Sechs Meter tief und rund sechseinhalb Meter weit ist das Loch am Bahnhof. Darin wirkt die entdeckte Struktur beinahe klein. Ein auffälliges, wenn auch verborgenes Bauwerk ist sie dennoch. © Sebastian Pähler
Baustelle in Unna

Zufallsfund am Busbahnhof: Altes Gemäuer in der Baustelle gibt Rätsel auf

Wer in Unna in die Tiefe geht, der kann etwas erleben. Schon wieder haben Tiefbauarbeiten in der Kreisstadt verborgene Gemäuer hervorgebracht. Deren Ursprünge sind noch ungeklärt.

Schon öfter sind Bauarbeiter in Unna auf vergessene Keller gestoßen, nun haben die Arbeiten im Zusammenhang mit dem Umbau des Kortelbachsystems etwas ganz anderes hervorgebracht.

Ein Portal ins alte Unna?

Als „Brücke“ oder „Portal“ umschreibt Projektleiter Thomas Matter von den Stadtbetrieben die Struktur, die in rund sechs Metern Tiefe den alten Bachlauf kreuzt. Das Bauwerk wurde bei den Bauarbeiten am Busbahnhof entdeckt. Nun ragt es aus der Wand des kreisrunden mit Gittern gesicherten Lochs wie ein vermauertes Portal.

Etwa anderthalb Meter erhebt es sich aus dem Betondeckel, der den alten Kanal verschließt. Der Großteil der Wand ist aus unregelmäßig gehauenen Steinen gemauert, die auf beiden Seiten von massiven Rampen abgestützt werden. Am unteren Rand ist ein Bogen aus Ziegeln zu erkennen, der wahrscheinlich die Öffnung für den Bachlauf abstützt und im Betondeckel verschwindet. Glatte Steinplatten liegen oben auf dem Gebilde auf und lassen es fast ein bisschen wie einen Altar anmuten.

„Wofür es gut war, ob da mal ein Weg drüber führte, wir wissen es nicht“, stellte Projektleiter Matter fest. Vielleicht, mutmaßte er, hatte es auch etwas mit dem alten Unnaer Bahnhof zu tun. Vermerkt war die Struktur jedenfalls nirgendwo.

Arbeiten am Kanal verzögern sich nicht

Die Arbeiten an dem Kanal behindert der Fund nicht. „Wir wollen das alte Profil sanieren. Dafür müssen wir den Betondeckel entfernen. Das Portal als solches lassen wir bestehen“, versicherte Thomas Matter. Allerdings wird es am Ende der Arbeiten, bei denen im Inliner-Schlauchverfahren ein neues Rohr unter den Bahngleisen verlegt werden soll, auch wieder in der Erde verschwinden.

Spuren der Vergangenheit

Es ist nicht das erste Mal, dass die Arbeiten am Kortelbachsystem ein Stück verborgener Stadtgeschichte ans Licht bringen. Zweimal stießen die Arbeiter bei dem Sanierungsprojekt auf zugeschüttete Keller. Besonders interessant war dabei der Fund eines Kellergewölbes, das im August 2017 auftauchte. Bei den Vorbereitungen für die Schachtbaugrube am Morgentor entdeckte man die Überreste der ehemaligen Brauerei und Brennerei Voss.

Auch andere Bauprojekte stoßen immer wieder auf ein Stück altes Unna. So tat sich etwa 2015 beim Abriss des Café Prünte ebenfalls ein vergessener Keller auf. Und auch Unnas bekannter Goldschatz wurde 1952 durch Bauarbeiter entdeckt.

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