KFZ-Meister Alfred Kemper setzt in seinem Betrieb auf digitale Kontaktnachverfolgung. Dafür nutzt er unter anderem die App „Luca“. Aber auch per Chayns oder ganz analog können sich Kunden bei ihm registrieren. © Stephan Rape
App gegen Pandemie

Alfred Kemper setzt in seiner Werkstatt auf Kontaktverfolgung per „Luca“

Er müsste die Kontakte in seiner Werkstatt nicht erfassen. Doch Alfred Kemper will alles gegen die Pandemie tun – und setzt auf die App „Luca“. Bei seinen Kunden rennt er damit offene Türen ein.

Immer häufiger tauchen auch im Vredener Stadtbild QR-Codes auf, mit denen man sich per App „Luca“ in einem Betrieb registrieren kann. Einer von ihnen ist die Werkstatt von Alfred Kemper.

Der Vredener setzt voll auf Kontaktverfolgung. Neben Impfungen und regelmäßigen Schnelltests sei das der einzige Weg, um die Pandemie einzudämmen. In der Werkstatt des Vredener KFZ-Meisters wird deswegen nur bedient, wer sich auch registriert. Dafür nutzt er in erster Linie die App „Luca“. „Seit zweieinhalb Wochen habe ich die im Einsatz und bisher nur sehr gute Resonanzen von den Kunden gehört“, sagt er.

Werkstatt müsste Kontakte eigentlich gar nicht registrieren

In seiner Autowerkstatt müsste er eigentlich überhaupt keine Kontakte nachverfolgen. „Wir sind ein systemrelevanter Betrieb“, erklärt er. Dennoch hält er die Registrierung der Kunden im Kampf gegen die Corona-Pandemie für absolut notwendig. „Das müsste es eigentlich an jeder Dönerbude, in jedem Supermarkt und jedem Betrieb geben“, sagt er. So könnten auch die Gesundheitsämter entsprechend entlastet werden. Und eine mögliche Infektionskette eingedämmt werden.

Für diejenigen, die kein Smartphone haben oder die Apps nicht nutzen wollen, hält er auch vorgedruckte Papierzettel parat. „Die habe ich aber bisher noch nicht gebraucht“, sagt er. Seine Kunden würden sich fast wie von selbst mit ihrem Smartphone bei ihm ein- und auschecken.

Für ihn der größte Vorteil: Die Verfolgung per App funktioniere ohne großen Papierkrieg und weitgehend ohne weiteren Aufwand. Für den hätte er in seinem Betrieb auch keine Zeit. Rund um seine Werkstatt hat er in der App einen sogenannten Geofence eingerichtet. Verlassen die Kunden den Umkreis von rund 50 Metern, soll die App sie automatisch wieder auschecken. „So ganz funktioniert das aber noch nicht“, gibt Alfred Kemper zu. Doch auch das werde wohl noch nachgebessert.

Daten kann erst das Kreisgesundheitsamt entschlüsseln

Die App „Luca“ verschlüsselt die Kontaktdaten der Nutzer. Sie können sich vor Ort eintragen, indem sie mit dem Smartphone beispielsweise einen QR-Code scannen. Die Daten, die dabei hinterlegt werden, sind allerdings komplett verschlüsselt. Erst das Gesundheitsamt kann die Daten später auslesen und so Infektionsketten verfolgen.

Wie viele Betriebe im Kreis Borken die App „Luca“ inzwischen nutzen, kann Ellen Bulten von der Pressestelle des Kreises auf Nachfrage nicht beantworten. „Wir kommen erst ins Spiel, wenn die Daten nach einer Infektion freigegeben werden“, erklärt sie. Zwar gebe es eine Schnittstelle mit dem Kreisgesundheitsamt, die werde aber erst aktiviert, wenn eine Infektion gemeldet wird.

Neben „Luca“ gebe es ja auch weitere Apps oder Wege zur Nachverfolgung von Kontakten. Deswegen werde auch nicht für eine spezielle App geworben. Insgesamt hatte Landrat Dr. Kai Zwicker aber schon Mitte März die App befürwortet: „Der Einsatz der ‚Luca‘-App ist eine tolle Unterstützung für die Kontaktpersonennachverfolgung für unser Gesundheitsamt“, erklärte er da in einer Pressemitteilung.

Vergleich mit der Pilotkommune Kreis Warendorf

Im Kreis Warendorf wurden vor einigen Wochen bereits Schlüsselanhänger mit den QR-Codes verteilt. Mit denen ist die Registrierung auch ohne Smartphone möglich: In den Codes sind die persönlichen Daten jedes Nutzers hinterlegt. Per Scan in Geschäften wird der Kunde erfasst. Das ist so im Kreis Borken noch nicht geplant. „Der Kreis Borken war ja auch Pilotkommune für die Einführung der App“, sagt Ellen Bulten. Ein entsprechendes Konzept könne aber beispielsweise durch die jeweiligen Stadtmarketings noch gut umgesetzt werden.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
Zur Autorenseite
Stephan Rape
Lesen Sie jetzt