Will sich Claudia Keuchel jetzt für eine Führungsstelle direkt unterhalb des Bürgermeisters bewerben? Die Spekulationen darüber dürften anhalten. © Marcel Drawe
Politik

Unnas Grüne „freuen“ sich über Ausschreibung der Beigeordnetenstelle

Strecken Unnas Bündnisgrüne die Hand aus nach einer ersten Beigeordnetenstelle im Rathaus? Eine Bestätigung dafür gibt es zwar noch nicht, aber doch recht deutliche Hinweise.

In der Führungsriege des Unnaer Rathauses herrscht Stühlerücken. Ein Nachfolger für Dirk Wigants vorherige Position als Beigeordneter ist gefunden, zwei weitere Stellen werden jetzt ausgeschrieben. Dass es in diesen Verfahren nicht nur um die fachliche Qualifikation der Bewerber geht, sondern auch um parteipolitischen Einfluss, wird immer deutlicher.

Insbesondere die bald frei werdende Stelle von Kerstin Heidler gerät dabei ins Blickfeld. Die SPD-Frau wechselt von Unna nach Dortmund. Die Veränderung, die sich mit der Kommunalwahl 2020 in der politischen Landschaft Unnas ereignet hat, macht auch einen bündnisgrünen Beigeordneten oder eine Beigeordnete wahrscheinlich. Und am wahrscheinlichsten ist dieser oder diese im Büro Heidlers.

Nach einer Umverteilung von Aufgaben im Verwaltungsvorstand deckt das bisherige Ressort von Kerstin Heidler die Themenfelder Umwelt, Schulen, Kultur, Weiterbildung und Sport ab. Insider stellen fest, dass dieses Stellenprofil wie maßgeschneidert erscheint für eine aufstrebende Frau aus der grünen Bewegung: Claudia Keuchel.

Claudia Keuchel ist erst seit der Kommunalwahl im vergangenen Jahr Mitglied des Stadtrates von Unna, dort allerdings gleich mit Karl Dittrich Teil einer Doppelspitze in der Fraktion geworden. Hauptamtlich hat die Bündnisgrüne zehn Jahre lang im Kulturbereich der Stadt Unna gearbeitet, bevor sie als Kulturreferentin und Fachreferentin für kulturelle Bildung nach Gelsenkirchen wechselte.

Im vergangenen Jahr trat Keuchel zudem für die Grünen in Unna als Bürgermeisterkandidatin an. Nach einem dritten Platz hinter Dirk Wigant und Katja Schuon hatte Keuchel für die Stichwahl eine Wahlempfehlung zugunsten des CDU-Mannes ausgesprochen, der dann mit knappem Vorsprung zum Bürgermeister wurde. Politische Beobachter unken, dass diese durchaus überraschende Empfehlung die Vorleistung für einen Platz in der zweiten Reihe der Verwaltungsspitze sein könnte.

Spitzenstelle mit niedriger Eingangsschwelle

Im Hauptausschuss der Stadt gab es dazu auch öffentliche Wortmeldungen. Klaus Göldner von der Freien Liste Unna warf die Frage auf, warum das Stellenprofil, über das es am Donnerstagabend abzustimmen galt, niedrigere Zugangsvoraussetzungen stelle als das der gerade erst neu besetzten Beigeordnetenstelle im alten Wigant-Ressort.

„Es sind gut dotierte Spitzenämter, die wir hier zu vergeben haben. Ich habe mir den Text der Ausschreibungen genau angesehen und frage mich: Was hält uns davon ab, auch hier die Befähigung für den höheren Verwaltungsdienst einzufordern?“ SPD-Fraktionschef Sebastian Laaser übersetzte Göldners Bedenken für Nicht-Verwaltungsmenschen: „Die Qualifikation sollte Maßstab für die Bewertung der Bewerbungen sein. Dazu zählen auch Verwaltungs- und Führungserfahrung.“

Keuchel selbst hat sich bislang nicht zu Spekulationen über eine Bewerbung im Unnaer Rathaus geäußert und stattdessen auf eine Stellungnahme in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses verwiesen. Sie fiel denkbar knapp aus und wurde von Keuchels Co-Sprecher in der Fraktion, Karl Dittrich, vorgetragen. „Wir freuen uns über diese Ausschreibung für ein zukunftswichtiges Dezernat“, erklärte er, nachdem der Ausschuss den Text der Stellenausschreibung gebilligt hatte. „Das gucken wir uns jetzt an. Danke!“

Über den Autor
Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
Zur Autorenseite
Sebastian Smulka

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.