Vor 650 Jahren bestand Ammeloe aus 30 Grundstücken, einer Kapelle und einem Friedhof

dzAmmeloe

Vor 650 Jahren wurde das Dorf Ammeloe zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Das muss gefeiert werden, finden die Ammeloer, und haben ein buntes Programm organisiert.

Vreden

, 05.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Eine Kapelle, ein Friedhof und 30 Grundstücke: Genau so groß war das Dorf Ammeloe zu Beginn. Am 12. Juni 1369 erlaubte Äbtissin Adelheid IV. mit einer Urkunde, in der Bauerschaft Ammeloe eine Kapelle bauen, einen Friedhof anlegen und Grundstücke abstecken zu lassen. Diese erste urkundliche Erwähnung ist jetzt genau 650 Jahre her. Es war die Geburtsstunde des Ammelsken Kring.

„In der Grundstruktur ist der Kring eigentlich bis heute so geblieben“, weiß Hermann Völkering vom Heimatverein Ammeloe zu berichten. 18 Ammeloer und sieben Wennewicker Bauern durften damals auf den angelegten Grundstücken bauen. Zunächst entstanden dort nur Speicher, also zusätzliche Lagerfläche für die Landwirte. Auch Kühe standen in dieser Zeit mitten im Dorf.

Ammelsken Kring steht unter Denkmalschutz

„Später wurden die Gebäude wohnlich ausgebaut, also mit einer Küche und einem Schlafzimmer ausgestattet. Das wird aber etwas völlig anderes gewesen sein, als wir uns heute unter einer Wohnung vorstellen“, so Hermann Völkering. Mehrfach wurden Gebäude abgerissen und neu gebaut. Das wäre heute so einfach nicht mehr möglich. Denn der Kring mit seinen ringförmig um den ursprünglichen Kapellenplatz angelegten Häusern steht unter Denkmalschutz.

Auf dem Friedhof in Ammeloe durften am Anfang nur Kinder bis zehn Jahren beerdigt werden. Andere Bestattungen mussten weiterhin auf dem Friedhof in Vreden stattfinden. Später wurde die ursprüngliche Kapelle abgerissen. Auf dem Platz steht noch heute die Kirche im neogotischen Stil, Baujahr 1858.

Ammeloer wollen ihr Dorf feiern

Für die Ammeloer ist der 650. Geburtstag ihres Dorfes ein Grund zum Feiern. „Wir haben dafür ganz viele Vereine ins Boot geholt. Aus Ammeloe und Wennewick, schließlich gehörten die von Anfang an auch dazu“, erzählt Stefanie Ibing vom Organisationsteam. Einen Festakt mit Reden und Vorträgen soll es aber nicht geben. „Wir wollen uns selbst feiern“, meint Agnes Ostendorf vom Orga-Team.

Vor 650 Jahren bestand Ammeloe aus 30 Grundstücken, einer Kapelle und einem Friedhof

Die großen Banner, die an den Ortseingängen von Ammeloe auf das Dorffest hinweisen, haben die Organisatoren schon aufgehängt. © Privat

Knapp 30 Vereine bringen sich bei dem großen Dorffest mit ein. Das beginnt schon am 18. August mit einem gemeinschaftlichen Schmücken des inneren und äußeren Krings. Bunte Wimpelketten werden aufgehängt und ein Kranz gebunden. Das eigentliche Fest findet dann eine Woche später am Sonntag, 25. August, von 10 bis 18 Uhr statt.

Nach einem Festgottesdienst um 10 Uhr in der Ammeloer Kirche folgt ein buntes Programm der Vereine. Auf einer Bühne zum Beispiel präsentieren sich verschiedene Tanz- und Musikgruppen und die Treckertruppe wird mit ihren Fahrzeugen vor Ort sein. Für die Kinder gibt es eine Hüpfburg, Kinderschminken und einen heißen Draht.

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Der Löschzug Ammeloe der Feuerwehr stellt sein Fahrzeug vor und die Landfrauen informieren an einem speziellen Mobil über die Landwirtschaft. Im Heimathaus Noldes bereitet der Heimatverein die Geschichte des Dorfes in einer Ausstellung auf. Eines ist dem Organisationsteam besonders wichtig: „Es sind natürlich alle Vredener eingeladen, nicht nur die Ammeloer.“

Spendensammlung für ein historisches Bronzemodell

Im Nachgang des Dorffestes möchten die Organisatoren zudem eine Bronzemodell des historischen Krings aufstellen. Doch bevor diese Idee realisiert werden kann, müssen erst einmal Spenden gesammelt werden. Hermann Völkering hat deswegen ein Crowdfunding-Projekt gestartet. Das Ziel sind 5000 Euro, bislang sind schon rund 1900 Euro zusammengekommen. Informationen und Überweisungsträger liegen in den Geschäften und Banken in Ammeloe aus.

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