In der Kreisliga zückte ein Referee am 6. Spieltag Rot wegen angeblicher Schiedsrichter-Beleidigung. Dem Spieler droht nun eine lange Sperre. © dpa (Symbolfoto)
Fußball

Schiri-Beleidigung wird Sache für das Sportgericht: Kreisliga-Spieler droht lange Sperre

Die verbale Entgleisung eines Kreisliga-Kickers hat ein Nachspiel. Das Sportgericht schaltet sich ein. Der Spieler äußert sich zu seinem Vergehen und zeigt sich einsichtig - aber nur in einem Punkt.

Er wusste gleich, dass er einen Fehler begangen hatte. Nach seinem Platzverweis stapfte der Kreisliga-Spieler am vergangenen Sonntag gefrustet in die Kabine. Wegen angeblicher Schiedsrichter-Beleidigung schaltet sich nun das Sportgericht in der Sache ein. Der Spieler hat sich derweil zu seinem Vergehen geäußert. Und auch sein Trainer ist alles andere als erfreut über die verbale Entgleisung seines Akteurs.

Im A-Ligaspiel zwischen der Reservemannschaft des TSC Kamen und dem FC Overberge (1:2) zückte Schiedsrichter Ali Osman Süzgec (VfL Kamen) in der 67. Minute glatt Rot für TSC-Spieler Sezer Cengiz. Er soll den Referee auf Türkisch beleidigt haben. So hat es Süzgec zumindest im Spielbericht vermerkt. Damit wird die Angelegenheit Sache des Sportgerichts.

Sezer Cengiz (r.) flog gegen den FC Overberge vom Platz.
Sezer Cengiz (r.) flog gegen den FC Overberge vom Platz. © Neumann © Neumann

Sperre wird mehr als vier Wochen andauern

Christian Ritter, Staffelleiter der Kreisliga A2 Unna-Hamm, erklärt die Vorgehensweise: „Ich selbst kann die Spieler bei einer Roten Karte nur bis zu vier Spiele sperren. Wenn es Gründe gibt, dass ein Spieler länger gesperrt werden soll, ist das Sportgericht zuständig.“ Häufig werden solche Angelegenheiten vom Sportgericht in einem schriftlichen Verfahren abgewickelt. Ritter: „Die Vereine schicken dann eine Stellungnahme. Da kommt es immer darauf an, wie strittig die Situation ist.“

In dem Fall von Sezer Cengiz ist die Sache eindeutig. Der 33-Jährige selbst gibt zu, auf Türkisch geflucht zu haben, beteuert jedoch, den Schiedsrichter nicht direkt beleidigt zu haben. „Mit dem TSC stehen wir ganz unten. Alle sind frustriert. Im Spiel am Sonntag ging mir das alles zu weit. Ich wurde oft gefoult und habe dann laut auf Türkisch geflucht. Aber ich habe den Schiedsrichter nicht persönlich beleidigt, ich habe ihn noch nicht einmal angeschaut“, erklärt Cengiz.

Sezer Cengiz entschuldigt sich bei seiner Mannschaft

Schiri Süzgec war offensichtlich anderer Auffassung. „Er hat es verstanden, was ich gesagt habe, und gegen sich gewertet. Da war mir klar, dass ich Rot kriege und habe auch nichts mehr zu ihm gesagt, weil ich mit mir selbst unzufrieden war“, so Cengiz weiter.

Einige Zeit nach dem Spiel, sagt Cengiz, habe er noch das Gespräch mit dem Schiedsrichter suchen wollen, doch zu diesem Zeitpunkt sei Süzgec nicht mehr vor Ort gewesen. „Ich hatte mich zuvor schon bei der Mannschaft entschuldigt. Die ganze Aktion war einfach nur unnötig. Es ist meine erste Rote Karte nach zehn Jahren. So etwas ist mir noch nie passiert – und ich hoffe, dass es auch nicht wieder vorkommt“, so der erfahrene Spieler.

„Das Ganze ist blöd gelaufen und darf eigentlich nicht passieren.“

TSC-trainer Alkan Bayar

Das will auch Cengiz‘ Trainer Altan Bayar hoffen. „Das Ganze ist blöd gelaufen und darf eigentlich nicht passieren. In meiner Funktion weiß ich aber, was zu tun ist. Ich möchte auch, dass jetzt schnell Gras über die Sache wächst“, so der TSC-Spielertrainer.

Cengiz hat am Mittwoch eine schriftliche Stellungnahme für das Sportgericht verfasst. Nun muss er sich ein wenig in Geduld üben, bis er erfährt, wie lange er tatsächlich gesperrt wird.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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