Janine Robbe siegte in beiden Einzeln souverän. Doch vor Beginn der Einzel kamen große Diskussionen mit den Gegnerinnen auf. © Palschinski
Tennis

Kurioser Zwischenfall und Ärger um Kamener Spielerin: „Damit haben wir nicht gerechnet“

Diskussionen, Aufregung und eine Spielerin weniger. So haben sich die Damen 30 des TC Kamen-Methler den Saisonauftakt in die Regionalliga West mit Sicherheit nicht vorgestellt.

Die Damen 30 des TC Kamen-Methler sind am Wochenende in ihre Regionalliga-Tennissaison gestartet. Gegen den TC Rheinstadion kam es am Samstag allerdings schon vor Beginn des Matches zu einem Vorfall, den Mareike Müller, Mannschaftsführerin des Teams, so auch noch nicht erlebt hatte.

„Ich dachte, dass nach dieser langen Tennis-Pause erst einmal der sportliche Aspekt im Vordergrund stehen würde. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass unsere Gegnerinnen schon von Anfang an diesen Wettkampfgedanken und unabdingbaren Siegeswillen zeigen“, sagte Müller im Anschluss.

Was war passiert? Wie sich herausstellte, gelten in der Regionalliga etwas andere Regeln. Im Gegensatz zu tieferen Klassen müssen hier nämlich alle Spielerinnen genau zum Zeitpunkt der Aufstellung auf der Anlage sein. Auch Melanie Großeastroth, die Nummer drei der Kamenerinnen, war zum Zeitpunkt dieser Offenlegung auf der Anlage.

Gegnerinnen legen Protest ein – mit Erfolg

Die Gegnerinnen aus Düsseldorf sahen allerdings nur, wie sie wenige Minuten vor Spielbeginn der ersten Runde nochmals auf die Anlage kam und legten Protest beim Schiedsrichter ein. Und das mit Erfolg: Großeastroth durfte in den Einzeln nicht antreten. Ein herber Rückschlag für den Regionalliga-Neuling, denn alle Spielerinnen unter ihr mussten nun eine Position hochrutschen. Position sechs durfte durch keine der anwesenden Ersatzspielerinnen aufgefüllt werden und war somit kampflos verloren.

Melanie Großeastroth durfte in den Einzeln nicht mitwirken – weil der Gegner Protest eingelegt hatte. © Palschinski © Palschinski

Doch trotz dieses kuriosen Zwischenfalls lieferten die TCM-Spielerinnen gute Einzel ab – mit einem Sieg im Matchtiebreak nach fast drei Stunden. Dabei lagen die TCM-Damen jedoch zur „Hälfte“ der Partie mit 2:4 zurück. Es musste also ein Wunder her.

Wie aus den letzten Saisons bekannt, sind die Methleranerinnen besonders in den Doppeln richtig stark, doch würde diese Stärke ausreichen, um alle drei Matches zu gewinnen? Immerhin durfte Melanie Großeastroth bei den Doppeln wieder antreten. „Weil die Aufstellungen für die Doppel erst nach den Einzeln gemeldet werden“, so Müller, die an diesem Spieltag noch viel für ihr eigenes Regelverständnis mitnahm.

Großer Kampf in den Doppeln: „Das war eine krasse Leistung“

Das erste Doppel gewannen Janine Robbe und Anastasia Meglinskaya solide mit 7:5 und 6:3. Nun waren es also nur noch zwei. Und wie es der Zufall wollte, war es Melanie Großeastroth, die zusammen mit ihrer Doppelpartnerin Melanie Suchhardt das engste Match bestreiten sollte. Denn nachdem der erste Satz verloren ging, retteten sich die beiden im zweiten mit einem knappen 7:6 in den Matchtiebreak, in dem sie schnell mit 1:8 zurücklagen, dann aber insgesamt 6 Matchbälle abwehrten, um schließlich noch mit 12:10 zu gewinnen.

„Das war so eine krasse Leistung von den beiden, ich war richtig sprachlos“, erklärte eine erleichterte Mareike Müller. Nun lag es an der Mannschaftsführerin selbst, den alles entscheidenden Punkt mit ihrer langjährigen Doppelpartnerin Eva Janowczyk nach Hause zu bringen. Auch dieses Doppel verlor den ersten Satz klar mit 2:6, aber rettete den zweiten Satz im Tiebreak. Im alles entscheidenden letzten Matchtiebreak dieses verrückten Tages nahm das eingespielte Doppel alle Kraft, Mut und nötiges Adrenalin zusammen und sicherte den Kamenerinnen so den wohl unerwartetsten Sieg in der Mannschaftsgeschichte.

Mareike Müller erleichtert über den Gesamtsieg: „Am Ende kackt die Ente“

„Da hat man mal wieder gesehen, wie groß der Teamgeist bei uns in der Mannschaft ist. Den Gegnern hat man auf jeden Fall angemerkt, dass diese nicht so eingespielt waren wie wir. Das hat uns auch in die Karten gespielt“, so Müller und fügte an: „Ich bin einfach richtig froh, mit einem Sieg in die Saison gestartet zu sein. Wir wussten, dass es ein schweres Spiel werden würde, doch damit haben wir auf keinen Fall gerechnet. Am Ende kackt die Ente eben. Umso stolzer bin ich auf jeden einzelnen aus unserem Team und bedanke mich für die großartige Unterstützung aller Anwesenden.“

Nach dem geglückten Saisonstart geht es für das Team nun am 26. Juni beim absoluten Gruppen-Favoriten Eintracht Dortmund weiter. Dort dürften aber wohl alle sechs Einzel gespielt werden.

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