Susanne Bräuning ist Kaffeerösterin und schaut sich derzeit nach einem Standort in Unna um. © Christoph Schmidt
Kaffeerösterei

Zieht bald der Duft von geröstetem Kaffee durch Unna?

Susanne Bräuning ist Kaffeerösterin und sucht im Moment ein Ladenlokal in Unna, dafür muss die Lokalität jedoch ganz bestimmte Vorgaben erfüllen.

Der würzige Geruch von frisch geröstetem Kaffee steht in der Luft. Aus einem kleinen Raum hinter dem Verkaufstresen kommt Susanne Bräuning; in der einen Hand hat sie einen grünen Plastiksack, in der anderen einen Jutesack mit einem bunten Logo. Sie stellt beide auf den Boden und greift hinein.

Liebe zum Kaffee zum Beruf gemacht

Susanne Bräuning ist Kaffeerösterin, also eigentlich Heilpädagogin, aber die Liebe zum Kaffee hat sie irgendwann dazu gebracht, beruflich diesen Weg einzuschlagen. „Ich habe oft gemerkt, dass mir der Kaffee, den ich irgendwo bekommen habe, nicht schmeckt. Zu bitter, zu sauer oder zu fade.“

Da es vor einigen Jahre beruflich für sie ohnehin in eine andere Richtung gehen sollte, hat sie somit ihre Liebe zum Kaffee zum Beruf gemacht. „Ich war dann bei mehreren Röstmeistern zum Beispiel in Berlin und Köln und habe gelernt, und irgendwann war ich dann soweit.“ 2013 eröffnet das Röstwerk in Dortmund Hörde.

Rohkaffee hat eine Restfeuchte

Genau dort steht sie nun und lässt die gräulichen Kaffeebohnen aus dem Jutesack durch ihre Finger rieseln. Der Kaffee kommt als Rohware an, seine typische Farbe und natürlich auch den Geruch bekommen die Bohnen erst beim Rösten. Der „Kaffee hat im Rohzustand eine Restfeuchte, die wird durch den Röstvorgang entfernt“, erklärt Bräuning.

Das geschieht in dem Sechs-Kilo-Röster, der hinter ihr steht. Es sei eigentlich ein eher kleiner Röster, aber für ihre Bedürfnisse genau richtig. In diesem Röster wird der Rohkaffee auf Temperatur gebracht. Die Feuchtigkeit dehnt sich aus, und dann passiert es. „Es kommt beim Röstvorgang zum ,Crack‘“, erklärt die Kaffee-Expertin. „Jede rohe Kaffeebohne ist von einem feinen Häutchen umgeben, das durch den Druck der entweichenden Feuchtigkeit irgendwann aufbricht.“ Sie greift in den Plastiksack und zerreibt die Überreste zwischen den Fingern. „Erst wenn das Häutchen nach sechs bis acht Minuten aufbricht, kann sich die Feuchtigkeit ausdehnen, und in den Freiräumen, die dadurch entstehen, kann sich dann das Aroma entfalten.“

Röstvorgang mit Fingerspitzengefühl

Nach 16 bis 18 Minuten ist dann der Röstvorgang abgeschlossen, wann genau, das verlangt ein wenig Fingerspitzengefühl. Kaffee ist ein sehr sensibles Produkt. Zwischendurch kann man anhand der Farbe der Bohnen überprüfen, wie lange es noch dauert, bis der Kaffee fertig ist. Beim Rösten gibt der Kaffee dann seine Säure ab und wird bekömmlicher. Mit einer kleinen Schublade am Röster lässt sich das genau erkennen. „Der Kaffee ist im Zwischenschritt noch ein bisschen marmoriert, das soll er nicht, da achte ich drauf.“ Am Ende ist es der Blick und der Geruchssinn der erfahrenen Rösterin, der sagt: „Jetzt ist er fertig. Nicht gleich, sondern jetzt.“

Eine Rösterei hat spezielle Anforderungen an eine Immobilie

Über den Autor
1982 in Dortmund geboren. Abi in Holzwickede, Journalistik-Studium wieder in Dortmund. Seit 2013 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Freut sich über die spannende Herausforderung, den Wandel eines Traditionsverlags hin zu einem modernen, familiengeführten Multimedia-Unternehmen zu begleiten.
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