Wizz ist der wichtigste Anbieter am Flughafen Dortmund. Für den Sommerflugplan ab April kündigen die Ungarn Flüge zu 45 Zielen in 24 Ländern an. Das würde rund 140 Abflüge in der Woche bedeuten. © Airport Dortmund/dpa-tmn
Flughafen Dortmund

Die Ruhe ist vorbei: Wizz plant ab April wieder 140 Abflüge in der Woche

Hoffnungen auf mehr Ruhe am Himmel über Unna durch die Corona-Pandemie geraten ins Wanken. Am Dortmunder Flughafen stellt Hauptnutzer Wizz seinen Flugplan für den Sommer vor. Er ist ambitioniert.

Echte Reisebeschränkungen und die Verunsicherung vieler Interessenten hatten den Flugverkehr in den ersten Monaten der Corona-Pandemie erheblich getroffen. Was für Fluglinien und Flughafenbetreiber ein Problem darstellt, hatte für die Anwohner des Flughafens in Dortmund auch ein Gutes: Streckenweise war es ausgesprochen ruhig am Himmel über Unna.

Hoffnungen, dass auch in den Sommermonaten 2021 viele Flieger am Boden bleiben könnten, geraten nun allerdings ins Wanken. Zumindest in seinen Planungen startet Wizz Air als Hauptkunde des Flughafens westlich von Unna kräftig durch.

Wizz-Pläne laufen auf 140 Abflüge in der Woche hinaus

Für den Sommerflugplan, der von April bis Oktober gilt, habe Wizz nun 45 Ziele in 24 Ländern angemeldet, teilt der Flughafen mit. Das spiegelt die Flüge wider, die jetzt schon gebucht werden können. „Wir gehen davon aus, dass sich die Anzahl der Ziele im Laufe der nächsten Wochen und Monate noch erhöhen wird“, merkt dazu Guido Miletic als Marketing-Chef des Dortmunder Flughafens an.

Rein rechnerisch würde das bereits bestätigte Angebot auf etwa 140 Abflüge pro Woche allein durch Wizz in den Monaten des Sommerflugplans hinauslaufen, erklärt Flughafensprecherin Davina Ungruhe. Diese Zahl sei grob geschätzt und stütze sich auf die Erwartung von Wizz, jedes Ziel mit drei Umläufen anzusteuern.

Umbuchen oder Storno noch drei Stunden vor Abflug

Etwaiger Verunsicherung bei Reisenden will Wizz mit einer besonderen Flexibilität bei den Planungen entgegentreten. Dazu gehört das Versprechen, dass sich gebuchte Flüge bis zu drei Stunden vor Abflug noch stornieren oder umbuchen ließen.

Als Hauptzielgruppe peilt Wizz laut einer gemeinsamen Pressererklärung mit dem Flughafen eindeutig Urlauber an. So umwirbt die ungarische Fluggesellschaft „sowohl Sonnenanbeter als auch Aktivurlauber und Städte-Liebhaber“, wie es im Text aus der Pressestelle des Flughafens heißt. Sie könnten etwa „in Reykjavík die spannende Kultur Islands erleben, die Akropolis in Athen besichtigen, auf Sizilien die perfekte Pizza genießen, die griechischen Inseln entdecken oder an einem der vielen endlosen Strände Fuerteventuras in der Sonne entspannen“.

Auch andere Fluglinien melden Ziele an

Mit wie viel Optimismus die übrigen Fluggesellschaften in Dortmund in die Sommersaison gehen, ist derzeit noch nicht vollends geklärt. Von Ryanair und Eurowings habe der Flughafenbetreiber noch keinen offiziellen Flugplan bekommen; beide Fluggesellschaften hätten aber zumindest einige Ziele für die Buchung freigeschaltet. So will Ryanair von Dortmund aus nach Thessaloniki, Palma, Wien, Kattowitz, Porto und London-Stansted fliegen, Eurowings nach Split, Palma und München. Darüber hinaus hat EasyJet angekündigt, zum Sommerflugplan wieder die Verbindung nach London-Luton aufzunehmen. SKY Express fliegt ab dem 23. Mai zwei Mal pro Woche nach Heraklion. Sunexpress hat Izmir ab dem 15. Mai wieder in die Buchung genommen.

Welche Flüge am Ende tatsächlich Bestand haben, hängt natürlich auch von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie ab – nicht nur in Deutschland, sondern auch in den entsprechenden Zielländern. Neben den tatsächlichen Beschränkungen, die es durch Verordnungen geben mag, zeichnet sich ab, dass ein gewichtiger Teil von Reiseinteressierten derzeit lieber Urlaub in Deutschland ins Auge fasst. Etwaige schlechtere Auslastungen der Flieger können theoretisch auch dazu führen, das geplante Angebot an Verbindungen etwas auszudünnen.

Über den Autor
Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
Zur Autorenseite
Sebastian Smulka

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.