Beeindruckende Tierfotos: Josef Freitag (66) bekommt fast alles vor die Linse

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Für Josef Freitag (66) aus Vreden ist die Tierfotografie etwas ganz Besonderes. Mit seinen Fotos hat er schon Auszeichnungen gewonnen. Jüngst gelangen ihm wieder beeindruckende Aufnahmen.

Vreden

, 22.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Josef Freitag (66) aus Vreden ist die Tierfotografie etwas ganz besonderes. Viel mehr als nur bloß auf den Auslöser der Kamera zu drücken. Es ist Studium und Improvisation gepaart mit einem glücklichen Händchen. Das belegen auch seine jüngsten Motive auf eindrucksvolle Weise.

Vom Balkon aus hat der Vredener einen männlichen Haussperling (Spatz) dabei fotografiert, wie er ein Jungtier füttert. Und wer jetzt denkt, Josef Freitag hätte dafür ein dickes Teleobjektiv rausgeholt und das Bild aus großer Entfernung aufgenommen, der täuscht sich. „Ich hatte das Motiv in etwa einem Meter vor meiner Linse“, so der Hobbyfotograf im Gespräch mit der Redaktion.

Aktives Vorgehen ist bei der Tierfotografie gefragt

Wobei das mit dem Hobby nur noch so halb stimmt. Einfach, weil Josef Freitag für seine Bilder schon Preise gewonnen hat. Mehrere Stunden täglich ist er mit seiner Kamera unterwegs. Immer auf der Suche nach Motiven. Sein Lieblingsmotiv sind Vögel, gerne aber auch Insekten oder andere spannende Dinge. „Ich bekomme praktisch alles vor die Linse.“

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So wie die Spatzenfütterung am 18. Juli. „Es war Zufall, dass ich das gesehen habe“, erinnert sich der 66-Jährige. Schnell habe er die Kamera gegriffen, sich etwas rangepirscht und abgedrückt. „Wenn man nur auf ein Motiv wartet, wird man alt.“ Aktives Vorgehen sei gefragt. Immer.

Hintergrund ist keine Leinwand

Der blaue Hintergrund, der ein bisschen an eine Leinwand im Fotostudio erinnert, ist nichts anderes als der blaue Vredener Himmel. „Vögel sollte man immer von unten fotografieren“, erklärt Josef Freitag. Es ist der gleiche Leitsatz wie bei der Fotografie von Kindern. Bei einem Foto von oben herab gehe zu schnell die Wirkung und Dynamik verloren.

Solch tolle Aufnahmen gelingen Josef Freitag nur mit viel Wissen über sein Motiv.

Solch tolle Aufnahmen gelingen Josef Freitag nur mit viel Wissen über sein Motiv. © Josef Freitag

Und dass der Hobbyfotograf überhaupt so nah an die Tiere herankommt, ist natürlich nicht nur Zufall. Im Gegenteil. Während die Sache bei der Spatzenfütterung noch ohne große Hilfsmittel möglich war, ist zum Beispiel bei der Fotografie von Eisvögeln am Berkelsee ein Tarnzelt notwendig. „Nur so kommt man im Lebensraum der Tiere nah genug heran.“

Das Fotomotiv muss genau studiert werden

Und genau darum gehe es, erklärt Josef Freitag. Auf große Distanz könne jeder ein Bild schießen, aber wenn man bei Tieren tolle Aufnahmen erzielen wolle, müsse man sich eben selbst bewegen. „Und dabei ist dann Improvisation gefragt.“ Und zuvor natürlich ein ausführliches Studium des Motives. Wo hält es sich auf? Wie verhält es sich? Wo ist die Chance auf ein tolles Motiv am höchsten? Das sind einige der Fragen.

Beantworten muss sich dieser Fragen jeder Fotograf selbst. „Da werde ich nichts verraten. Das war viel akribische Arbeit“, so der Josef Freitag, der selbst seit 2006 im Fotografie-Fieber ist. Und es bleiben wird, wie er versichert.

Naturfotograf Josef Freitag aus Vreden ist immer mit der Kamera unterwegs, hier im Jahr 2015.

Naturfotograf Josef Freitag aus Vreden ist immer mit der Kamera unterwegs, hier im Jahr 2015. © Thorsten Ohm (A)

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