Hundetrainerin Marina Müller (l.) darf derzeit nur Einzeltrainings anbieten. © Vivien Nogaj
Coronaschutzverordnung

Ordnungswidrige Treffen: „Hunde-Tina“ ärgert sich über Schäferhundeverein im Bornekamp

Die Betreiberin der Hundeschule „Hunde-Tina“ im Bornekamp beschwert sich über das ordnungswidrige Verhalten ihres Verpächters: Die Mitglieder des Schäferhundevereins träfen sich unerlaubt in Gruppen.

Martina Müller ist verärgert. Die Inhaberin der Hundeschule „Hunde-Tina“ auf dem Gelände des Schäferhundevereins im Bornekamp beschwert sich über ihren Verpächter: Während Müller sich an alle Regeln der Corona-Schutzverordnung halte, würden die Mitglieder des Schäferhundevereins sich ordnungswidrig mit mehreren Personen auf dem Gelände treffen, so ihr Vorwurf.

„Menschen, die nun auf der B1 entlangfahren und auf den Übungsplatz schauen, wissen nicht, ob ich mich dort ordnungswidrig verhalte oder der Verein. Sie sehen nur mehrere Hunde.“

Martina Müller, Inhaberin der Hundeschule „Hunde-Tina“

„Es ärgert mich kolossal, dass der Verein sich unzulässigerweise in einer Gruppe trifft, um zu trainieren, während ich derzeit nur Einzelstunden anbieten darf“, sagt sie. Denn auch Müller müsse sich an die Auflagen halten, denen ihre Hundeschule aufgrund der Corona-Schutzverordnung unterliegt. Etwa seien weder Gruppentrainings noch Welpenstunden erlaubt – dabei seien gerade letztere für die Prägung und Sozialisierung der Hunde besonders wichtig.

Hundesport seit zwei Wochen

„Währenddessen muss ich zusehen, wie der Schäferhundeverein OG 23 seit zwei Wochen regelmäßig Hundesport betreibt“, sagt Müller. Zwar sei Müller tolerant, was ein Treffen von zwei Personen auf dem Hundeplatz angeht; aber sich mit vier, fünf Haushalten gleichzeitig zu verabreden, ist für die Hundetrainerin nicht vertretbar.

Besonders ärgerlich sei zudem, dass Müller und der Verein auf dem selben Gelände angesiedelt sind: „Menschen, die nun auf der B1 entlangfahren und auf den Übungsplatz schauen, wissen nicht, ob ich mich dort ordnungswidrig verhalte oder der Verein. Sie sehen nur mehrere Hunde.“ Denn als Pächterin nutze Müller dieselbe Hundewiese. Eine Kundin etwa hätte Müller schon darauf angesprochen, warum sie denn Gruppentrainings anböte, obwohl nur Einzelstunden erlaubt sind. „Ich möchte da einfach nicht mit reingezogen werden. Nachher habe ich den Ärger.“

Die Mitglieder des Schäferhundevereins OG Unna 23 träfen sich unerlaubterweise zu mehreren, so der Vorwurf von Martina Müller. © Vivien Nogaj © Vivien Nogaj

Schäferhundeverein weist Vorwürfe zurück

Bezüglich der Vorwürfe ist der Vorsitzende des Schäferhundevereins, Wilfried Reckmann, sich keiner Schuld bewusst: „Offiziell findet kein Übungsbetrieb bei uns statt“, sagt er. „Wir verbieten unseren Mitgliedern aber nicht, sich zu zweit auf dem Platz zu treffen.“ Einige Übungen könne man schließlich lediglich auf dem Hundeplatz durchführen. Dass die Mitglieder dabei gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen und sich etwa in größeren Gruppen treffen, bestreitet er: „Wir hatten sogar schon einmal die Polizei vor Ort, die uns bescheinigt hat, dass alles konform abläuft.“

Über die Autorin
Geboren 1992 mitten im Ruhrgebiet (Bottrop) und aufgewachsen am Rande des Münsterlandes (Dorsten), hat es sie zum Studieren nach Bielefeld verschlagen (die Stadt gibt es wirklich ;-)). Nach beruflichen Zwischenstationen in Braunschweig, Berlin und Aachen ist sie froh, wieder zurück im Pott zu sein und Geschichten für Unna zu schreiben. Wenn sie nicht journalistisch unterwegs ist, hört sie gerne Musik, wandert im Grünen oder faulenzt mit einem guten Buch im Café.
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