Es braucht mehr als nur frische Farbe, um die Eishalle wieder betriebsbereit zu bekommen. Nach einer aktuellen Prüfung rechnet die Stadt Unna mit Sanierungskosten von mindestens 12,5 Millionen Euro. © Udo Hennes
Politik

Kosten für die Rettung der Eishalle sind jetzt achtstellig

Die neue Untersuchung der Sanierungsszenarien für Unnas Eissporthalle bringt auch neue Kostenprognosen auf den Tisch. Für eine „Minimalvariante“ rechnet die Stadt Ausgaben von rund 12,5 Millionen Euro vor.

Wie viel es kosten würde, die Eissporthalle in Unna in einen betriebsfähigen Zustand zu versetzen, war schon vor dem Bürgerentscheid vor fast zwei Jahren umstritten. Die Initiative „Unna braucht Eis“, die den Ratsbeschluss mit ihrer Mobilisierung der Bürger gekippt hat, hatte in einem eigenen Konzept Kosten von 2,5 Millionen Euro vorgerechnet, ein Unnaer Architekt kam in einem Gutachten für die Stadt auf etwa acht Millionen Euro. Und nun? Stehen plötzlich 12,5 Millionen Euro im Raum – für eine „Minimalvariante“, wie Unnas Technischer Beigeordneter Jens Toschläger erklärte, und noch ohne die Betriebskosten.

Sechs Szenarien durchgerechnet

Es waren Zahlen, die die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag erst einmal sacken lassen mussten. Die Stadtverwaltung hatte die Ergebnisse eines Prüfauftrages vorgetragen, mit dem die technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Aspekte einer Sanierung der Eissporthalle beleuchtet werden. Sechs Szenarien hat die Stadt dafür unter die Lupe genommen, einige davon noch mit Varianten. Sanierung und Betrieb aus einer Hand durch die Stadt, die Vergabe des Betriebs an einen Externen, aber auch ein „PPP“-Modell mit Bau und Betrieb durch einen Partner lagen auf dem Tisch. „Die Stadt“, das stand mal für den Kernhaushalt, mal für die WBU.

Das von Toschläger zuletzt als billigste Variante vorgerechnete Modell kommt auf besagte 12,5 Millionen Euro für die eigentliche Sanierung, wobei Abweichungen von den Prognosen und weitere böse Überraschungen etwa durch Schadstofffunde noch nicht ausgeschlossen seien. Rechnet man die Finanzierungskosten für dieses Projekt und die danach anfallenden Betriebskosten über eine Zeit von 30 Jahre um, müsste Unna mindestens 1,3 Millionen Euro jährlich in den Eissport stecken.

Eis bekommt Unna nur acht Monate im Jahr

Was dem Sport und den Freizeitnutzern der Halle dafür geboten würde, weicht vom gewohnten Standard ab. Eis gäbe es in der Halle nur von September bis April. Nach dem Abtauen im Frühling würden die neuen Kälteleitungen aus der Halle herausgeholt. Gegebenenfalls ließe sich die Fläche dann anderweitig nutzen – vielleicht für die Verlegung von Synthetikeisplatten. Die kleine Curling-Bahn würde in der Minimalvariante wegfallen. Sie taucht in einem Alternativszenario wieder auf, das in der Sanierung gut 200.000 Euro mehr kostet, danach aber die jährlichen Kosten über 30 Jahre hinweg um weitere 100.000 Euro anhebt.

Warum das Projekt noch teurer werden soll

Dass die Kostenprognosen nun deutlich über dem ersten Architektengutachten der Stadt liegen, hat mehrere Gründe. Der Technische Beigeordnete Jens Toschläger verweist zum einen auf grundsätzlich steigende Kosten in der Baubranche.

Allerdings hat der nun beauftragte Architekt auch weiter reichende Eingriffe in die Bausubstanz vorgesehen. Unter anderem sollen die Osttribüne entfallen und die Haupttribüne verkleinert werden, um die Sitzplatzkapazität von derzeit 4400 auf dann noch 1000 zu verringern. Auch Umkleiden, sanitäre Anlagen und sogar die Küche sollen in einem veränderten Grundriss neu gebaut werden.

Nach der Vorstellung des neuen Konzepts beginnt die politische Beratung. Unnas Bürgermeister Dirk Wigant empfiehlt eine Entscheidung vor der Sommerpause, „wenn man den Weg jetzt konsequent weiter gehen will“. Danach braucht das Rathaus wieder ein halbes Jahr für weitere Planungen. „Ich sehe in diesem Jahr noch keinen Bagger“, sagt Jens Toschläger.

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Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
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Sebastian Smulka

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