1000 und eine Nacht...

VredeN Alicia Blömer und Marita Geelink stehen vor einem Riesenberg glatter Petersilie und zupfen die Blätter von den Stängeln, während gegenüber Tränen fließen: Monika Wispel und Marlies Dorka haben den "Zwiebeln-schneiden-Job" erwischt.

04.07.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

1000 und eine Nacht...

In der Küche des VHS-Hauses kämpfen an diesem Sommerabend beim Treffen der Kochgruppe "Mit dem Kochlöffel um die Welt" verschiedenste Düfte um die Vormacht - Sieger bleibt die Nase: es riecht einfach lecker. Nach Gemüse, nach Gewürzen, gebratenem Hackfleisch und irgendwie leicht süßlich: "1000 und eine Nacht" könnte das Motto sein. Denn Ghada Khatoun aus dem Libanon ist heute "Chefköchin", will den 22 Frauen aus zwölf Ländern auf kulinarische Art und Weise Einblick in den Alltag ihrer Heimat geben.

Zimt und Rosenwasser

Sieben-Pfeffer Gewürz, Sesampaste, Zimt, Curmin und Rosenwasser stehen griffbereit, und auch die Peperoni sind nicht nur Dekoration. Ghada hat die Aufgaben verteilt und jetzt den Mixstab im Griff: Das Hack muss fürs "Kibeh" breiig sein. Magdalene Rajab steht ihr organisatorisch zur Seite und bereitet derweil den Fisch mit scharfem Gemüse vor.

Schneiden, Hacken, Spülen, Braten geht Hand in Hand, jede packt an, wo gerade etwas zu tun ist - und sich dazu noch eine Gesprächspartnerin auftut. Petra Schmitt (Vreden) fragt Esther Mweme (Kongo) beim Braten, wie es den Kindern geht, während Erna Tscheschke (Kasachstan) und Ria Sönnekes (Vreden) sich von der Chefköchin erklären lassen, wie der Nachtisch gerollt und dann in die gehackten Pistazien getaucht wird - es geht locker und ungezwungen zu.

Kochbananen? Lecker

"Bei uns im Hochland ist Fleisch wichtig", erklärt Sandra Zúniga-Lisch aus Ecuador, was ihre Heimatküche prägt. "Reis, Wurst, grüne Bohnen, viel mit Schweinefleisch", zählt Olga Rijks aus Kolumbien auf, was zu ihrem Heimatgericht "Bandeja Paisa" gehört. Und Kochbananen - da schaltet sich Alicia Blömer (Philippinen) ein, "die sind lecker". Aus Uganda, Polen, Vietnam, Bhutan und dem Irak kommen weitere der 22 Frauen - und so international ist auch, was die jeweilige Chefköchin auf den Tisch bringt - oft sogar mit passender Musik und Deko.

Als schließlich alle an der festlich gedeckten Tafel sitzen, wird herumgereicht: Houmus (Kichererbsenbrei) und Babaghanoug (Auberginenmus), Taboulé und Kibeh und, und und... Es wird über "Gott und die Welt" geredet und nochmals über die Gewürze und die einzelnen Gerichte. Die Stimmung ist bestens unter den internationalen Frauen. "Ghada, Du machst das aber auch immer gut", seufzt Natalia Gewers als sie beim Nachtisch nicht widerstehen kann - und alle lachen: Sie hat ja so Recht. Satte Zufriedenheit gesellt sich zur Harmonie - Petra Schmitt bringt es auf den Punkt:"Hach, warum kann es nicht immer so sein?". ewa

1000 und eine Nacht...

1000 und eine Nacht...

1000 und eine Nacht...

1000 und eine Nacht...

<p>Gute Laune: Hedwig Hericks, Marita Geelink, Alicia Blömer und Olga Rijks (v. l.) zupfen, schnibbeln und schneiden.</p>

<p>Gute Laune: Hedwig Hericks, Marita Geelink, Alicia Blömer und Olga Rijks (v. l.) zupfen, schnibbeln und schneiden.</p>

Lesen Sie jetzt