Die Perspektive eines Trainingsstarts findet Patrick Linnemann gut. Dass die Meisterschaften aber alsbald fortgesetzt werden sollen, kann der Trainer der Kaiserauer Reserve nicht verstehen. © SuS Kaiserau

Patrick Linnemann hätte lieber Testspiele: „Die 50-Prozent-Regel ist nicht fair“

Wird der Spielbetrieb noch einmal aufgenommen oder nicht? Beim FLVW hoffen sie weiterhin auf niedrige Inzidenzzahlen. Patrick Linnemann vom SuS Kaiserau hat eine andere Meinung.

Seit ein paar Monaten ist Patrick Linnemann Co-Trainer beim SV Lippstadt in der Regionalliga. Dort rollt der Ball, genießt die Regionalliga doch den Status einer semiprofessionellen Liga. In den hiesigen Kreisligen ist jedoch Sendepause. Seit Ende Oktober fanden keine Spiele mehr statt.

Wenn der Spielbetrieb auf Kreisebene womöglich Ende April wieder aufgenommen werden darf, dann stößt das bei Patrick Linnemann nicht wirklich auf Zustimmung. „Kindern unter 14 Jahren ab sofort die Möglichkeit zum Training zu geben, halte ich für super. Schon allein wegen der sozialen Entwicklung ist dies sehr wichtig. Den Trainingsbetrieb für Senioren eventuell ab dem 5. April anzubieten, finde ich auch okay“, sagt er, fügt aber gleich an: „Ein Re-Start ab dem 2. Mai um dann die 50-Prozent-Wertung bis Ende Juni zu schaffen, ist aus meiner Sicht nicht fair.“

Patrick Linnemann: „Viele Spieler sind nicht wettkampffähig“

Nach einer derart langen Pause seien viele Spieler laut Linnemann nicht wirklich wettkampffähig: „Da reicht auch eine vierwöchige Vorbereitungsphase nicht aus.“ Er hält es daher wie Bausenhagens Co-Trainer Uli Neuhaus und spricht sich für einen Saisonabbruch aus. „Ich würde die aktuelle Saison annullieren und im August dieses Jahres mit der neuen Serie anfangen“, so Linnemann.

Gänzlich auf einen Spielbetrieb verzichten sollte der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) in seinen Augen aber auch nicht. Sein Vorschlag: „Im Mai und Juni sollte man Testspiele erlauben, damit die Akteure wieder langsam reinkommen. Schließlich haben sämtliche Spieler fast ein halbes Jahr nicht auf dem Sportplatz gestanden.“

Ein Abbruch der Saison ist jedoch aus juristischen Gründen nicht möglich, wie der FLVW schon im Januar erklärte. „Wir dürfen die Saison überhaupt nicht frühzeitig abbrechen – allein aus rein rechtlichen Gründen schon nicht“, teilte der Vizepräsident Fußball, Manfred Schnieders, damals mit. Und weiter: „Solange wir die Chance haben, zeitlich diese 50 Prozent zu erreichen, dürfen wir die Saison nicht annullieren.“ Das besagt eine Regel in der Spielordnung. Eine Regel, mit der mehr und mehr Fußballtrainer allmählich nicht mehr d‘accord gehen.

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Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann