Raus in die Natur: In Zeiten von Homeoffice und Ausgangssperre sind kleine Fluchten auf dem Rad ein Schlüssel zur Freiheit. © Stefan Milk
Mobilität

Kleine Fluchten auf dem Fahrrad: Das Stadtradeln trotzt der Pandemie

Viele Veranstaltungen wird es auch im zweiten Jahr der Pandemie nicht geben. Ein Hoffnungsschimmer ist das Stadtradeln. Nach einer Pause im Jahr 2020 tritt Unna nun wieder an.

Radfahren gehört zu den wenigen Dingen, die auch in der Pandemie noch möglich sind. Das haben schon die Händler zu spüren bekommen, die im vergangenen Jahr trotz mehrerer Wochen Zwangspause gute Geschäfte gemacht haben. Passend dazu ist das Stadtradeln in Unna eine der wenigen Veranstaltungen, die der Pandemie trotzen.

Nach einer Pause im vergangenen Jahr will sich die Kreisstadt 2021 wieder am Städtevergleich beteiligen, wenn auch mit einigen Einschränkungen. Für den Zeitraum vom 22. Mai bis zum 11. Juni ruft die Stadt ihre Bürger und regelmäßige Gäste dazu auf, für ihre Alltagsmobilität umzusatteln oder in der Freizeit am Rad zu drehen. Die Teamchefs der vergangenen Austragung sind darüber informiert worden, aber auch neue Initiativen können sich ab sofort unter www. stadtradeln.de/unna anmelden.

Im Kern geht es beim Stadtradeln darum, möglichst oft mit dem Fahrrad zu fahren und dies in einem elektronischen Fahrtenbuch zu dokumentieren. Dies ist natürlich auch in Pandemiezeiten möglich, notfalls bei Fahrten ganz allein.

Viel fahren, Abstand wahren

Der Aspekt der Gemeinschaft dagegen wird beim Stadtradeln 2021 nicht im Mittelpunkt stehen. Kleinere Tourenangebote mit begrenzter Teilnehmerzahl und gebotenem Abstand zu einander hält Organisator Frank Hugo noch für denkbar. Aber auf eine zentrale Auftakttour verzichtet die Stadt genauso wie auf ein Abschlussfest. Sehr wahrscheinlich wird auch für den Drahteselmarkt in Kürze die offizielle Absage erfolgen. Auf ungewöhnliche Art betroffen sein könnte auch das stimmungsvolle Nachtradeln in der „Bike Night“: Die mit Licht dekorierten Fahrräder kämen erst zu einer Zeit zur Geltung, in der möglicherweise Ausgangsbeschränkungen ein Thema sind.

Trotzdem soll das Stadtradeln die Menschen miteinander verbinden, auch wenn die Mitglieder der Teams getrennt voneinander Kilometer sammeln. Was zählt, das sind die gemeinsam erbrachten Leistungen und die Erlebnisse unterwegs, die natürlich gerne mit der Kamera dokumentiert und im Internet geteilt werden dürfen.

Was den Fahrradboom des vergangenen Jahres erklärt, ist vielleicht nicht nur der Mangel an Alternativen. Radtouren in der Natur vermitteln auch ein Gefühl von Freiheit. Wer sich durch Homeoffice und Ausgangssperren in seinen eigenen vier Wänden gefangen fühlt, wird den Wert solch kleiner Fluchten umso mehr zu schätzen wissen.

Über den Autor
Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
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Sebastian Smulka

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