Manuel Treder, Alina Ivanova und Nik Blaschke (v.l.) haben eine klare Meinung: Alle Bürgerinnen und Bürger sollten am Sonntag wählen gehen. © Theurer
Bundestagswahl

Erstwähler im Interview: Unnas Jugend möchte ihre Stimme nutzen

Schlammschlacht in den Sozialen Medien und ein Politik-Talk nach dem anderen: Wie gehen Unnas Schüler und Erstwähler mit dem Bundestags-Wahlkampf um und was bedeutet ihnen ihre Stimme?

Deutschlandweit gibt es insgesamt rund 2,8 Millionen junge Menschen, die das erste Mal zur Bundestagswahl zugelassen sind. Nik Blaschke, Alina Ivanova und Manuel Treder zählen dazu. Sie sind jeweils 18 Jahre alt und besuchen den Abiturjahrgang des Ernst-Barlach-Gymnasiums. Vor der Bundestagswahl am 26. September haben wir mit ihnen über ihre Sicht auf Demokratie, Wahlen und die Politik in Deutschland gesprochen.

Wie findet ihr es, dass ihr bei dieser Bundestagswahl das erste Mal mitmachen könnt?

Manuel: Finde ich cool. Das Gefühl, Einfluss auf die Politik nehmen zu können, ist wichtig.

Alina: Genau genommen, ist es gar nicht unsere erste Wahl. Letztes Jahr haben wir schon bei den Kommunalwahlen mitgewählt. Dieses Jahr ist das aber schon etwas anderes. Bei den Bundestagswahlen kann ich das erste Mal richtig mitbestimmen. Gerade für junge Menschen ist das gut, weil wir sonst häufig das Gefühl haben, nicht richtig gehört zu werden.

Welche Informationskanäle nutzt ihr, um euch über die Wahlen und den Wahlkampf zu informieren?

Manuel: Hauptsächlich das Fernsehen. Das Triell der Kanzlerkandidaten habe ich gesehen, aber auch in den Nachrichten kommen ja immer wieder Beiträge zur Wahl. Wir haben aber auch im Unterricht über die Programme der einzelnen Parteien geredet.

Alina: Social Media ist auch eine Informationsquelle. Das sollte man allerdings überprüfen. Wenn ich zum Beispiel etwas über Annalena-Baerbock auf einem Social-Media-Kanal lese, dann google ich das nochmal, um sicher zu gehen, dass es stimmt.

Nik: Ich bin seit vier Jahren Mitglied bei der SPD und bei den Jusos aktiv, da bekomme ich natürlich vor allem Sachen aus meiner Partei mit. Ich versuche aber auch, mich über meine Bubble hinaus zu informieren und zu schauen, was bei den anderen Parteien passiert. Beigetreten bin ich der SPD aus Überzeugung.

Welche Inhalte interessieren euch besonders, oder von welchen Inhalten fühlt ihr euch als junge Menschen besonders angesprochen?

Nik: Bildung.

Alina: Klimaschutz ist auch sehr wichtig. Das ist für mich sogar ein Ausschlusskriterium. Wenn eine Partei in ihrem Wahlprogramm nicht auf den Klimaschutz eingeht, dann wähle ich sie nicht.

Wie nehmt ihr generell das Interesse für die Wahlen bei Gleichaltrigen wahr?

Alina: Ich habe von ein paar Mitschülern gehört, dass sie nicht wählen wollen, weil sie das Gefühl haben, mit ihrer Stimme sowieso nichts ändern zu können.

Manuel: Das habe ich aber anders mitbekommen, in meinem Freundeskreis gehen alle wählen und verfolgen auch den Wahlkampf.

Was ist euch mit Blick auf die Wahlen und die zukünftige Politik besonders wichtig?

Nik: Es ist wichtig, dass die Jugend eine Stimme bekommt.

Alina: Es ist auch wichtig, dass wir uns über den Wahlkampf hinaus informieren. Sonst bekommt man immer nur die paar Monate vor den Wahlen mit, was in der Politik passiert.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Mahad Theurer, geboren 1989 in Witten, studiert Musikjournalismus an der TU Dortmund, davon abgesehen stark sportbegeistert und wohnt als Schalke-Fan manchmal einfach in der falschen Stadt. Aber Ruhrgebietscharme, den es zu beschreiben gilt, hat auch Dortmund reichlich.
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