73 Tage, bis der Notarzt abrückt – Die Uhr tickt

dzKommentar

Zur Diskussion um den Abzug des Notarztes aus Vreden lesen Sie hier den Kommentar

Vreden

, 18.10.2019, 18:37 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ich bleibe dabei: Die Vredener Politiker hätten laut aufschreien müssen, als sie Anfang Juli davon erfahren haben, dass der Stadt ihr Notarzt gestrichen werden soll. Das haben sie nicht getan.

Weil es spät war, weil sie nicht zugehört haben, weil sie das Problem nicht erkannt haben, weil sie auf fertige Konzepte gewartet haben oder weil die Verwaltung der Meinung war, eine Mitteilung unter Tagesordnungspunkt 31 reicht für ein Thema dieser Tragweite aus – ich weiß es nicht. Und es ist auch mittlerweile völlig egal.

Eine Woche ist vergangen, seit die Nachricht von den Planungen in Vreden eingeschlagen ist, wie die sprichwörtliche Bombe.

Ende Juni hätte man anfangen können, zu überlegen

Das Kind liegt nun im Brunnen: Ende Juni wurde der Vertrag über das bisherige Notarzt-System gekündigt. Da hätte man anfangen können, zu überlegen. Das haben weder die Politiker im Kreistag noch im Stadtrat getan.

Bis zum 31. Dezember bleiben nun noch 73 Tage, um ein anderes System auf die Beine zu stellen oder den Vredenern zu erklären, dass es ja auch ohne Notarzt in Vreden geht. Ging vor 30 Jahren ja auch. Und überhaupt braucht man den Notarzt ja heute kaum noch.

363 Mal wurde 2018 ein Notarzt dringend gebraucht

363 Mal war das 2018 der Fall. 363 Einsätze in denen es auf jede Minute, wenn nicht gar Sekunde ankommt. 363 Einsätze, in denen man Angehörigen im nächsten Jahr erklären müsste, dass es dem Opfer leider nicht so gut geht, wie es gehen könnte, weil der Notarzt gerade irgendwo noch zwischen Ahaus und Vreden auf der Landstraße steckt.

73 Tage. Und die Uhr tickt.

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