jahre lang hat Melanie Gebing ihr Unternehmen Berkelgold von zu Hause aus geführt. Jetzt hat sie ein Ladenlokal in der Vredener Innenstadt gemietet. Für den Schritt gibt es zwei Auslöser.

Für Melanie Gebing ist es ein Traum, der in Erfüllung geht. Ein eigener Laden samt Werkstatt, wo sie ihre Schmuckstücke präsentieren und herstellen kann. Die 41-Jährige ist mit ihrem Unternehmen Berkelgold in ein bislang leer stehendes Ladenlokal an der Neustraße in der Vredener Innenstadt gezogen.

Auf schlichten weißen Tischen werden Ringe, Kettenanhänger und Ohrstecker von kleinen Lampen angestrahlt. Blickfang ist ein knallbuntes Wandgemälde einer Frau, das vom Boden bis unter die Decke reicht.

Das Ladenlokal ist puristisch eingerichtet. Hingucker ist das knallbunte Wandgemälde.
Das Ladenlokal ist puristisch eingerichtet. Hingucker ist das knallbunte Wandgemälde. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Durch eine Tür geht es in die Werkstatt der Goldschmiedemeisterin und Schmuckgestalterin. Doch auch wenn die Endergebnisse oft fein und edel sind, hier geht es durchaus grob zu. Große Schraubenschlüssel hängen an einem Regal, daneben liegen Hammer, Zieheisen und Walzen.

Pandemie hat Melanie Gebing aus der Komfortzone geholt

Bislang hatte Melanie Gebing ihre Werkstatt zu Hause. Zehn Jahre lang hat sie ihr Unternehmen von dort aus geführt. Dass sie nun in ein eigenes Ladenlokal zieht, hat zwei Gründe.

Der erste ist die Pandemie. „Corona war der Auslöser, der mich aus der Komfortzone geschmissen hat“, sagt sie. Denn seit einem Jahr finden quasi keine Ausstellungen mehr statt. Doch diese braucht Melanie Gebing, um ihren Schmuck zu präsentieren und so neue Kunden zu akquirieren.

Melanie Gebing sieht sich in erster Linie als Handwerkerin.
Melanie Gebing sieht sich in erster Linie als Handwerkerin. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Im November hat sie sich deswegen dazu entschlossen, erstmals einen festen Standort für Laufkundschaft einzurichten. Im Aechterhook hat sie Kunden ihre Werke gezeigt. So konnte die Vredenerin im Weihnachtsgeschäft wenigstens noch ein bisschen was verdienen. Das Ganze war von vorneherein als Übergangslösung geplant.

Förderprogramm hilft bei dem großen Schritt

Denn der Weg zu einem dauerhaften Ladenlokal ist nicht so einfach. „Das ist ein großer Schritt. Das Förderprogramm hat ihn ein bisschen einfacher gemacht“, sagt Melanie Gebing. Und das ist auch der schon angesprochene zweite Grund.

Das Land NRW fördert zurzeit die Entwicklung von Innenstädten. Die Stadt Vreden hat eine Förderzusage bekommen und kann von diesem Geld nun leer stehende Ladenlokale in der Innenstadt mieten und an Händler weitervermieten. Die Eigentümer verzichten auf einen Teil der Miete, das Land übernimmt einen Großteil und die Stadt einen kleineren Teil, sodass der neue Mieter letztendlich nur noch 20 Prozent der Ursprungsmiete zahlt.

Kontaktdaten

  • Das Geschäft Berkelgold ist an der Neustraße 12 in Vreden zu finden.
  • Melanie Gebing ist unter Tel. (02564) 39 40 25 oder Tel. 0175 379 8999 oder per Mail: melanie@berkelgold.de für Terminabsprachen zu erreichen.

Wegen der laufenden Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen kann Melanie Gebing keine große Eröffnung feiern. Sie hat auch noch keine festen Öffnungszeiten und ist zurzeit nur nach Terminvereinbarung anzutreffen.

Neues Leben für alte Schmuckstücke

In ihrer Auslage liegen auffallend viele Ringe. „Grundsätzlich mache ich alles, aber Ringe laufen auf Ausstellungen am besten“, sagt Melanie Gebing. Das liege auch daran, dass Ketten, Anhänger und Ohrringe oft teurer sind. Ihren Stil beschreibt sie so: „Ich versuche, nicht so Standardsachen zu machen. Ich bin in erster Linie Handwerkerin und das soll auch so bleiben.“

Jedes einzelne Schmuckstück stellt Melanie Gebing selbst her.
Jedes einzelne Schmuckstück stellt Melanie Gebing selbst her. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Heißt: Melanie Gebing fertigt jedes Schmuckstück, das sie verkauft, selbst an. Alles Handarbeit, betont sie. Eine ihrer Besonderheiten sind die sogenannten Proberinge. Wer bei der Vredenerin Trauringe bestellt, bekommt vorher die ausgesuchten Exemplare aus Silber. „Die können die Kunden dann 14 Tage zur Probe tragen und schauen, ob Größe und Form wirklich passen“, erklärt Melanie Gebing. Erst danach fertigt sie die richtigen Ringe aus dem gewünschten Material an.

Dabei achtet sie übrigens darauf, dass die Edelmetalle und Edelsteine unter guten Bedingungen hergestellt werden. Aber auch alte Erbstücke oder aus der Mode gekommenen Schmuck können Kunden zu Melanie Gebing bringen. Wenn möglich, macht sie daraus dann ganz neue Schmuckstücke.

Über die Autorin
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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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