Alte Spinnerei Huesker in Vreden wird nicht als Denkmal geschützt

dzBierbaum-Gelände

Die Interessengemeinschaft, die für den Erhalt der Spinnerei Huesker in Vreden kämpft, hat einen Rückschlag erlitten. Das Gebäude wird nicht unter Denkmalschutz gestellt.

Vreden

, 26.11.2019, 10:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die alte Spinnerei Huesker wird nicht unter Denkmalschutz gestellt. Das hat der Rat der Stadt Vreden in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Einstimmig war die Entscheidung jedoch nicht.

Über das Thema wurde durchaus kontrovers in den Fraktionen diskutiert – mit unterschiedlichem Ergebnis. Christoph Terrahe (CDU) sprach sich gegen den Denkmalschutz aus: „Ich wohne in einem denkmalgeschützten Haus und weiß, wie es sich anfühlt, wenn man nicht alles tun kann, was man möchte. Das ist ein massiver Eingriff in die Nutzungsmöglichkeiten.“

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Die CDU-Fraktion vertraute zudem auf das Urteil der Experten vom LWL. In dem Gutachten heißt es, dass die Spinnerei Huesker aus dem Jahr 1926 zwar erhaltenswert sei, aber kein Denkmal.

Interessengemeinschaft legt Stellungnahme vor

Die Interessengemeinschaft, die für den Erhalt des Gebäudes kämpft, hat hingegen am Tag der Ratssitzung eine andere Einschätzung vorgelegt. Dr. Roland Günter, ein Experte für Denkmalschutz, erklärt darin auf acht Seiten, warum das Gebäude „ohne Wenn und Aber“ in die Denkmäler-Liste eingetragen werden müsse.

„Nach dem Gespräch mit der Interessengemeinschaft war ich fest überzeugt, das Thema hier vertagen zu wollen“, begann Gerd Welper (Grüne) seine Stellungnahme im Rat in Bezug auf diese neue Einschätzung. „Aber als ich das gelesen habe, war ich wirklich enttäuscht. Da ist wenig Substanz drin, kein Bezug zu Vreden.“

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Einig war sich die Grünen-Fraktion in dieser Einschätzung jedoch nicht. Sandra Lentfort sprach sich für einen vorläufigen Denkmalschutz aus. Dann könnte man länger über das Thema beraten, ohne dass das Gebäude in dieser Zeit abgerissen werden darf.

Gutachten sind nicht eindeutig genug

So sah es auch Elmar Kampshoff (UWG). Ihn störten vor allem die Widersprüche in den beiden vorliegenden Stellungnahmen. „Das Gebäude hat eine einmalige soziokulturelle Geschichte und Bedeutung. Aber die Gutachten werfen Fragen auf, sie sind nicht eindeutig genug. Ich finde eine vernünftige Prüfung sinnvoll.“

Die Verwaltung hingegen betonte, dass der Sachverhalt bereits fachmännisch beurteilt wurde und zwar vom LWL. Das Schreiben von Roland Günter sei nur eine private Meinung in diesem Verfahren.

Diese Ansicht vertrat auch Reinhard Laurich (SPD): „Wir können nicht gegen ein Fachgutachten argumentieren.“ Die FDP-Fraktion war sich uneinig beim Thema Denkmalschutz.

Gespräch mit dem Eigentümer als nächster Schritt

Und so stimmten schließlich 26 Ratsmitglieder gegen einen Denkmalschutz, 4 sprachen sich dafür aus, ein Ratsmitglied enthielt sich. Als Denkmal ausgewiesen wird die alte Spinnerei also nicht. Reinhard Laurich (SPD) gab der Interessengemeinschaft mit auf den Weg: „Wenden Sie sich an den Eigentümer. Besprechen Sie mit dem Ihre Ideen. Das ist der einzige Weg, wie es funktionieren kann.“

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