Gemeinsam genutzt und gepflegt wird im Mehrgenerationenhaus der UKBS an der Sybil-Westendorp-Straße unter anderem der schöne Freizeit- und Nutzgarten, der im kommenden Jahr auch bei den Offenen Gärten dabei sein wird. Vertreter von Politik und UKBS haben sich das Haus am "WohneNRW-Tag" angesehen. Mieterin Gaby Jöhnk (l.) führte die Gäste durch die Anlage. © Hornung
Wohnen in Unna

Mehrgenerationenhaus: Alleine wohnen, gemeinsam feiern und gärtnern

Singles, Paare, Familien: Im Generationenprojekt der UKBS an der Sybil-Westendorp-Straße leben seit knapp vier Jahren unterschiedlichste Menschen in einer starken Gemeinschaft zusammen.

Dass sie nun stetig dafür sorgt, dass die Nachbarschaft zusammenhält, hatte Gaby Jöhnk eigentlich gar nicht geplant. Es fügte sich so. Die Unnaerin lebt im Mehrgenerationenhaus der UKBS an der Sybil-Westendorp-Straße. Hier wohnen Alt und Jung, Paare und Singles, außerdem Menschen verschiedener Nationen. Unterm Strich ist so niemand einsam oder isoliert.

„Selbstverständlich haben wir auch alle eine Wohnungstür, die normalerweise verschlossen ist“, sagt die umtriebige Mieterin über die Form, wie sie und die anderen Bewohner des Mehrgenerationenhauses miteinander leben. Aber: Dass das Miteinander großgeschrieben wird, und die Gemeinschaft zusammenhält, wird deutlich, während sie durch den Garten und die Räumlichkeiten führt und berichtet, was die Menschen hier in knapp vier Jahren alles gemeinsam erlebt haben.

Geförderte Wohnprojekte öffnen ihre Pforten

Am Freitag, zum „WohneNRW-Tag“, waren Vertreter von Politik, Stadtverwaltung und UKBS zu Gast. Zum Aktionstag öffneten in ganz NRW Wohnprojekte ihre Pforten, um zu zeigen, was öffentliche Wohnraumförderung bewirkt.

Im Garten haben einige Bewohner dem Mitglied des Bundestages Oliver Kaczmarek (r.) davon berichtet, wie der Alltag in einem Mehrgenerationenhaus abläuft. © Hornung © Hornung

Gaby Jöhnk ist stolz auf die Hochbeete im toll angelegten Garten, auf die Zucchini und das andere Gemüse, das die Bewohner gemeinsam ernten. Hier sollen vor allem die Jüngeren mit anpacken. Matthias Fischer, Geschäftsführer der UKBS, ist derweil stolz auf die Zahlen, die er zum Aktionstag präsentieren durfte.

Denn während nur zehn Prozent der 109.000 Mietwohnungen im Kreis Unna öffentlich gefördert sind, liege die Förderquote der 2900 UKBS-Wohnungen bei 50 Prozent. „Bis Ende 2030 soll die Zahl der geförderten Wohnungen im Kreis von 11.000 Wohnungen auf 6.100 sinken“, erklärte Fischer. Umso wichtiger sei es, zu zeigen, welche Bedeutung und welchen Nutzen die Wohnraumförderung habe.

Barrierefrei, hell und modern

Das Mehrgenerationenhaus der UKBS zeigt auf jeden Fall deutlich, dass beim Thema Wohnbauförderung keiner mehr an schlichte Sozialwohnungen denken muss. Das gesamte Haus ist barrierefrei, hell und modern ausgestattet. Zu jeder Wohnung gibt es einen Stellplatz in der Tiefgarage. Alle Bewohner können einen Gemeinschaftsraum nutzen, für Partys und Abende mit Freunden. Der hat eine Küche und sogar ein separates Gästezimmer.

Denn, wer normalerweise alleine in einer der geförderten 52-Quadratmeter-Wohnungen lebt, hat kaum Platz, wenn doch einmal Gäste vorbeikommen. Am Freitag bereiteten zwei Mieter einen Kindergeburtstag im Gemeinschaftsraum vor, während sich viele Nachbarn im Garten unter Sonnenschirmen versammelt hatten. Es gab Getränke, später wurde der Grill angeschmissen. Gemeinsam feiern ist keine Seltenheit im Mehrgenerationenhaus.

Alle Mieter im Haus dürfen den Gemeinschaftsraum mit Küche für Treffen und Feiern nutzen. An den Raum angeschlossen ist ein Gästezimmer für Besuch, der in den kleineren Wohnungen nicht untergebracht werden kann. © Hornung © Hornung

Gemeinsam wird aber auch Kuchen gebacken; die Mieter nahmen am Stadtradeln teil – und man hilft sich gegenseitig, etwa beim Einkaufen, bringt sich einmal im Monat beim Haustreffen ein. „Die Hausgemeinschaft sucht ihre neuen Mieter selber aus, alle Erwachsenen haben ein Stimmrecht“, erklärt Gaby Jöhnk. Dabei werde geschaut, dass die Nachbarschaft so divers wie möglich ist – es muss aber auch menschlich passen. „Bei 24 Parteien ist Kommunikation das A und O.“ Acht Monate alt ist der jüngste Neuankömmling im Mehrgenerationenhaus, 82 Jahre zählt die älteste Mieterin.

Mieter haben die Wohnform bewusst gewählt

„Eine bunt zusammengewürfelte Nachbarschaft gibt es sicherlich auch in anderen Mietshäusern, aber hier wissen die Mieter schon vorab sicher, wie ihre Nachbarschaft aussieht“, sagt Matthias Fischer von der UKBS.

Außerdem leben hier Menschen, die diese Wohnform bewusst gewählt haben, den nachbarschaftlichen Austausch wollen. Mehrgenerationenhäuser eignen sich also super für Alleinstehende, die nicht ganz einsam sein wollen, aber auch für Paare und Familienmenschen, die sich gerne in einer Gemeinschaft einbringen.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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